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08.10.09Leser-Kommentar

Interview mit Tanja Schilling, buw Unternehmensgruppe

"Kundenbegeisterung durch Mitarbeiterbegeisterung ist die entscheidende Botschaft"

Im Detail erklärt uns Tanja Schilling, Personaldirektorin bei der buw-Unternehmensgruppe, was für Maßnahmen man trifft um die Mitarbeiter langfristig zu motivieren und an das Unternehmen zu binden. Besonders der gemeinsame Sport, gemeinsam gelebte gesundheitliche Vorsorge und ein soziales und familienfreundliches Engagement sorgen für einen niedrigen Krankenstand und ein Gemeinschaftsgefühl in der Unternehmensgruppe.

förderland: Was macht Ihrer Meinung nach einen guten Arbeitgeber aus?

Tanja Schilling:

  • Ein guter Arbeitgeber ist ein starker Partner für Mitarbeiter, Standortregionen und Kunden.
  • Langfristige Arbeitsplatzsicherheit für die Mitarbeiter
  • Perspektive bieten durch professionelle, zielgruppenorientierte Personalentwicklungsprogramme und gute interne Karrierechancen.
  • Der Mitarbeiter im Mittelpunkt! Familienorientierte Arbeitsbedingungen, Flexibilität, Betriebliches Gesundheitsmanagement
  • Team und Kultur: Arbeit soll Spaß machen! Gemeinsame Kultur fördern, zum Beispiel durch außerbetriebliche Events und Feiern oder Betriebssport. Gemeinsame Werte definieren und leben.
  • Arbeitsklima: freundschaftliche, offene Atmosphäre, Hilfsbereitschaft, ein Team.
  • Führung: regelmäßiges Feedback, Kultur der offenen Tür
  • Kommunikation: Offenheit und Transparenz für die Mitarbeiter (Intranet, Betriebsversammlungen, Rundschreiben, Mitarbeiterzeitung, etc.)
  • Internes Unternehmertum: Mitarbeiter als Mitunternehmer aktiv einbeziehen, beispielsweise durch betriebliches Vorschlagwesen
  • Motivation: Leistung belohnen, Anerkennung zeigen, Stolz wecken.
  • Soziales Engagement

Was tun Sie, um Ihre Mitarbeiter zu motivieren oder bei ihnen gar Begeisterung für die Arbeit zu wecken?

Schilling: Als qualitätsorientiertes Dienstleistungsunternehmen kommt den Mitarbeitern eine Schlüsselfunktion im Rahmen des Unternehmenserfolges zu. Kundenbegeisterung durch Mitarbeiterbegeisterung ist die entscheidende Botschaft. Neben der Arbeit soll buw den Mitarbeitern auch Spaß machen und ein Erlebnis werden.

Unternehmenskultur: Kultur mit festen Werten und der F.C. Real, unser Fußballclub. Die Tugenden, die im Sport wie auch im beruflichen Alltag bei buw gelebt werden, sind: Teamgeist und Fairplay, Leidenschaft und Siegeswille.

Die buw Unternehmensgruppe ist ein dynamisches und expandierendes Unternehmen, das den Mitarbeitern weitreichende Entwicklungsperspektiven bietet: Neue Projekte, neue Unternehmensbereiche sowie die Gründung neuer Unternehmensstandorte bieten den Mitarbeitern sehr gute Chancen, sich beruflich und persönlich weiterzuentwickeln. Umfassende Weiterbildungsmöglichkeiten, alle Ebenen übergreifende Konzepte zur Personalentwicklung sowie die Arbeit in interdisziplinären Teams schaffen die Grundlage für eine Karriere innerhalb der buw Unternehmensgruppe.

Wir schaffen eine familienorientierte Arbeitswelt für eine langfristige, partnerschaftliche Zusammenarbeit. Maßnahmen unter anderem: Teilzeitarbeit auf allen Ebenen – auch für Führungskräfte, Wiedereingliederungsprogramme für einen erfolgreichen Wiedereinstieg ins Berufsleben nach der Erziehungszeit, besondere Berücksichtigung bei der Schichtplanung ("Elternschichten"), Telearbeit etc.

Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM): Die Gesundheit unserer Mitarbeiter liegt uns am Herzen. Wir haben ein ganzheitliches Konzept zum BGM aufgesetzt mit dem Fokus der Prävention. (Ausgangspunkt: Mitarbeiterbefragung). Maßnahmenbeispiele: DKMS-Typisierung, Sport, Massage, Rückenschule, Ernährungsberatung, Vorsorgeuntersuchungen (EvoCare-Screening, Augenuntersuchung, Grippeschutz), Stimm- und Stresstraining, Obst, Teebar.

Diese "buw Selbstverständlichkeiten" sorgen außerdem für das Wohlbefinden aller Mitarbeiter und ein angenehmes Miteinander:

  • Mitarbeiter-Welcome-Packages zur Begrüßung im Unternehmen
  • Obstverteilung und Grippe-Impfungen in kälteren Zeiten
  • Motivationsbudgets für Aktionen und Partys im Team
  • Bonifikationen
  • eigener buw Shop mit vergünstigten Produkten
  • kostenlose Nutzung von Telefon und Internet
  • Annehmlichkeiten wie kostenloser Kaffee, Tee oder Mineralwasser
  • Kicker- und Fußballturniere im Projekt sowie unter den einzelnen Standorten
  • Sportgruppen, z.B. buw Laufgruppen (Teilnahme und Sponsoring des Münster Marathons, Wettbewerb „Schlag den Chef“)
  • regelmäßige Stammtische und Partys

Was sind typische Fehler, die bei der Mitarbeiterführung gemacht werden?

Schilling: Die Führung der Mitarbeiter hat einen großen Einfluss auf die Zufriedenheit und somit auch auf die Leitung und den Erfolg der Mitarbeiter und des Unternehmens. Führungskräfte sollten ihren Mitarbeitern die Richtung aufzeigen, Vision und Ziele klar vermitteln, jedoch ausreichend Raum geben, um den Weg zum Ziel selbstständig zu finden.

Typische Fehler sind demnach beispielsweise:

  • Fehlende Transparenz: Ziele/ Zielvorgaben einfach nur diktieren bzw. vorgeben, nicht gemeinsam erarbeiten und erläutern; Mitarbeiter nicht in Entscheidungen einbeziehen, keine langfristige Richtung/Vision aufzeigen
  • Falsches Feedback: kein regelmäßiges Feedback, Feedback in nicht angemessenen oder wertschätzenden Rahmen (zum Beispiel Gespräche zwischen Tür und Angel), keine schriftliche und strukturierte, klare, objektive Mitarbeiterbeurteilung anhand vorab definierter Kriterien
  • keine Politik der offenen Tür – nicht ansprechbar für Mitarbeiter
  • keine abgestimmten und gelebten Führungsgrundsätze
  • fehlende Wertschätzung: Mitarbeiter als selbstverständlich ansehen
  • Mitarbeiter nicht einbeziehen: nicht offen sein für Meinung/Ideen des Mitarbeiters, nicht zum Mitdenken auffordern/ keine Mitunternehmer gewinnen

Wie können Jungunternehmer eine gute Kommunikation möglichst frühzeitig in die Unternehmensphilosophie aufnehmen?

Schilling: Jedem Jungunternehmer sollte bewusst sein, dass Kommunikation intern und extern die Basis für eine erfolgreiche Geschäftsführung darstellt.  Eine offene und ehrliche interne Kommunikation sorgt für Transparenz und Vertrauen bei den Mitarbeitern. Eine regelmäßige, ehrliche Kommunikation nach außen schafft einen hohen Bekanntheitsgrad und beeinflusst das Image positiv. Demzufolge sollten schon Jungunternehmer und Unternehmer kleiner Unternehmen – auch ohne schriftlich fixierte Unternehmensphilosophie – die interne und externe Kommunikation zur Chefsache machen und verinnerlichen, dass die offene, einheitliche Kommunikation (im Sinne von corporate communications) von Unternehmensgründung an das "A und O" einer erfolgreichen Unternehmensführung ist.

Welche drei Tipps würden Sie jungen Gründern und Unternehmern für ihre Mitarbeiterführung mit auf den Weg geben?

Schilling:

  • Transparenz! Offene und ehrliche Kommunikation, positive Feedbackkultur, Anerkennung
  • Ziele gemeinsam definieren
  • Dem Mitarbeiter Freiraum lassen, um diese Ziele auf seine Weise zu erreichen

Vielen Dank für das Interview!

Kommentare

  • Meyer

    29.10.09 (19:05:48)

    alles gut

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