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22.03.12

Finanzierung

Kompakt-Inkubator "Startup Bootcamp" kommt nach Deutschland

Genauer gesagt: nach Berlin. Das erfolgreiche Inkubator- und Mentoren-Konzept Startup Bootcamp schlägt seine Zelte nun in – wen wundert's – Berlin auf. Teilnehmer dürfen sich auf ein transparentes Konzept und bekannte Gründer-Mentoren freuen.

Startup BootcampStartup Bootcamp

Inkubatoren stellen sich in der deutschen Gründerpraxis oft als ein zweischneidiges Schwert dar. Zum einen haben sie den Ruf, Ausbeuterei auf Kosten naiver Gründer zu betreiben: 24/7-Jobs, Hungerlöhne Anteilsschneiderei und Konzepte ohne Vision werden hier vorgeworfen. Andererseits ermöglichen sie Gründern ohne Kapital nur ausgestattet mit ihrer eigenen Tatkraft den Traum vom eigenen Start-up zu erfüllen. Das Startup Bootcamp-Format, was sich seinen Weg zuerst durch Skandinavien, dann quer durch Europa und nun auch nach Deutschland gebahnt hat, rühmt sich fairer Konditionen und einem nachhaltigen Anschub für die eigene Gründung.

Rein technisch funktioniert ein Startup Bootcamp wie folgt: Man bewirbt sich auf der Seite der Veranstalter. Diese sortieren 20 Start-ups aus, die die Chance haben, einen der zehn verfügbaren Plätze zu erobern. Ist das geschafft, erwartet das Gründerteam ein Seedkapital von etwa 15.000 Euro, was dazu dienen soll, drei Monate lang ohne Sorgen zu leben. Ebenfalls werden Schreibtische in einem Shared Office Space gratis zur Verfügung gestellt. Gründerveteranen und Experten unterstützen die Start-ups auf ihrem Weg zum Erfolg. Sind die drei Monate Inkubator-Zeit abgelaufen, gibt es einen Pitch vor einer Investorenriege. Die Erfahrung hat hierbei gezeigt, dass etwa 50 Prozent der Bootcamp-Startups daraufhin eine Finanzierung erhalten. Doch was muss das Team dafür hergeben? - Vor einiger Zeit interviewten wir Alex Farcet, Mitgründer des Bootcamps und Ausrichter der Berliner Veranstaltung, und er verriet uns: 5 bis zehn Prozent der Unternehmensanteile werden bei Vertragsunterzeichnung fällig. Das hängt von den Konditionen in den unterschiedlichen Ausrichtungsstädten ab. Beim letzten Bootcamp in Amsterdam waren es 7 Prozent der Anteile. In Berlin werden es 8 Prozent sein. Die Verträge kann hierbei jeder frei einsehen, das Konzept legt Wert auf Transparenz.

Das Start-up Bootcamp richtet sich vor allem an Gründer, die sich noch in einer sehr frühen Phase befinden. Einen wirklich ausführlichen, wie unterhaltsamen Bericht hat, wie so ein Startup Bootcamp von statten geht, hat uns übrigens die Bootcamp-Veteranin Sarah Breilmann abgeliefert.

Die Bewerbungsphase für das Berliner Bootcamp ist übrigens seit letzter Woche eröffnet. Am 17. Juni ist die letzte Gelegenheit zur Anmeldung und am 3. Juli geht’s zur Teamauswahl. Die Mentoren für das Berliner Bootcamp sind unter anderem Mitgründer der Start-ups SoundCloud twago und gidsy. Mindestanforderung ist die Teammitglieder-Anzah von 2. Das ist schaffbar. Jedem der teilnehmen möchte, wünschen wir viel Glück. Wir werden die Veranstaltung im Auge behalten und Sie über die Zwischenstände informieren.

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