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14.10.08Kommentieren

Interview mit Isabella Reichert, GROW

"Junge Firmen haben wenig Möglichkeiten, sich potentiellen Mitarbeitern zu präsentieren"

Zur Person: Isabella Reichert ist Mit-Organisatorin der Firmenkontaktmesse GROW. Die Studentin der TU München ist nun schon zum dritten Mal bei der GROW dabei und berichtet im Interview mit förderland, was das Besondere an der GROW ist und welche Vorteile die Teilnahme für Studenten und Start-up Unternehmen bringt.

Isabella Reichert ist Mit-Organisatorin der Firmenkontaktmesse GROW.Isabella Reichert ist Mit-Organisatorin der Firmenkontaktmesse GROW.

förderland: Frau Reichert, können Sie kurz erklären, worum es bei der Firmenkontaktmesse GROW geht?

Isabell Reichert: Bei der GROW präsentieren sich junge Start-ups und andere innovative kleine oder mittelgroße Unternehmen einen Tag lang interessierten Studenten. Aus diesem Zusammentreffen profitieren beide Seiten gleichermaßen: Die Studenten können sich über Praktikumsoptionen informieren und Einblicke in das studentische Gründertum gewinnen, teilnehmende Firmen hingegen können um qualifizierte Mitarbeiter werben. Die GROW wird von Studenten des CDTM (Center for Digital Technology and Management), einem Kooperationsprojekt von LMU und TU München, organisiert.

förderland: Warum gerade eine Kontaktmesse für Start-ups und KMU?

Reichert: Eine solche Messe speziell für Start-ups macht aus zwei verschiedenen Gründen Sinn: Junge und kleine Firmen haben oft wenig Möglichkeit, sich zu profilieren und sich kompetenten und potentiellen Mitarbeitern zu präsentieren. Studenten kennen im Gegenzug diese tollen Unternehmen nicht und können sich nicht für Praktika, Werkstudentenstellen etc. bewerben. Durch eine Firmenkontaktmesse wie die GROW können beide Seiten diese Probleme in ungezwungenem Rahmen überwinden; eine Win-Win-Situation in jeder Hinsicht.

förderland: Die GROW Firmenkontaktmesse wird von Studenten für Studenten organisiert. Wie kam es zu dieser Idee?

Reichert: Eben aufgrund des oben erklärten Problems: Es fehlt den jungen Firmen an Bekanntheit und uns Studenten entgehen dadurch tolle Optionen. Zudem findet man an den Münchner Universitäten und besonders am CDTM einen wahren "Gründer-Spirit" vor. Es werden ständig neue Start-ups gegründet, die mit genau diesen Problemen zu kämpfen haben. Die GROW war also nur eine logische Folgeaktion, um das bestehende Informationsproblem zu überwinden.

förderland: Welche Start-ups werden in diesem Jahr vor Ort sein?

Reichert: Eine kleine Auswahl: Stylight, AdTraffic, Pentland, Landwärme, CleverSoft, Global Emotion, AllMyShots, Mind Globe, Mentz Datenverarbeitung, Travian, Beko Käuferportal ... und noch einige mehr.

förderland: Haben Ihrer Meinung nach Start-ups Schwierigkeiten, geeignetes Personal zu finden?

Reichert: Ja, dieses Problem haben die jungen Firmen tatsächlich. Es fehlt ihnen oft an den finanziellen Mitteln in Form eines großen Werbebudgets, um beispielsweise durch teure Inserate oder auf kommerziellen Messen auf sich aufmerksam machen zu können.

förderland: Welche Vorzüge hat Ihrer Ansicht nach ein Start-up als Arbeitgeber gegenüber einem großen, gestandenen Unternehmen?

Reichert: Durch flache Hierarchien und ein persönliches Verhältnis der Beteiligten zueinander sind die Lerneffekte für die Involvierten in Start-ups enorm. Außerdem arbeitet jeder direkt am Puls des Geschehens und bekommt das Wachsen eines Unternehmens gekoppelt an eine innovative Idee von Anfang an mit.

förderland: Welche Fachrichtungen sind denn bei den Start-ups derzeit besonders gefragt?

Reichert: Das kommt natürlich letztendlich auch auf das Produkt des einzelnen Unternehmens an. Generell benötigt jedes Start-up Mitarbeiter mit wirtschaftswissenschaftlichen Kenntnissen. Aufgrund der Internetfokussierung vieler Geschäftsmodelle werden auch sehr viele Informatiker gesucht.

Trotzdem können auch Studenten ganz anderer Fachrichtungen in den verschiedensten Konstellationen unabdingbare Teammitglieder in einem jungen Unternehmen sein. Die GROW ist daher für Studenten aller Studienrichtungen interessant. 

förderland: Die GROW findet bereits zum dritten Mal statt. Wie war die Resonanz auf die bisherigen Veranstaltungen?

Reichert: Die war sehr gut. Unter den im letzten Jahr teilnehmenden Unternehmen haben wir eine Umfrage durchgeführt: Viele haben durch die GROW Praktikanten oder Direkteinsteiger rekrutieren und talentierte Studenten für ihre Geschäftsidee begeistern können. Einige haben schon im Voraus gefragt, ob die GROW wieder stattfände und sie wieder teilnehmen könnten. Unter den Studenten war die Resonanz ebenfalls sehr positiv. Abgesehen von den durch die GROW vermittelten Praktikanten und Mitarbeitern haben viele Besucher eine erste Ahnung von Gründungsfragen und dem Weg in die Selbstständigkeit erhalten.

förderland: Wann findet die Messe statt und was kostet die Teilnahme?

Reichert: Die GROW findet am 20. November 2008 von 10 bis 15 Uhr im Lichthof der Ludwig-Maximilians-Universität in München statt. Der Eintritt ist für Studenten kostenlos. Die ausstellenden Unternehmen entrichten einen kleinen Beitrag, der für die Umkosten verwendet wird.

förderland: Vielen Dank für das Gespräch.

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