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18.02.08Kommentieren

Interview mit Kyan Noack/ Manuel Noack, Mitgründer von DeinDesign

"Jeder soll selbst bestimmen, wie seine Produkte aussehen."

förderland im Gespräch mit Kyan und Manuel Noack - Mitgründer von DeinDesign - über langweilige Notebooks, schwarze Zahlen, den neuen Konfigurator und falsche Sparsamkeit.

Von links: Manuel Noack, Victoria Chirita, Kyan Noack

förderland: Herr Noack, wer sind Sie, was können Sie, was machen Sie?

Kyan Noack: Mein Name ist Kyan Noack, ich bin 25 Jahre alt und zusammen mit meinem Bruder Geschäftsführer von DeinDesign. Vor und zum Teil noch während der Gründung von DeinDesign habe ich in Mannheim „Musikbusiness“ an der Popakademie Baden-Württemberg studiert. Meine Tätigkeit bei DeinDesign ist neben den üblichen Aufgaben eines Geschäftsführers heute hauptsächlich der Online-Auftritt und unsere Kooperationen im Musikbereich. 

Manuel Noack: Mein Name ist Manuel Noack, ich bin ebenfalls 25 Jahre alt und Verantwortlich für den reibungslosen Ablauf der Produktion, der Prozessoptimierung sowie der Produktentwicklung. Nach meiner technischen Ausbildung habe ich den Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen belegt, was ich durch den Aufbau von DeinDesign jedoch erstmal auf Eis legen musste.

förderland: Wie ist Ihre Geschäftsidee entstanden und wer sind die Menschen hinter dein-design.com?

Kyan Noack: Die Idee entstand während eines Auslandsemesters in London Ende 2005. Um dort Arbeiten zu können, schaffte ich mir ein Notebook an. Anfangs fand ich den edlen Look in Silber/Metallic sehr schön, aber nach 3 Monaten war es doch ernüchternd langweilig. Ich wollte das Cover unbedingt ändern, der erste Gedanke war ein Aufkleber. Vom normalen Aufkleber bis zu den DesignSkins, wie wir sie heute produzieren, war es dann doch ein längerer und experiementeller Weg. Wesentlich mehr Arbeit als anfangs gedacht.

Manuel Noack: Die Personen hinter DeinDesign sind neben dem mittlerweile 7-köpfigen Team vor allem unsere Mitgründerin Victoria Chirita, die sich hauptsächlich um unsere B2B Partner, Kooperationen und Messen kümmert.

förderland: Haben Sie die Startphase Ihres Unternehmens aus eigener Kraft gestemmt oder hatten Sie finanzielle Unterstützung?

Kyan Noack: Wir konnten glücklicherweise den Aufbau des Unternehmens mit eigenen Mitteln stemmen. Dies war auch aus zeitlichen Gründen wichtig, da es länger dauern kann, bis man einen Investor gefunden hat, der eine Vision mit einem teilt. Nach gut 1 ½ Jahren haben wir die Grundlage für den weiteren Ausbau der Firma geschaffen und erst jetzt macht es für uns Sinn, sich mit entsprechenden Partnern/Investoren an einen Tisch zu setzen, um DeinDesign langfristig auszubauen.

förderland: DeinDesign wurde im Juni 2006 gegründet. Schreiben Sie denn schon schwarze Zahlen? Wenn nicht, wann rechnen Sie damit?

Kyan Noack: Wir haben im Oktober 2007, also 14 Monate nach Gründung, das erste Mal schwarze Zahlen geschrieben. Wir kommen allerdings auch jetzt erst in die Phase, in der das Produkt und die Struktur im Unternehmen hundertprozentig stimmen und sich der Fokus nun voll auf den Vertrieb des Produktes richten kann.

förderland: Sie bieten "Full-Service aus einer Hand" - fertigen Sie die DesignSkins tatsächlich inhouse oder geben Sie bestimmte Arbeitsschritte an externe Dienstleister ab?

Manuel Noack: Ja, wir fertigen komplett "inhouse", von der Erstellung der Geräte-Templates bis zum fertig konfektionierten Produkt - nur so können wir wirklich die Qualität des Produktes konstant optimieren und überwachen! Es war ein harter aber auch spannender Weg die Produktion aufzubauen, aber auf jeden Fall die richtige Entscheidung. Wir sind dadurch sehr flexibel geworden und konnten einen weiteren Teil der Wertschöpfungskette abdecken. Der Hauptgrund war jedoch immer ein Maschinenpark und Prozess zu haben, der vollkommen auf das Produkt und unser Konzept abgestimmt ist – und sich nicht verbiegen zu müssen um aus einem bestehenden produzierenden Unternehmen aus der Druckindustrie ein "möglichst gutes Produkt" zu bekommen.

förderland: Gerade haben Sie Ihren Konfigurator gelauncht. Was hat es damit auf sich?

Kyan Noack: Der SkinDesigner ist die logische Weiterentwicklung der ursprünglichen Idee von DeinDesign. Jeder soll selbst bestimmen, wie seine Electronics oder auch andere Produkte wie bspw. Möbel aussehen. Mit dem SkinDesigner kann der Kunde, nachdem er sein Gerät ausgesucht hat, eigenständig Bilder hinzufügen, Texte schreiben, die Grundfarbe des DesignSkins bestimmen und sich aus einer Bilder– und der riesigen Grafik-Galerie bedienen. Auf die angesprochene Garfik-Galerie mit fast 1000 Objekten sind wir besonders stolz. Alleine deswegen lohnt sich ein Blick in den SkinDesigner schon! Abschließend: Die Gestaltung der "Customized" DesignSkins liegt nun vollkommen in der Hand des Kunden.

förderland: Werbekongress2007, imm2008, … - Sie sind viel auf Messen und Kongressen unterwegs. Wie wichtig sind solche Events für das Networking, die Kundenaquise, etc.?

Manuel Noack: Anstrengend, aber sehr wichtig. Die Messen sind für uns aus mehreren Gesichtspunkten interessant. Zum einen natürlich um das eigene Netzwerk auszubauen und dadurch neue Geschäftspartner und Kooperationsmöglichkeiten zu gewinnen. Zum anderen aber auch für die eigene Weiterentwicklung der Produkte und Marktzugänge, da man im direkten Gespräch mit Menschen aus der Industrie einen guten Überblick hinsichtlich den Anforderungen des Marktes und die Barrieren die auftreten können bekommt.

förderland: Neben A better tomorrow, SchülerVZ oder VisualOrgasm haben Sie schon Kooperation mit Global Playern wie FUJITSU SIEMENS COMPUTERS, Nintendo oder Microsoft gestartet. Wie kommt man an die "Großen" heran?

Kyan Noack: Das schwierige ist, die Personen zu identifizieren, die für das Thema mit dem man an die Firmen heran tritt, zuständig sind. Hierfür sind die erwähnten Messeaktivitäten gut geeignet. Optimal ist natürlich ein persönlicher Kontakt zu einem „Internen“, der vor Ort schon mal sondieren kann. Wir werden mittlerweile oft von einer Firma zur nächsten weiter empfohlen, was natürlich nur geschieht wenn der Kunde mit der Leistung die er bekommt zufrieden ist. „Der Kunde ist König“ sollte deshalb gerade bei Start-Ups keine leere Floskel sein.

Manuel Noack: Hält man das Produkt einmal in der Hand ist es nahezu selbsterklärend, da jeder erfahrene  Marketing – oder Product Manager das Potential und die möglichen Einsatzgebiete der DesignSkins mit seinen Produkten in wenigen Augenblicken erkennt. Die Herausforderung ist aber definitiv, das Produkt überhaupt in die Hand eines Entscheidungsträgers zu bekommen.

förderland: Was steht momentan auf Ihrer To-Do-Liste?

Kyan Noack: Aktuell steht neben der generellen und konstant stattfindenden Prozessoptimierung die weitere Entwicklung des SkinDesigners und der Vertriebsstrukturen im Mittelpunkt. Natürlich wird auch der Inhalt von Design- und Geräteportfolio weiter ausgebaut. Gerade im Design-Portfolio werden in naher Zukunft spannende Themen hinzukommen. Der Ausbau der strategischen Partner ist ebenfalls ein wesentlicher Punkt, der weit oben auf der Liste steht.

förderland: Würden Sie rückblickend alles wieder genauso machen? Haben Sie den Schritt in die Selbstständigkeit jemals bereut?

Manuel Noack: Im Großen und Ganzen würden wir es wieder genauso machen, da wir mit unserem Unternehmen bisher glücklicherweise nur den Aufwärtstrend beobachten konnten. Natürlich würde man sicherlich durch die gewonnene Erfahrung einige Details bei der Umsetzung anders machen, aber das ist wohl natürlich für jedes "zweite Mal". Den Schritt in die Selbstständigkeit haben wir bis jetzt nicht bereut, auch wenn es enorme Verantwortung mit sich bringt und ein tägliches Auf- und Ab der Gefühle ist. Die sehr spannenden Tagesabläufe eines Unternehmers möchten wir aber auch in Zukunft nicht missen.

förderland: Welche Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Manuel Noack: Man sollte vor allem aufpassen, dass man nicht an den falschen Enden spart. Gerade im E-Business ist der Zeitfaktor entscheidend, zu lange Aufbauphasen kann oder  man sich einfach nicht leisten. Das haben wir auf jeden Fall gelernt. Auch wenn es weh tut etwas mehr Geld auszugeben, es rentiert sich wenn man dadurch seine Zeitvorgaben halten kann. Natürlich kann man vieles selbst machen, aber das ist gerade bei einem kleinen Team mit begrenzten Kapazitäten nicht immer die richtige Entscheidung. Hier sollte man wirklich sehr objektiv Abwägen!

© 2008 förderland

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