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08.02.10Kommentieren

Interview mit Bastian Allgeier, Zootool

"iTunes oder iPhoto für Netzinhalte"

Das Internet ist eine unerschöpfliche Fundgrube für multimediale Inhalte. Mit der Browser-Applaikation Zootool hat Bastian Allgeier eine hervorragende Möglichkeit geschaffen, Netzinhalte zu organisieren und mit Freunden zu teilen. Im Interview mit förderland stellt er sein Projekt kurz vor, spricht über die Finanzierung und Entwicklung.

Bastian Allgeier, Entwickler von ZootoolBastian Allgeier, Entwickler von Zootool

Hallo Herr Allgeier, stellen Sie sich unseren Lesern doch bitte kurz vor! Wer sind Sie und was machen Sie?

Bastian Allgeier: Meine Name ist Bastian Allgeier, ich bin 28 Jahre alt, habe vor kurzem meinen Master in Kommunikationsdesign an der HS Mannheim abgeschlossen und arbeite als selbständiger Webdesigner und Entwickler. Seit letztem Semester bin ich außerdem als Dozent für Interfacedesign an der HS Mannheim tätig.

Sie arbeiten gerade an einem Projekt namens Zootool. Erklären Sie doch bitte kurz, um was es geht!

Allgeier: Zootool ist eine Web-Applikation, mit der man Bilder, Videos, Dokumente und Links aus dem Netz visuell bookmarken, organisieren und weitergeben kann. Man kann es sich am besten als eine Art iTunes oder iPhoto für Netzinhalte vorstellen.

Das Besondere an Zootool ist, dass es verschiedene Inhalte automatisch erkennt und kategorisiert. So kann man damit zum Beispiel neben Webseiten und Bildern, auch Videos von über 30 Video-Plattformen, Slideshare-Präsentationen, Wikipedia-Artikel und vieles mehr bookmarken und erhält passende Informationen und Vorschauen dazu.

Zootool kann außerdem mit Twitter, Facebook, Delicious, Friendfeed und Tumblr verknüpft werden, um die gesammelten Inhalte direkt an Freunde weiterzureichen.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen, ein solches Tool zu entwickeln?

Allgeier: Für meine Bachelorarbeit in Kommunikationsdesign entstand vor zwei Jahren die Idee ein Tool zu erstellen, das für visuell orientierte Menschen, wie Designer, Fotografen, Architekten oder allgemein Webjunkies, eine echte Alternative zu text-basierten Bookmarksystemen liefert.

Bookmarking durch eine automatische Erkennung von Inhalten einfacher und cleverer zu machen ist mehr oder weniger durch Zufall hinzugekommen und ist mittlerweile zum Hauptkernpunkt von Zootool neben der visuellen Darstellung geworden.

Wenn sich jeder Internet-User einfach so auf allen Seiten bedienen kann, könnte das nicht Probleme wegen des Copyrights geben?

Allgeier: Bei Zootool geht es nicht darum, Originale abzugreifen, sondern interessante Fundstücke im Netz zu verlinken und darauf aufmerksam zu machen. Um das so visuell wie möglich tun zu können, werden zu jedem Eintrag Thumbnails generiert. Die Originale speichern wir dabei nicht auf unseren Servern. Wird das Original vom Urheber gelöscht ist es auch über Zootool nicht verfügbar. Im Endeffekt handelt es sich dabei um das gleiche Prinzip, wie bei der Google-Bildersuche, Bing oder Diensten wie FFFFOUND und Evernote.

Jeder Besucher hat zudem jederzeit die Möglichkeit Copyrightverstöße zu melden, die wir dann sofort von der Seite nehmen. Außerdem werden in Kürze per Robots.txt gesperrte Inhalte automatisch aussortiert. Auch eine Kennzeichnung von Creative Commons lizensierten Inhalten ist vorgesehen.

Wie haben Sie das Projekt finanziert?

Allgeier: Zootool ist eine Website der OpenWe GmbH, die ich gemeinsam mit Prof. Hartmut Wöhlbier (habu), der auch meine Bachelor- und Masterarbeit betreut hat, gegründet habe. Habu, Gründer von Europas größter Automobil Website "Motor-Talk.de", hat schon mehrere erfolgreiche Projekte eigenfinanziert gestartet und kennt sich in diesem Bereich bestens aus.

Im letzten Jahr wurde Zootool außerdem durch das Karl-Steinbuch-Stipendium der MFG-Stiftung Baden-Würrtemberg gefördert, das uns bei der Entwicklung sehr geholfen hat.

Für die Zukunft gibt es zum einen Pläne für zielgruppenspezifische Werbung auf der Seite und diverse Überlegungen zu bezahlten "Pro-Accounts".

Sie sind zur Zeit Dozent an der Hochschule Mannheim. Wollen Sie sich später mal vollends auf das Unternehmertum konzentrieren? Oder ist das quasi nur ein Zeitvertreib?

Allgeier: Für mich ist die 3er-Kombination aus ganz normalen Kundenaufträgen, Unterricht an der HS Mannheim und der Arbeit an Zootool im Moment die ideale Mischung. In allen drei Bereichen lassen sich extrem gut Erfahrungen sammeln und verbinden und ich sehe keines der drei Bereich als Zeitvertreib. Ich mag es im positiven Sinn "mehrgleisig" zu fahren, mich nicht auf eine Sache zu versteifen und im schlimmsten Fall damit eine Bruchlandung hinzulegen.

Können wir also auf weitere Projekte von Ihnen gespannt sein?

Allgeier: Im Moment steht Zootool im Vordergrund, aber Sie dürfen auf jeden Fall noch auf viele Neuerungen bei Zootool gespannt sein.

Vielen Dank für das Interview!

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