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07.05.10

Start-ups international

Interessante Start-up-Ideen aus England, den USA und Estland

Diesmal nicht aus Bayern sondern aus England, den USA und Estland kommen die Auslands-Start-ups dieser Woche. Doch warum haben wir sie ausgewählt? Eines, weil es zwei Ansätze des Social Webs geschickt miteinander verknüpft. Eines, weil es eine technologische Neuerung bringt, die eine ganze Entwicklungs-Sparte auf den Kopf stellt und ein drittes, weil es sich eine menschliche Schwäche zu Nutze macht, nämlich die, alles was süß ist, niedlich zu finden.

kratid.com -Monsterkratid.com -Monster

Made in England

made.com - Wer noch nichts von Crowdfunding gehört hat, hat einen Trend verpasst, der sich gerade Mühe gibt, nachhaltig im Internet Fuß zu fassen. Nicht nur kiva, ein Service, der Minikredite an Drittewelt-Start-ups vermittelt, kann man in diesen Kreis einordnen, auch growvc, über die wir bereits an dieser Stelle berichtet haben, hat sich dem Investment der Vielen verschrieben. Dass man Crowdfunding nicht nur mit Aussicht auf Gewinn oder um etwas Gutes zu tun einsetzen kann, sondern auch im E-Commerce, demonstriert uns das Londoner Start-up made.com. made.com ist im Grunde ein Online-Shop, bei dem man Dinge bestellt, die es noch gar nicht gibt. Oder nur als Prototyp. Sollten nun genügend Vorbestellungen für das ein oder andere Produkt zusammenkommen, geht die Order an den Produzenten, dieses Produkt tatsächlich in der verlangten Stückzahl zu fertigen. Damit verfolgt dieses Konzept nicht nur das Thema Crowdfunding, sondern ebenfalls das Konzept Crowd-Buying, wie es beispielsweise Groupon praktiziert. Somit darf der Kunde mit gleich zwei Vorteilen rechnen: Er bekommt ein Produkt, ganz nach seinem Geschmack und er bekommt es zu einem niedrigen Preis.
Potential: Es ist fantastisch anzusehen, wie kreativ die Betreiber im Kombinieren unterschiedlicher Geschäftsmodelle umgehen. Und noch schöner ist es zu sehen, wie professionell made.com umgesetzt ist. Die Website ist schmuck und die Kommunikationslinie kommt klar heraus. Das Logo ist nicht zu aufdringlich und der Flair des Exklusiven, aber nicht zu teuren, wird durch die Gestaltung deutlich transportiert. Bisher beschränkt sich die Produktpalette hauptsächlich auf Einrichtungs-Gegenstände, doch das Modell ist mehr als skalierbar. Kleidung? Filme? Auto-Sondereditionen? - Im Grunde ist fast jedes Konsumprodukt im Rahmen dieses Konzepts vorstellbar. Wer in Deutschland nach einem Pendant sucht, wird wohl erst einmal nicht fündig. Bei genauerem Hinsehen könnte man aber design2desire ein ähnliches Konzept unterstellen.

Mobile für alle

rhomobile.com - Da hat rhomobile aber ein schönes Ei gelegt. Ein richtig großes, mitten ins Mobile-Business, genau zur richtigen Zeit. Der Service, den rhomobile anbietet, ist einer, wie ihn sich eigentlich nur Informatiker ausdenken können: Das Unternehmen entwickelte ein OpenSource-Framework, also eine Art erleichterte Entwicklungs-Plattform fürs mobile Anwendungen. Der Trick dabei ist: Wenn man seine App mit diesem Framework entwickelt, dann muss man sie nur noch einmal schreiben - und sie wird für alle gängigen mobilen Betriebssysteme ausgespielt. Also kein entwickeln für Android, iPhoneOS und Windows Mobile mehr, sondern einmal für alle. Im Zusammenhang mit diesem Kernkonzept bietet rhomobile nicht nur Rhodes, sondern auch RhoSync, einen Synchronisationsdienst, der dafür sorgt, dass Online-Daten immer aktuell auf dem Handheld auch lokal zur Verfügung stehen. Weiterhin entwickelten die Kalifornier RhoHub, eine Software-as-a-Service-Lösung, die es Entwicklern erlaubt ihre mobile-Apps auf einer Netz-Plattform zu entwickeln.
Potential: Das Service-Portfolio dieses Start-ups setzt einen neuen Standard bei der Entwicklung von mobilen Applikationen. Denn wer will schon vier Apps entwickeln, wenn er es nur einmal tun muss? Davon abgesehen, dass der Inhalt dieses Start-ups absolut stimmig und einschneidend ist, auch das drumherum ist vorbildlich gelöst. Mit dem Marken-Partikel "Rho", was auch durch ein griechisches rho grafisch umgesetzt ist, hat sich die Firma ein flexibles und markantes Corporate-Identity-Element geschaffen, was auch konsequent eingesetzt wird. Alles in allem, eine sehr gelungene Kiste, die als Musterbeispiel für andere Start-up-Gründungen herhalten kann.

Nur 48 Stunden

Kratid.com - Vor kurzem noch berichteten wir über das Garage48-Start-up-Event in Tallinn/Estland. Dort galt es, innerhalb von 48 Stunden, ein eigenes Start-up an den Start zu bringen, was sechzehn Teams auch gelang. Eines davon möchten wir heute hier vorstellen. Kratid ist im Grunde ein Tamagotchi im Internet. Man kann es sich zuerst im "Laboratoorium" erschaffen, wo man es aus verschiedenen Elementen zusammensetzt. Danach sollte man es dann langsam aufpeppeln. Hat man genug virtuellen Spaß mit seinem kleinen drolligen Ding gehabt, so kann man es schließlich auch ganz in echt bestellen. Dazu lassen die Esten den Monster-Entwurf anfertigen und schicken ihn dem Besitzer zu.
Potential: Wer denkt, nur mit "disruptiven und hugen" Webanwendungen kann man Geld machen, der hat die Niedlichkeit nicht auf seiner Rechnung. Denn es gibt viel mehr Menschen auf der Welt, die etwas niedlich finden und dafür Geld ausgeben, als Menschen, die zum Beispiel Web-Applikationen erzeugen. Und Kratid hat, bis auf die Tatsache, dass das Ding bisher nur in Estland funktioniert, einen etwas harten Namen hat und noch im Beta-Status ist, alles richtig gemacht. Die Website macht einen guten Eindruck und das Geschäft lässt sich mit ein wenig Fantasie durchaus noch ausbauen. Bravo. Das kleine Tier im Titelbild ist übrigens das von uns erzeugte förderland-Kratid. Nun, mal schauen, ob der Shop schon funktioniert.

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