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25.08.09Kommentieren

Interview mit Sarik Weber, cellity

“Insgesamt sind unsere Produkte bis zum Verkauf an Nokia weltweit fast 10 Millionen Mal heruntergeladen worden”

cellity und Nokia einigen sich auf Übernahme – mit dieser Schlagzeile sorgte das 2006 grgründete Hamburger Start-up im Juli diesen Jahres für Aufsehen. Im Interview mit förderland erklärt Gründer Sarik Weber die Hintergründe des Deals, erläutert die sich ergebenden Chancen und kündigt an gemeinsam mit Nokia etwas wirklich Großartiges zu entwickeln.

Das cellity-TeamDas cellity-Team

förderland: Guten Tag Herr Weber! Vor etwa zwei Jahren berichteten Sie uns über Ihr Start-up cellitiy, welches eine Software zum billigeren Telefonieren mit dem Handy entwickelte. Kürzlich erst wurden Sie von Nokia übernommen, erzählen Sie uns dennoch, was es für Veränderungen in den letzten zwei Jahren bei cellity gab!

Sarik Weber: Wir haben mit unserem ersten Produkt, einer intelligenten Software, die automatisch bei jedem call vom Handy günstigere Verbindungen prüft und wählt, eine Neuheit entwickelt, die es bis zu diesem Zeitpunkt nicht gab. Hinzu kamen dann weitere eigenentwickelte Software-Produkte, mit denen unsere Nutzer viel Geld gespart haben, wie freeSMS und mobile E-Mail für fast jedes Handy. Unser cellity Communicator bündelt diese Produkte und bietet zusätzlich ein schlaues Adressbuch 2.0, mit dem der Nutzer seine Kontaktdaten aus allen relevanten Quellen sinnvoll zusammenführen kann. Insgesamt sind unsere Produkte bis zum Verkauf an Nokia weltweit fast 10 Millionen Mal heruntergeladen worden.

Es hat sich einiges getan in der Zwischenzeit: Kosten für Auslandsgespräche wurden gesetzlich limitiert, Telefon-Flatrates werden zuhauf angeboten. Wie hatten Sie sich diesen Umständen angepasst?

Weber: Durch die kontinuierliche Erweiterung unserer Produkte haben wir unseren Nutzern zusätzliche Vorteile geboten, die über den reinen Spareffekt weit hinausgehen. Damit haben wir auch neue Businessmodelle entwickelt, die uns unabhängiger gemacht haben vom reinen Geschäft mit Telefonminuten.

Die Zeichen der Zeit stehen immer mehr auf Mobile Internet – ein Markt, in dem Sie ja bereits einige Erfahrung haben sammeln können. Werden Sie und Ihr Team sich auch in Zukunft in diesem Sektor engagieren?

Weber: Unser Team arbeitet seit vielen Jahren hervorragend zusammen und beherrscht fast alles, was im Bereich Mobile Internet zählt oder in Zukunft wichtig wird. Daher ist es nur folgerichtig, dass wir uns bei Nokia in diesem Sektor engagieren werden.

Wie wollten Sie den Service freeSMS eigentlich refinanzieren? Hatten Sie da schon Modelle entwickelt?

Weber: Unser Produkt cellity freeSMS haben wir kostenfrei zum Download angeboten. Dies hat zu einer schnellen weltweiten Verbreitung unserer Produkte erheblich beigetragen. Die Refinanzierung erfolgte über die neuen Produkte wie unseren cellity Communicator.

Für den cellity-Service waren ständig komplexe Probleme zu lösen: Leitungen mussten gemietet werden, die Stabilität des entstehenden Netzes musste gewährleistet werden, die Vermittlung musste klappen: Wie war das Verhältnis von Kosten zu Nutzen? Verdienten Sie schon Geld mit cellity?

Weber: Bis heute erhalten wir ein komplexes call back System aufrecht, mit deren Hilfe unsere Nutzer günstig mit fast der gesamten Welt in exzellenter Sprachqualität kommunizieren können. Mithilfe unserer neuen Produkte und daran gebundene Premium Services hätten wir die Gewinnschwelle im kommenden Jahr erreicht.

Sie profitierten davon, dass freeSMS zumindest, ein Selbstläufer war. Werbung muss kaum gemacht werden, die Anwendung ist mittlerweile auf jeder Website mit Mobile-Utilities zu finden. Wie sieht es aber mit der cellity-Anwendung aus? Was taten Sie, um den Service zu promoten?

Weber: Nach Launch unseres neuen cellity Communicators Ende vergangenen Jahres haben wir uns vollständig auf dieses Produkt fokussiert. Besonders das Feature Adressbuch 2.0 hat sehr breite Akzeptanz gefunden, vor allem auch durch Weiterempfehlung unserer Nutzer.

Im letzten Interview erwähnten Sie Pläne strategische Partner mit ins Boot zu holen. Wer ist unterwegs alles hinzugestiegen?

Weber: Wir haben eine Reihe von sehr erfolgreichen strategischen Partnerschaften geschlossen, wie z. B. mit E-Plus, Simyo und Blau.de. Zuletzt sind weitere starke Partner hinzugekommen, wie Telegate, Qype und Skyfire. Wir bedanken uns bei allen unseren Partnern für die hervorragende Zusammenarbeit.

Mit dem cellity-communicator haben Sie ein Tool entwickelt, welches sämtliche modernen Kommunikations-Stränge in einer Anwendung gebündelt werden: Microblogging- und E-Mail-Konten, Social Network-Feeds und klassische SMS. Wie waren die Downloadzahlen und wie verdienten Sie an der Software?

Weber: Unser Hauptprodukt hat Downloads im siebenstelligen Bereich generiert. Das Geschäftsmodell basiert auf Transaktionen im Bereich Minuten und SMS sowie Werbung. Zusätzlich waren werbefreie kostenpflichtige Premium Services geplant.

Zum Abschluss, erzählen Sie uns doch, wie sich der Nokia-Deal angebahnt hat, wie viel für das Gründerteam dabei heraussprang und wie es mit cellity weitergeht. Auf Ihrer Website steht, dass Sie „den Service langsam herunterfahren“. Wird es die cellity-Anwendungen bald nicht mehr geben? Was war dann der Sinn des Deals?

Weber: Wir haben im Rahmen der Ausweitung unserer strategischen Partnerschaften mit mehreren großen Stakeholdern im Mobile Space verhandelt. Bei Nokia haben sich daraus die Verkaufsgespräche ergeben, die zu einem für beide Seiten erfolgreichen Abschluss geführt haben. Wir sind gemeinsam mit Nokia überein gekommen, unseren derzeitigen Service bis Ende September diesen Jahres einzustellen. Wir freuen uns darauf, gemeinsam mit Nokia etwas wirklich Großartiges neu zu entwickeln. Lassen Sie sich einfach überraschen!

Vielen Dank fürs Interview!

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