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13.01.11Leser-Kommentar

Auf zum Trend!

inkubato-Erfolg lässt Crowdfunding auch hierzulande Realität werden

"Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit", wusste Karl Valentin zu sagen und was viel Arbeit macht, kostet meist auch viel Geld. Aus diesem Grunde entstand in Berlin eine Crowdfunding-Plattform für kulturelle Projekte, die auf den Namen inkubato hört. Vorgestern nun konnte das Start-up seinen ersten Großerfolg vermelden, eine Filmfinanzierung über 27.000 Euro. Und damit beweist das Projekt nicht nur, dass es als Geldeintreiber taugt, sondern auch als Social-Media-Multiplikator.

Tagtäglich geben TV-Konsumenten Zehn-, wenn nicht sogar Hunderttausende aus, nur weil sie wollen, dass dieser oder jener Teenie bei bei Popstars weiterkommt oder die nächste Runde des Dschungelcamps übersteht. Fröhlich wirft man das Geld den Sendern in den Rachen - während man auf der Crowdfunding-Plattform inkubato sein Kapital für Projekte ausgibt, die sonst nie das Licht der Welt erblicken würden. So auch geschehen beim Dokumentarfilm-Projekt "Bar25". Ganze 27.000 Euro sind von Nöten, um aus dem Rohmaterial der Filmer einen kinotauglichen Film zu schmieden. 27.000 Euro, die keine Bank und keine Filmförderung der Welt je bezahlt hätte. Dabei birgt das Thema durchaus Potential: Ein nunmehr abgerissener Berliner Club an der Spree, in dem das dekadente Hauptstadtflair von der Partymeute in burlesquer, scheinbar unmoralischer Endzeitmanier gelebt wurde, dient als Kulisse, die popkulturellen Errungenschaften seiner Zeit zu dokumentieren (Trailer). Ein Konzept, was bereits bei etlichen Dokumentationen über das Studio 54 als erprobt anzusehen ist.

Aus Mangel an Finanzierungs-Alternativen wagten die "Bar 25"-Filmemacher (hier im Interview) den Schritt auf das eigene Publikum zu und stellten das Filmprojekt auf inkubato ein. Diese Plattform dient als Basis für unterfinanzierte Kulturprojekte, die auf Klein-Mäzenen hoffen, die durch geringe, doch zahlreiche Beträge den Machern eine finanzielle Basis liefern. Doch es kam ein wenig anders als gedacht - nicht nur 5-Euro-Krümel wurden dem Projekt gutgeschrieben, sondern handfeste 500 bis 1000-Euro-Kuchen füllten das "Bar 25"-Konto innerhalb von nur zehn Wochen. Und dabei profitierte das Filmteam nicht nur von dem spontan entstandenen Budget, sondern fand ganz nebenbei auch noch eine treue und interessierte Community, die alles dafür tun wird, dass dieser Film auch ein Erfolg wird. Somit folgt das "Crowdfunding" dem Erfolg des "Crowdsourcing" - auch hier sucht man oft nicht nur die Arbeitskraft, sondern auch die Aufmerksamkeit der Vielen.

Doch warum schenkt man Geld, damit ein anderer seinen Traum verwirklichen kann? Die Motive sind sicherlich unterschiedlich: Geltungssucht, Nächstenliebe, Anerkennung, Interesse am Thema ... egal aus welchem Antrieb heraus - das Konzept scheint zu funktionieren. Was in früheren Zeitaltern Fürsten, reichen Bürgern oder wohlhabenden Handwerks-Gilden vorbehalten war - nämlich das Mäzenentum - wird im demokratischen Zeitalter dementsprechend auf viele Schultern verteilt. Und eine Anerkennung gibt es entsprechend auch für die inkubato-Unterstützer: Ob im Vor- oder Nachspann erwähnt oder mit einem signierten Exemplar bedacht - der Unterstützer bekommt stets eine kleine Trophäe, die sein finanzielles Engagement dokumentiert. Ob inkubato der Wegbereiter für ein Crowdfunding auch für Start-up-Projekte sein kann - das wird sich in nächster Zeit herausstellen. Noch fehlt ein entsprechendes Projekt auf den Landkarten des Gründertums.

Kommentare

  • Hannes

    17.01.11 (09:02:42)

    Den letzten Absatz finde ich pers?nlich wohl am interessantesten. Das Konzept f?r die Kunst ist doch ideal auf junge Gr?nderteams ?bertragbar. Quasi eine ideale Plattform um preisg?nstig an Startkapital zu kommen.

    Allerdings sollte man einen Faktor nicht vergessen. Viele Gr?nder haben fast panische Angst ihre Idee und ihr Konzept in die ?ffentlichkeit zu bringen. Vermutlich mehr aus Angst an Copycats als vor Furcht an Kritik.

    Dennoch d?rfte dieses Verhalten die Gr?ndungen mit einer schlechteren Idee und einem schlechteren Netzwerk deutlich unterst?tzen.

    Also wann lesen wir eine Meldung zum Start des Inkubators? :)

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