<< Themensammlung Gründung

Aktuelle News für Gründer Selbstständige und Unternehmer

23.07.09Kommentieren

Interview mit Alf Brünn, parkteam.de

"... in diesem Jahr einen Netto-Umsatz von mehr als einer Million Euro"

Alf Brünn von Parkteam hat mit "parkscout.de" einen Platzhirsch geschaffen, um den keiner herumkommt, der sich im Web über Freizeitparks informieren will. Doch auf dem Erfolg der Seite hat sich das Team nicht ausgeruht, sondern weitere Projekte in Angriff genommen. Werfen wir doch im Interview mit Alf Brünn einen Blick auf das Unternehmen und darauf, wie es sich in den letzten zwei Jahren gemacht hat.

Alf Brünn, parkteam.deAlf Brünn von parkteam.de.

förderland: Guten Tag Herr Brünn, zwei Jahre sind ins Land gezogen, seitdem wir Sie das letzte Mal zu Ihren Projekten interviewt haben. Damals aktuell: parkscout.de, e64.de und Comwat. Was ist aus den drei Unternehmungen geworden?

Alf Brünn: Während unser Zugpferd parkscout.de sich weiterentwickelt hat und deutliche Steigerungen bei Besuchern und Umsatz verzeichnet, kämpfen die anderen beiden von Ihnen erwähnten Seiten mit einem eher linearen Anstieg der Besucher. Dieser ist bei e64 allerdings erheblich stärker als bei Comwat. Das liegt wahrscheinlich daran, dass die dort verwendete Technik im deutschen Raum nach wie vor einzigartig ist. Leider bekommen wir diese Technik, also den Teil des Konzepts, welches e64 von anderen Kontaktportalen unterscheidet, dem Besucher aber noch nicht richtig vermittelt, was sowohl den endgültigen Durchbruch als auch eine Vermarktung der Seite erschwert.

Comwat sehen wir im Nachhinein als etwas unausgereiften Schnellschuss, um mit einer Idee möglichst vor einer möglichen Konkurrenz auf dem Markt zu sein. Tatsächlich gibt es aber bisher keinerlei Möglichkeiten, darauf irgendein profitables Geschäftsmodell zu errichten. Da wir aber ein paar Hundert wiederkehrende Stamm-User haben, die Nutzen aus Comwat ziehen, und die Pflege und Kosten der Seite nicht wirklich jemandem wehtun, lassen wir sie vorerst online.

Für uns war dies alles ein Zeichen, uns künftig verstärkt auf unser Kerngeschäft Freizeit und Reisen zu konzentrieren. In diesem Bereich, inklusive der angegliederten Logistik, werden wir in diesem Jahr einen Netto-Umsatz von mehr als einer Million Euro und wie schon in den letzten sechs Jahren ein positives Ergebnis erreichen. Diese Zahlen sehen wir für ein Unternehmen - welches nur von den Gründern, ohne Fremdkapital, finanziert wurde - als ein durchaus akzeptables Ergebnis.

Sie hatten uns vor zwei Jahren von weiteren Projekten erzählt, aber noch nichts Genaues verraten. Was kam noch nach Comwat?

Brünn: Wie bereits erwähnt, haben wir uns wieder auf unser Kerngeschäft Freizeit und Reisen konzentriert und im Sommer 2008 mit Freizeitstars.de eine sinnvolle Ergänzung zu Parkscout gelauncht. Wo Parkscout als Online-Magazin und Verzeichnis für Freizeitparks, Erlebnisbäder, Zoos und Ferienparks weltweit sich in der Tiefe des Themas positioniert, geht Freizeitstars.de mehr in die Breite und bietet Infos und Bewertungen zu Ausflugszielen aller Art in Deutschland an. Unsere jahrelange Erfahrung in der Vermarktung und Produktentwicklung von Parkscout kam uns dabei sehr zugute; auch die Besucherzahlen von Freizeitstars wachsen überproportional schnell. Durch Weiterentwicklungen an anderen Stellen, z. B. unserer Versandlogistik und unseres eigenen CMS, sind wir mit anderen geplanten Projekten etwas im Verzug; dieses Jahr wird es aber noch zwei Neuzugänge in unserem Portfolio geben.

Neues schaffen ist eine Sache, aber ein Geschäftsmodell effizient ausbauen eine andere. Was haben Sie getan um Parkscout, ihr Prestige-Projekt, noch einträglicher zu machen?

Brünn: Der Freizeitpark-Markt in Deutschland ist mit jährlich 20 Mio. Besuchern bei ca. 100 Freizeitparks recht überschaubar. Wir haben Parkscout in den sieben Jahren erfolgreich als Mittler zwischen den Parks und ihren Besuchern etabliert. Wichtigste Stichwörter hier: Seriosität und Kontinuität. Parks, Besuchern und Geschäftspartnern geben diese beiden Eigenschaften die Sicherheit, die man bei E-Commerce und Vermarktung nun mal braucht. Ein Beispiel dafür ist, dass nicht nur die Parks selbst, sondern auch "Stiftung Warentest", den jährlichen Parkscout-Award als wichtigsten Preis der Branche sehen.

Die Produktpalette der Parkscout-eigenen Leistungen wurde in den letzten zwei Jahren, unter anderem durch die T-Shirt-Reihe "Montana Russa", erheblich erweitert, wodurch natürlich weiterer Umsatz generiert wird. Darüber hinaus werden in diesem Jahr einige weitere Produkte, die sich vorrangig an Geschäftspartner wenden, das Licht der Welt erblicken.

2007 hat Ihr Unternehmen Parkteam 10 Mitarbeiter gezählt. Wie viele sind es heute? Was hat sich strukturell in Ihrem Unternehmen getan?

Brünn: Unser Mitarbeiterstamm hat sich nicht wesentlich verändert; ab September dürfen wir allerdings unseren ersten Auszubildenden zum Mediengestalter im Team begrüßen. Anfang des Jahres zog unsere Technik und unsere Redaktion von Wuppertal nach Bonn um – in den neuen Räumlichkeiten haben wir deutlich mehr Spielraum für Personal. Auch unser Logistik-Center in Rödelsee bei Würzburg wurde ausgebaut und bietet nun viel mehr Platz für die hier notwendigen Erweiterungen. Aber hier drängt uns nichts, Qualität bringt langfristig deutlich mehr als Quantität.

Welche Communitys oder Webseiten suchen Sie persönlich regelmäßig auf und warum?

Brünn: Ich bin zur Zeit ein Fan von Twitter, wobei ich – wie wohl viele – noch nicht wirklich weiß, warum und wie lange das bei mir noch anhält. In meinem Team halten sich ansonsten die Klassiker wie myspace, last.fm, Xing oder Facebook. Natürlich schauen wir aber bei neuen Ideen mal vorbei, allerdings werden es Webseiten ohne echtes Geschäftsmodell auch im Web 2.0 aus unserer Sicht in nächster Zeit ziemlich schwer haben.

Zum Abschluss - an welchem Web 2.0-Trend sind Sie derzeit am meisten interessiert? Wo könnten Sie sich ein zukünftiges Engagement vorstellen?

Brünn: Mit Trends ist das so eine Sache. Wenn man sich den Web 2.0-Markt der Vergangenheit so anschaut, ist eine Sache klar: Mit Trends verdient man kein Geld. Bestenfalls damit, einen Trend zu setzen. Ein künftiges Engagement wird daher zwar Web 2.0-Technologien verwenden, aber auf deutlich solideren und klassischeren Geschäftsmodellen basieren. Damit versetzt man vielleicht keine Investoren in Extase, sorgt aber für eine nachhaltige Positionierung am Markt – ich bin mir sicher, dass die Parkteam AG auch Web 4.0 noch erleben wird.

Wir bedanken uns recht herzlich für das Interview!

Kommentare

Diesen Beitrag kommentieren:

Die Kommentare können nur zwischen 9 und 16 Uhr
freigeschaltet werden. Wir bitten um Verständnis.

Um Spam zu vermeiden, schreiben Sie bitte die Buchstaben aus diesem Bild in das nebenstehende Formularfeld:

Das könnte Sie auch interessieren

Förderland-Newsletter

Wissen für Gründer und Unternehmer