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30.07.09Leser-Kommentare

Was wurde eigentlich aus ... Qype?

"Im Mai haben wir mit Qype die 10 Millionen Besuchermarke geknackt"

Das Bewertungsportal Qype ist vom Erfolg verwöhnt: Millionen Zugriffe, erfolgreiche Expansion ins Ausland und eine ebenso fleißige wie treue User-Gemeinde kann das Portal auf der Haben-Seite verbuchen. Dass so ein Erfolg nicht von alleine daherkommt und an welchen Schrauben man drehen kann, um die positive Bilanz noch zu steigern, erklärt uns Stephen Taylor, neuer Geschäftsführer von Qype.

Stephen Taylor, Geschäftsführer qypeStephen Taylor, Geschäftsführer qype

förderland: Guten Tag Herr Taylor. Die Zeit ist schnell ins Land gezogen, das letzte Interview mit Ihrem Vorgänger, Herrn Uhrenbacher, ist nun bald zwei Jahre her – Zeit für ein Resümee: Wie ist es Qype in der Zwischenzeit ergangen? Was hat sich getan?

Stephen Taylor: In der letzten Zeit hat sich viel getan: Das Portal wurde einem umfassenden Relaunch unterzogen. Die Farben Oliv/Orange wurden durch eine frische Kombination von Rot/Blau abgelöst. Der neue handschriftlich anmutende Schriftzug demonstriert, was das Portal zu bieten hat: Bewertungen und Empfehlungen von Nutzern für Nutzer. Obwohl die Neuausrichtung anfangs für Aufruhr gesorgt hat, zeigen die steigenden Userzahlen sowie die konstant wachsende Anzahl der Bewertungen, dass die Entscheidung richtig war und die „Qyper“ nicht nur das neue Design, sondern auch die erweiterten Funktionen sehr schätzen. Das Handling der Plattform ist noch einfacher geworden und macht insgesamt mehr Spaß.

Zusätzlich ist die Plattform mit Qype Radar über das iPhone und das Google-Handy nun auch mobil nutzbar. Damit kann man sich nicht nur Restaurants, Museen und Freizeitmöglichkeiten in der näheren Umgebung anzeigen lassen, sondern auch Bewertungen verfassen und Bilder hochladen. So teilen die Qyper noch vor Ort anderen Nutzern mit, ob ihnen das Essen geschmeckt hat oder sie vom Kellner ignoriert wurden.

Kurz zu den Zahlen: Der Zwischenstand vor zwei Jahren sah so aus: 1 Million Nutzer im Monat, 40.000 aktive Autoren, 60.000 Beiträge. Wie haben sich die Zahlen geändert?

Taylor: Im Mai haben wir mit Qype die 10 Millionen Besuchermarke geknackt. Auch die Anzahl der Bewertungen vermehrt sich rasant. Jede Minute entstehen drei neue Beiträge. Damit tragen die User zur beachtlichen Entwicklung des Portals bei. Inzwischen haben über 300.000 aktive Autoren über eine Million Beiträge verfasst. Die kostenfreie Anwendung Qype Radar wurde mehr als 200.000 Mal heruntergeladen.

Ein Geschäftskonzept muss sich nicht nur bei der Gründung beweisen, sondern auch langfristig. Die Zahlen im Businessplan sind oft nur optimistische Schätzungen. Wie steht es um die Erfüllung des Qype-5-Jahresplans?

Taylor: Wir sind sehr zufrieden mit der Entwicklung – sie übertrifft unsere Erwartungen. Während wir im Mai 2009 noch 10 Millionen Unique User hatten, überschritten wir im Juni bereits die 11 Millionen Marke. Damit ist Qype größer und bekannter als wir jemals für möglich gehalten haben. Wir freuen uns speziell über das konstante Wachstum in Deutschland, über die Marktführerschaft in England wie auch in Frankreich sowie über das starke Wachstum in Spanien.

Was wurde technisch und gestalterisch seit dem ersten Qype-Auftritt an der Seite geändert und warum? Was hätten Sie gern "von Anfang an" anders gemacht?

Taylor: Seit dem Relaunch können wir unseren Nutzern eine einfachere Bedienung und bessere Auffindbarkeit der gelisteten Einträge bieten. Der Fokus wurde verstärkt auf die Regionalität gelegt, so dass Anbieter aus den einzelnen Branchen ihre Zielgruppen noch besser erreichen.

Mit der neuen Version wollen wir unsere Nutzer schneller zum Ziel führen und ihre Interaktivität steigern, indem wir ihnen weitere Möglichkeiten der Interaktion und Individualisierung eröffnen. Die User können sich auf der Seite intensiver von den Erfahrungen anderer inspirieren lassen und erfolgreicher selbst nach ihren Lieblingsplätzen suchen.

Ich denke nicht, dass wir etwas Spezielles hätten anderes machen sollen. Alle gesunden Unternehmen wachsen und bauen auf Erfahrungen auf. Unsere Herausforderung ist es, auf unsere Community zu hören und von ihnen zu lernen, um ihre Bedürfnisse zu erkennen und diese als Basis für Innovationen zu nutzen. Wichtig ist dabei, dem Kern des Unternehmens treu zu bleiben. Das ist nicht immer einfach. Wir haben eine sehr aktive und leidenschaftliche Community, die uns seit Jahren begleitet und das Portal in- und auswendig kennt. Unser Ziel ist es, den Wünschen der Nutzer gerecht zu werden, aber auch neue hinzu zu gewinnen.

Was hat sich beim Marketing Ihres Unternehmens getan? Damals haben Sie allein auf Mund-zu-Mund Propaganda und das Medien-Echo gesetzt. Was kam dazu?

Taylor: Wir setzen unsere erfolgreiche Marketingstrategie fort. Diverse Geschäfte werden mit dem Qype-Sticker versorgt. So werden die Gäste darauf hingewiesen, dass sie auf dem Portal die entsprechende Lokalität bewerten und empfehlen können. Untrennbar damit verbunden ist für uns das Word-of-Mouth-Marketing, welches wir genauso bedeutsam wie die Medienarbeit einstufen. Im mobilen Markt werden wir zunehmend präsenter und werden dort unsere Stärke beweisen.

Ist Qype Kooperationen mit anderen Web-Services eingegangen? Wenn ja, warum?

Taylor: Die API ermöglicht es uns, qualitative Kooperationen mit anderen Seiten einzugehen. Dort wird unser Content mit dem auf der jeweiligen Seite sinnvoll verbunden. Beispiele dafür sind: beoble.me, twittagessen.de und maptheq.com.

Außerdem kooperieren wir mit dem neuen digitalen Radioanbieter goomradio. Dieser bietet Radiokanäle, die eigens für Partnerunternehmen entwickelt werden. Das Musikkonzept sowie der journalistische Content werden dabei speziell auf die jeweilige Marke zugeschnitten. Wir haben uns dazu entschieden, weil Musik Lebensgefühl besser vermittelt als jedes andere Medium. Goom Radio ermöglicht uns einen direkten Zugang zu unserer Zielgruppe.

Erzählen Sie uns doch bitte kurz, warum es einen Wechsel in der Geschäftsführung gegeben hat und Sie den Posten von Herrn Uhrenbacher übernommen haben! Was sind Ihre Qualifikationen?

Taylor: Für Stephan Uhrenbacher gaben meine Erfahrung und Fachkomeptenz den Ausschlag für den Positionswechsel. Er war und ist davon überzeugt, dass ich unser schnelles Nutzerwachstum fortsetzen und Produktinnovationen in der lokalen Suche sowie im mobilen Bereich weiter vorantreiben werde. Daher war für ihn der richtige Zeitpunkt für einen Führungswechsel gekommen.

Als besonders relevant hat Stephan Uhrenbacher mein Fachwissen im Bereich User-Generated-Content, meine Erfahrung in der Monetarisierung von Webseiten durch Search-Marketing wie auch in der Geschäftsführung von europaweit tätigen Unternehmen eingeschätzt.

Herr Taylor, berichten Sie uns abschließend von Ihren Zukunftsplänen! Was geschieht mit Qype?

Taylor: Mit Spannung erwarten wir unsere neuen Entwicklungen im mobilen Bereich. Die geosensitive Applikation für das iPhone und die Android-Geräte ist sehr erfolgreich. Die Nutzer können von unterwegs nicht nur Bewertungen lesen sondern auch schreiben und finden, was man zum Beispiel in der näheren Umgebung sucht. Wir prüfen aktuell, was wir dem hinzufügen: vielleicht verstärkte Social Community Elemente oder location-based Promotion-Angebote?

Hinsichtlich unserer offenen API arbeiten wir vermehrt mit Partnern, die die Qype-Inhalte mit ihrem Content verbinden und den Nutzern damit die Möglichkeit bieten, direkt auf der Seite, ohne vorher Qype Radar zu besuchen, Empfehlungen zu lesen und zu schreiben. Mobile Entwicklungen und Partnerschaften werden für die Nutzer zunehmend wichtiger. Welche neuen Angebote wir auch immer hervorbringen, unser Ziel wird es auch in Zukunft sein, die Menschen bei ihrer Entscheidung zu unterstützen welche Lokalität sie besuchen und was sie in ihrer Nachbarschaft nicht verpassen sollten.

Herzlichen Dank für das Interview!

Kommentare

  • Ch. v. de Laak

    31.07.09 (00:26:18)

    Ich lese immer nur von Userzahlen. Wie steht es mit dem Jahresabschluss 2007 oder gar 2008? Davon lese ich nichts mehr.

    Vielleicht k?nnen Sie nebne der Werbung beschreiben wie sich das Unternehmen rein finanziell entwickelt hat. Was hat sich seit 2006 getan?

  • kevin

    05.08.09 (14:24:57)

    Ich bin Student in Kiel, kann mir jemand sagen, wie hoch der Wert von Qype als Portal ist? Was w?rde Qype bei einem Verkauf wohl bekommen?

    Dank Euch f?r Eure Antwort!

  • Martin

    07.08.09 (00:08:49)

    Bei der Frage zum F?nf-Jahres-Plan habe ich auch gedacht, dass es jetzt erst richtig interessant wird. leider nein, kann mich Ch. v. de Laak nur anschlie?en.

  • Sebastian

    15.08.09 (00:29:28)

    Hat sich mal jemand dieses beoble.me da angesehen, von dem Herr Taylor da spricht?
    Sieht ja sehr vielversprechend aus!

  • tom

    04.02.10 (19:18:16)

    qype - design.
    also als usability designer ist das ganze eine echte zumutung. sorry!

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