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21.09.09Kommentieren

Interview mit Lars Smidt, Townster

"Im Grunde soll Townster die Aufgabe des 'besten Freundes' übernehmen"

Der Ausgeh-Tipp-Service Townster hat einen Neustart hingelegt und versucht mit verändertem Konzept und neuem Team den Markt aufzumischen. Ein Markt, der schon von einigen Platzhirschen, wie qype oder Prinz beherrscht wird. förderland hat Mit-Geschäftsführer Lars Smidt einige kritische Fragen über das Konzept gestellt.

Lars Smidt, TownsterLars Smidt, Townster

Guten Tag Herr Smidt, Townster ist wieder im Rennen. Als das Unternehmen im Herbst letzten Jahres an Herrn Schwetje verkauft wurde, wurde es erst einmal ein wenig ruhig um die Plattform. Wann übernahmen Sie das Ruder und wer gehört zum Team? Was sind Ihre Kompetenzen?

Lars Smidt: Seit Anfang des Jahres ist bereits meine Kollegin Dr. Tina Dingel an Bord von Townster. Sie ist verantwortlich für die Bereiche Produkt und IT. Ich selbst habe im Mai angefangen und bin für Marketing&Vertrieb zuständig. Vorher arbeitete ich u. a. bei FriendScout24 und bei dem Twinity Betreiber Metaversum hier in Berlin. Daneben gibt es bei Townster noch einen Head of IT, eine Content Managerin und einen Online Marketing Manager. Weiterhin werden wir von einer Redaktion, Freelancern und Dienstleistern unterstützt. Schwetje Digital als Mehrheitsgesellschafter steht uns beratend zur Seite.

Townster war eine Bewertungsplattform für Freizeitgelegenheiten. Das Konzept hat sich nun leicht gewandelt. Erzählen Sie uns doch, was sich geändert hat und warum!

Smidt: Was bleibt ist die gute Idee, Menschen mit Orten und Orte mit Menschen zu verbinden. So wird man auch bei Townster Gleichgesinnte kennenlernen können, die miteinander Interessen teilen, also z.B. die gleichen Restaurants mögen. Die Registrierung schafft die Möglichkeit, sich mit anderen interessierten Townster Nutzern auszutauschen. Doch Community ist nicht alles. Wir sind davon überzeugt, dass auch viele Gelegenheitsnutzer Townster verwenden werden. Diese Nutzer wollen nicht gleich ein Profil anlegen, sie wollen dennoch leicht auf alle Informationen zugreifen können. Die Erfahrungsberichte von anderen Nutzern werden weiterhin einen wesentlichen Bestandteil von Townster ausmachen. Ebenso wichtig ist uns aber  selbst recherchierter redaktioneller Inhalt, der die Navigation im Großstadtdschungel noch einfacher macht. Mit dieser Mischung wollen wir eine Lücke füllen, die wir im Umfeld als noch unbesetzt ansehen. Im Grunde soll Townster die Aufgabe des „besten Freundes“ übernehmen und Tipps geben, die wirklich zur Person passen.

Dass Townster sich auf Berlin konzentriert, scheint ja eine Art Testballon für das neue Konzept zu sein. Was sind die konkreten Voraussetzungen für eine Expansion auf weitere Städte? Gibt es da etwa eine User-Zahl, die Sie erreichen möchten?

Smidt: Es gibt keine Nutzerzahl, die wir überschreiten müssen. Die Herausforderung besteht darin, zu beweisen, dass das Geschäftsmodell funktioniert. Berlin als größte und dynamischste Metropole in Deutschland ist dafür aus unserer Einschätzung eine sehr geeignete erste Stadt. Eine Expansion findet dann statt, wenn unsere Nutzer Townster gern und wiederkehrend besuchen und auch unsere Vertriebsanstrengungen Früchte tragen.

Was ist das USP von Townster?

Smidt: Der USP besteht in der Kombination von redaktionellen Inhalten, die die eigene Recherche der Nutzer erleichtern, und den authentischen Erfahrungsberichten anderer Nutzer. In Summe erhält man relevante und glaubwürdige Tipps, die das Leben in der Stadt noch interessanter machen und das, ohne auf vielen Seiten einzelne Informationen zusammensuchen zu müssen. Das Ganze dann mithilfe einer intuitiv zu bedienenden Oberfläche.

Auf welchen Kanälen wollen Sie Townster bewerben? So ein Service steht und fällt ja mit dem Umstand, ob er von vielen Menschen genutzt wird.

Smidt: Natürlich werden wir Onlinemaßnahmen ergreifen, da hier kein Medienbruch besteht, um zu www.townster.de zu kommen. Aber wir wollen auch durch PR und Marketingmaßnahmen außerhalb des Internets für die Bekanntheit von Townster sorgen. Was das im Einzelnen sein wird, lassen Sie sich überraschen.

Welche Ideen haben Sie in der Schublade, um mit Townster auch Geld zu verdienen?

Smidt: Townster wird zum einen allen Werbetreibenden die Möglichkeit bieten, Menschen ganz lokal mit Werbung zu erreichen. Zum anderen möchten wir insbesondere kleinen und mittleren Gewerbetreibenden vor Ort die Möglichkeit geben, sehr effizient lokale Werbung bzw. Anzeigen zu schalten. Und zwar dort, wo ihre potentiellen Gäste und Kunden sich aufhalten werden: bei Townster.

Wie wollen Sie die Inhalte für Townster in Zukunft generieren? Gibt es ein redaktionelles Team oder wollen Sie sich darauf verlassen, dass die Veranstalter ihre Veranstaltungen selbständig eintragen?

Smidt: Den Löwenanteil werden unsere Nutzer anderen Gleichgesinnten zur Verfügung stellen, einfach deshalb, weil sie mit Townster viele Menschen erreichen können. Daneben haben wir aber auch Redakteure und freie Mitarbeiter, die für relevante Inhalte sorgen werden. Einige Daten beziehen wir darüber hinaus von speziellen Dienstleistern, die eine Basisabdeckung z.B. mit Veranstaltungsterminen gewährleisten.

Welchen Stellenwert messen Sie dem Marken-/Domainnamen Townster bei? Da sich das Konzept nun ändert, scheinen der Markenname und die User, die man vom ursprünglichen Townster übernehmen wird, die einzigen Konstanten zu sein. Selbst das Design wurde ja einer Überarbeitung unterzogen.

Smidt: Wir freuen uns, dass bereits viele Menschen das bisherige Townster kennen und schätzen gelernt haben und sind davon überzeugt, dass ein Großteil davon auch das neue Townster nutzen wird. Durch die Vergangenheit von Townster sind wir bereits bekannt, das wird unseren Start erleichtern. Der positive SEO-Aspekt einer bestehenden Seite ist dabei natürlich auch zu erwähnen. Wir möchten der Geschichte Townster schnell viele erfolgreiche Kapitel hinzufügen und eine echte Erfolgsstory hervorbringen.

Kann man in Zukunft auch mit einer mobilen Applikation rechnen, um von Townster auch unterwegs zu profitieren?

Smidt: Damit kann man rechnen, was genau der Inhalt sein wird, werden wir dann rechtzeitig vorher bekannt geben.

Herr Smidt, herzlichen Dank für das Interview!

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