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22.10.09Kommentieren

Claus J. Gottburg, IKS GmbH

"Im globalen Wettbewerb sind engagierte Mitarbeiter wichtiger denn je"

Claus J. Gottburg kennt sich aus, wenn es um Kommunikation geht. Was bei anderen oft eine leere Worthülse bleibt, kann der Geschäftsführer der IKS GmbH detailliert und anschaulich erläutern. Folgen Sie Gottburg bei seinen Ausführungen darüber, wie man Mitarbeiter inspiriert, wie man klare Ziele absteckt und wie man seine Mitarbeiter richtig kennenlernt.

Claus J. Gottburg, Geschäftsführer IKS GmbHClaus J. Gottburg, Geschäftsführer IKS GmbH

förderland: Was macht Ihrer Meinung nach einen guten Arbeitgeber aus?

Claus J. Gottburg: Einerseits werden Arbeitgeber noch immer an den klassischen Größen wie festes, verlässliches Einkommen, regelmäßige Einkommenssteigerung, unbefristetes Arbeitsverhältnis und ein sicherer Arbeitsplatz gemessen. Andererseits rücken immer mehr die Soft Skills in den Vordergrund.

So ist z.B. die Zufriedenheit der Mitarbeiter mit der Arbeit und dem Arbeitsumfeld ein wichtiger Indikator für die Attraktivität eines Arbeitgebers. Ein gesundes Betriebsklima fördert das Gemeinschaftsgefühl der „Familie“, d.h. die Identifikation und Integration des einzelnen mit und in der Gemeinschaft des Unternehmens.

Empirisch ist bewiesen, dass zufriedene Mitarbeiter motivierter sind und bessere Leistungen erbringen. Deshalb ist auch im Personalbereich Nachhaltigkeit gefragt. Ein integriertes, leistungsorientiertes aber auch auf Ethik und menschlichen Werten ausgerichtetes langfristiges Personalmanagement-Konzept.

Was tun Sie, um Ihre Mitarbeiter zu motivieren oder bei ihnen gar Begeisterung für die Arbeit zu wecken?

Gottburg: Die Frage allgemein zu beantworten würde bedeuten, Möglichkeiten aufzuzählen; welche tatsächlich zum Erfolg führen, hängt aber vom einzelnen Mitarbeiter und dessen Lebensumständen ab.

Insofern auch meine erste Empfehlung; setzen sie sich als Vorgesetzter mit ihren Mitarbeitern aktiv auseinander und lernen sie sie als Person kennen. Geeignete Maßnahmen sollten grundsätzlich individuell auf den Mitarbeiter zugeschnitten sein.

Weiterhin möchte ich ihnen von einer Unterhaltung mit einem relativ neuen Mitglied der iks Engineering erzählen. Der Mitarbeiter meinte, dass es ganz ungewöhnlich ist, für erbrachte Leistungen gelobt zu werden und nicht das Prinzip „no news is good news“ vorherrscht.  Insofern mein einfachster Tipp: kommunizieren Sie persönliche Wertschätzung, das erhöht das Vertrauen der Mitarbeiter und den Stolz in ihre Arbeit. Es ist für Mitarbeiter wichtig, Erfolge zu erleben und am Erfolg des Unternehmens Teil zu haben.

Im globalen Wettbewerb sind engagierte Mitarbeiter wichtiger denn je. Sie machen den Unterschied, denn sie sind es, die Unternehmensstrategien erfolgreich umsetzen, neue Produkte entwickeln und diese mit exzellenter Kundenorientierung an den Markt bringen. In meiner beruflichen Laufbahn habe ich selbst erfahren, dass gewisse Vorgesetzte mich inspirieren und ungeahnte Kräfte wecken konnten. Insofern glaube ich, dass das Jahrtausend alte Motivationstool Vertrauen heute nicht an Wirkung verloren hat. Worte und Taten dürfen sich nicht widersprechen, um glaubwürdig zu sein. Verknüpft man Vertrauen mit Maßnahmen wie familienfreundliche Anreize, Vertrauensarbeitszeit oder Home-Office, Weiterbildung, etc. führen sie zu einem positiv wahrgenommenen Arbeitsplatz.

Was sind typische Fehler, die bei der Mitarbeiterführung gemacht werden?

Gottburg: Keine Zielvereinbarungen: es ist unumgänglich, messbare Ziele zu definieren und regelmäßige Feedbackgespräche mit Mitarbeitern zu führen. Ausgangsbasis einer jeden Zielvereinbarung ist eine fundierte, schriftliche Mitarbeiterbeurteilung des vergangenen Zeitraums. Entsprechend der bisher gezeigten Leistungsfähigkeit werden neue, individuelle Zielvereinbarungen vereinbart, die auf die Fähigkeiten und die Leistungsstärke des Mitarbeiters abgestimmt sind und ihn nicht über-bzw. unterfordern. Denn beides führt zu seelischem Stress und macht langfristig körperlich krank.

Keine Zeit: nehmen sie sich als Vorgesetzter Zeit für Gespräche, ob Zielvereinbarungen, Berichterstattungen oder Privates. Indirekt vermitteln sie dem Mitarbeiter ihre Wertschätzung. Daher grundsätzlich nicht nach Büroschluss Gespräche führen. Denn die subjektive Einschätzung des Mitarbeiters entscheidet, wie er das Unternehmen und seine Kollegen wahrnimmt.

Keine Kommunikation: Menschen lassen sich durch Visionen bewegen. Erzählen sie immer wieder wohin die Reise geht, teilen sie Sinn und Zweck von Veränderungen mit. Es gilt Vertrauen zu schaffen, die Mitarbeiter emotional zu erreichen und deren Herz zu gewinnen. Nur dann setzen sie ungeahnte Energien frei.

Wie können Jungunternehmer eine gute Kommunikation möglichst frühzeitig in die Unternehmensphilosophie aufnehmen?

Gottburg: Kommunikation ist Bestandteil der Unternehmenskultur und damit der Unternehmensphilosophie; eine gelebte Kultur in Form von Gesprächen auf verschiedenen Ebenen, in Teams und nach innen und außen. Beim Kommunizieren müssen feste Regeln beachtet werden:

  • Berücksichtigen, dass jede Kommunikation sowohl Sach- als auch Beziehungsaspekte beinhaltet.
  • Zuhören und den Anderen verstehen wollen.
  • Die Kommunikation nicht einseitig sondern wechselseitig gestalten.
  • Beachten, dass Kommunikation auch nonverbal (durch Körpersprache) erfolgt.
  • Sich verständlich machen und ausdrücken, wie man etwas empfindet und wahrnimmt.
  • Bei Unklarheiten Fragen stellen und nicht etwas hineininterpretieren oder Dinge unterstellen.
  • Kritik als Ich-Botschaft und nicht als Du-/Sie-Botschaft formulieren.
  • Sich auf wichtige Gespräche vorbereiten (unüberlegte Kommunikation erhöht das Risiko für Konflikte).

Beherrschen sie als Vorgesetzter diese Regeln, können und müssen sie die Einhaltung der Regeln auch bei allen anderen Mitarbeitern für einen kultivierten und respektvollen Umgang einfordern.

Welche drei Tipps würden Sie jungen Gründern und Unternehmern für ihre Mitarbeiterführung mit auf den Weg geben?

Gottburg: Berücksichtigen Sie bei der Arbeitsorganisation die Soft Skills, die Kompetenzen und Neigungen des jeweiligen Mitarbeiters und geben Sie Ihren Mitarbeitern Freiräume / Handlungsspielräume bei der Gestaltung ihrer Aufgaben.

Versuchen Sie ein gutes Betriebsklima zu schaffen. Die beiden Ebenen der arbeitsorientierten und persönlichen Ebene auszubalancieren, dies beinhaltet einen fairen Umgang miteinander. Überprüfen Sie regelmäßig die Wahrnehmung der Rahmenbedingungen wie Arbeitsbedingungen, Arbeitszeiten, Arbeitsinhalte, Kollegen usw., wie werden diese von den Mitarbeitern wahrgenommen.

Ein besonderes Interesse sollte darin liegen, die Leistungsträger eines Unternehmens zu halten. Leistungsträger sind oft Experten und möchten „Partner sein“, Wer im Unternehmen überragende Leistung bringt, wird belohnt. Richten Sie Ihr nachhaltiges Personalmanagement familienfreundlich aus, das heißt bieten Sie Absolventen, jungen Müttern und Vätern und der Zielgruppe 50Plus eine Perspektive in Ihrem Unternehmen und binden sie Ihre Mitarbeiter.

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