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17.05.11Kommentieren

Interview mit Kai Lindemann, YouStartup.de

"Ich habe selbst nach so einem Netzwerk gesucht, um mich als Umsetzer an einem Projekt zu beteiligen"

Eine Community, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, zukünftige Gründer und Ideengeber mit Umsetzern und Finanziers zusammen zu bringen, gab es in dieser Form noch nicht. Bis Kai Lindemann, Gründer von Youstartup, auf die Idee kam, eben jene zu gründen. Wie diese Vernetzungsplattform funktioniert und warum sie Erfolg haben wird, erklärt uns der Gründer heute im Interview.

Kai Lindemann, Gründer von YouStartup.deKai Lindemann, Gründer von YouStartup.de

föderland: Hallo Herr Lindemann, stellen Sie sich doch bitte kurz unseren Lesern vor...

Kai Lindemann: Hallo Förderland! Ich bin 27 Jahre jung, studiere Biologie - mittlerweile im Master of Science - an der Humboldt Universität zu Berlin und arbeite nebenbei als Studentische Hilfskraft im redaktionellen Bereich des "Service Zentrum Forschung" der HU. In meiner Freizeit bin ich begeisterter Segelflieger und, wie der Großteil meiner Generation auch, ziemlich Computer-affin. Was mich antreibt sind eigentlich immer die Fragen: Wie funktioniert das? Und: Kann ich das auch? Das hat mir eine Menge Basiswissen in den unterschiedlichsten Bereichen eingebracht. Ein breiter Überblick ist gut für die Entwicklung von Ideen, aber er reicht meist nicht für die Umsetzung. Genau dieser Umstand hat letztlich zur Entwicklung von YouStartup geführt.

youstartup.de ist eine Internetplattform, auf der zukünftige Gründer ihre Projektidee vorstellen können und nach fähigen Mitstreitern suchen können. Wie funktioniert das konkret?

Lindemann: Das ist eigentlich kein großes Geheimnis. Wie in den bekannten Social-Networks à la Facebook oder StudiVZ erstellt der Interessierte einen Account und ein Profil mit Angaben zur Person, welches andere Mitglieder einsehen können. Als Mitglied der Community kann er nun ein Projekt erstellen, in dem er anderen Mitgliedern seine Idee präsentiert. Projekte sind der Dreh- und Angelpunkt auf YouStartup. Ist jemand vom Inhalt eines Projekts begeistert, kann er beitreten und mit allen anderen Projektmitgliedern auf der internen Projektseite über dessen Ausgestaltung diskutieren. Diese Diskussion kann Community-öffentlich oder nur zwischen den Projektmitgliedern selbst stattfinden. Durch die Möglichkeit "Jobangebote" auszuschreiben und "Events" anzukündigen erhöht sich die Wahrscheinlichkeit passende Mitstreiter zu finden.

Warum sollten Gründungsinteressierte auf der Suche nach einem Team youstartup.de nutzen?

Lindemann: Weil YouStartup projektorientiert ist und viele Funktionen eines Social-Networks bietet. Es ist einer der wenigen Plätze im Internet, an denen man eine Idee, ein Konzept vor und während der Umsetzung präsentieren kann und gleichzeitig Zugriff auf einen interessierten Personenpool erhält, mit dem man sich angemessen vernetzen kann. Wenn YouStartup angenommen wird, tummeln sich bald viele Ideengeber, Umsetzer und Finanziers dort und es entsteht eine einzigartige Bündelung produktiver Kräfte. Es gibt viele Menschen mit einer guten Idee. Es gibt viele gute Umsetzer und viele finanzstarke Investoren. Doch ein Ideengeber braucht den richtigen Umsetzer und den richtigen Investor zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Ohne einen ausgedehnten Freundeskreis oder sehr viel Zeit für Networking bleiben die meisten Ideen deshalb nur vage Vorstellungen. Mit YouStartup soll sich das ändern.

Wie ist die Idee zu diesem Portal entstanden?

Lindemann: Ich habe selbst nach so einem Netzwerk gesucht, um mich als Umsetzer an einem Projekt zu beteiligen. Aber ich fand keines. Anbieter wie z.B. Xing sind hauptsächlich dafür gemacht, bereits bestehenden Firmen zu Synergien zu verhelfen. Startup-Gruppen auf Facebook und StudiVZ sind quasi tot, weil das einzige Netzwerk zwischen den vielen Mitgliedern die Gruppe selbst ist. Man kann sich dort nicht angemessen präsentieren. Die Kooperationsbörse "GiT – Gründen im Team" kam meiner Vorstellung da schon etwas näher. Aber die Seite ist unübersichtlich gestaltet, unpersönlich und man kann viel lesen ohne dabei dem eigentlichen Ziel, der Kooperation, nähergekommen zu sein. Das Fehlen von Möglichkeiten, mich als motivierter, energiegeladener Student in ein Projekt einzubringen – und ich studiere nunmal nicht Wirtschaftsinformatik - hat mich bei der Erstellung von YouStartup angetrieben. Und natürlich wollte ich wissen, wie so etwas funktioniert und ob ich das auch kann. :)

Was war/ ist Ihre Motivation? Wollen Sie mit dem Portal Geld verdienen?

Lindemann: Wie man vielleicht schon beim Anblick der Seite erahnen kann, war die grundsätzliche Motivation nicht mit Geldverdienen verbunden. Es fehlt nämlich der Platz für Werbung. Es ging wie gesagt nur darum, Möglichkeiten zu schaffen, die vorher nicht bestanden. Der eigene Ehrgeiz und das Interesse an der Technik sorgten für die Langzeitmotivation. Das Gute an einer Internetseite ist, dass sie, außer der Zeit für ihre Erstellung, fast nichts kostet. Mit zunehmender Nutzerzahl wird sich das allerdings ändern. Denn dann kommen Kosten für einen professionellen und potenten Hostanbieter hinzu. Mittelfristig werde ich in jedem Fall Werbung schalten müssen. Die Alternative wären private oder öffentliche Investoren. Allerdings möchte ich damit warten, bis sich herausstellt, ob YouStartup überhaupt entsprechend angenommen wird.

In welchem Stadium befindet sich youstartup.de? Sind bereits erste Gründer aktiv?

Lindemann: Ganz am Anfang! Das ist auch der Grund, weshalb ich sehr dankbar für dieses Interview bin. Für einen Erfolg des Konzepts müssen sich viele Startup-Interessierte anmelden. Das heisst für die Community-Pioniere, dass sie ein wenig Geduld im Gepäck haben sollten und es sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten lohnen kann, gleichgesinnte Freunde und Bekannte anzusprechen. Aber sie haben die einmalige Chance, sich durch Kritik und Anregungen an der Entwicklung von YouStartup zu beteiligen und ihre eigenen Bedürfnisse decken zu lassen.

Ihr Portal funktioniert nur, wenn sich auch genügend Gründungsinteressierte dort "tummeln"! Wie wollen Sie also Ihr Portal bekannt machen?

Lindemann: Die erste Stufe ist Präsenz innerhalb der Startup-Szene. Also auf Seiten wie förderland.de, in Social-Networks und bei Businessanbietern wie Xing. Mit großer Wahrscheinlichkeit ergeben sich hier auch Werbekooperationen aufgrund der Themennähe. Haben sich einige Mitglieder eingefunden und sind mögliche Kinderkrankheiten des Systems beseitigt, sollen "externe" Werbepartner in privater oder öffentlicher Hand gewonnen werden. Ich denke dabei z.B. an Werbung im öffentlichen Personennahverkehr. Mithilfe von Investoren oder Fördergeldern können in späteren Stadien schließlich echte Werbekampagnen geplant werden. Aber bisher habe ich noch die Hoffnung, dass das gar nicht nötig wird.

Warum wird youstartup.de zum Erfolg?

Lindemann: Existenzgründungen sind in aller Munde. Ob das nun Christian Rach abends auf RTL bei Chips und Cola ist oder die Politik, die Mittelstand und Eigeninitiative in den Himmel lobt – es gibt ein wachsendes Interesse an Startups und der Umsetzung eigener Ideen. YouStartup deckt hier einen logischen Bedarf: Die gezielte Vernetzung von Menschen mit einem gemeinsamen Interesse an Gründungsprojekten. Das ist bisher nicht gelungen. Und YouStartup arbeitet mit bekannten, bewährten Elementen, die die Nutzung des Portals intuitiv und einfach machen. Außerdem habe ich großes Interesse an konstruktiver Kritik und Anregungen zum Ausbau der Funktionalitäten. Auch mittelfristig gibt es schon viele Pläne zur Erweiterung.

Vielen Dank für das Interview!

Lindemann: Ich bedanke mich für die Möglichkeit, mein sehr frisches Projekt bei Ihnen vorstellen zu dürfen. Das ist keine Selbstverständlichkeit!

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