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29.02.08

Web-TV - Cross the media

Gute Zeiten für TV-Junkies

Die Lieblingsserie verpasst? Kein Problem, die meisten großen Sender bieten ihr TV-Programm auch im Netz an. Hobby-Regisseure können ihre Home-Produktionen in einer der vielen Video-Communitys präsentieren. Das Potential im Bereich Online-TV ist groß und bei Weitem noch nicht ausgeschöpft. Vor allem für Gründer bietet dieser Bereich eine gute Gelegenheit, mit einem innovativen Konzept den Schritt zum eigenen Unternehmen zu wagen.

Das Internet als Übertragungsweg ihrer Formate haben die großen Privaten schon entdeckt: Die ProSiebenSat.1 Media AG schickt maxdome, die RTL interactive GmbH RTL NOW! ins Rennen. Während der User für das Angebot der Online-Videothek maxdome bezahlen muss, ist der Service von RTL NOW! überwiegend kostenlos.

Wer hingegen eher das kulturelle Programm schätzt, der liegt bei Arte+7, dem Netzdienst von Arte, genau richtig. Seit Oktober letzten Jahres ist dort eine Auswahl von Sendungen für sieben Tage kostenlos abrufbar. Auch der Zugriff auf die Mediatheken von ARD und ZDF ist gratis: Viele bereits ausgestrahlte Formate werden dort archiviert, andere Sendungen werden live übertragen. Das Portal der ARD befindet sich allerdings noch im Aufbau. Finanziert wird dieser Online-Service durch Rundfunkgebühren.

Neue Online-Formate auf dem Vormarsch

Doch auch andere Anbieter warten mit neuer Software auf. Im Sommer 2007 gingen Joost und Zattoo an den Start. Der Schweizer Anbieter Zattoo stellt das "normale" TV-Programm einiger Sender mit geringer Zeitverzögerung ins Netz. Bei Joost, zur Zeit noch in der open beta Phase, kann der User zwischen einer immensen Menge an Videos wählen. Allerdings sind die Programminhalte noch ausbaufähig, die Clips zum Teil recht kurz. Ähnlich ist das Konzept von Babelgum, das ebenfalls in einer open beta version verfügbar ist. Die Bandbreite der angebotenen Videos reicht von Lifestyle bis Sport. Die Dienste von Zattoo, Joost und Babelgum sind gratis.

Web-TV als Chance für potentielle Gründer

An dieser Stelle findet sich noch jede Menge Potential für angehende Unternehmer. Zahlreiche Nischen warten darauf, entdeckt und genutzt zu werden. Diese Podcast-Serien machen es vor: Bei Trueman.tv bekommt der User an sieben Tagen in der Woche einen 24-Stunden-Einblick in das Leben Marcels, der seinen gesamten Alltag mit der Kamera festhält. Die Reihe HaltdieKlappe.tv ist nach dem Erfolg der ersten Staffel nun schon in die zweite Runde gestartet. Zu sehen gibt es die Diskussionen des Paares Stefanie Werner und Micky Beisenherz auf allen größeren Videoportalen. Web-TV eröffnet ungeahnte Möglichkeiten und Wege für zukünftige Start-Ups, die sich noch auf der Suche nach der passenden Idee befinden.

Großer Beliebtheit erfreuen sich auch Video-Communitys. YouTube, Clipfish, MyVideo oder sevenload funktionieren alle etwa nach demselben Prinzip. Jeder kann seine Produktionen Marke Eigenbau ins Netz stellen und von den anderen Usern bewerten lassen. Die Fülle der verfügbaren Clips ist riesig. Angehende Popstars hoffen hier ein Karrieresprungbrett zu finden. Für manches Sternchen war der Online-Auftritt tatsächlich der Beginn einer Erfolgsgeschichte, wie für die 14-jährige Mina, die aufgrund eines Clips auf MyVideo einen Plattenvertrag bekam.

Was man benötigt, um seinen Auftritt auf diesen Plattformen zu haben ist nicht viel: Mit einer Basisausstattung kann eigentlich jeder Clips produzieren und in die Rolle des Drehbuchautoren, Regisseurs, Schauspielers oder Sängers schlüpfen. Dieser Aspekt macht die Portale gerade für Gründer in Bezug auf Marketing interessant, denn da verhält es sich analog: Mit verhältnismäßig geringem finanziellen Aufwand kann man relativ viele User erreichen und YouTube und Co. für Werbezwecke nutzen. 

Wird das normale Fernsehen verdrängt?

Das Konsumverhalten der Verbraucher und die Bedeutung des Fernsehens sind im Begriff sich zu verändern. Das Web hat für die meisten mittlerweile eine größere Bedeutung als das Fernsehen erlangt, wie die 25. W3B-Umfrage im Herbst 2007 ergab. Demnach können sich 60,6 Prozent der Befragten vorstellen, aufs Fernsehen zu verzichten, für das Internet trifft dies nur bei 14,9 Prozent zu.

Ersetzen können Portale wie Zattoo oder Joost das Fernsehen mit Sicherheit (noch) nicht. Wenn sie jedoch ihr Angebot vergrößern und bekannter werden, wird es wird nur eine Frage der Zeit sein, bis sich die Fernsehwelt komplett gewandelt hat.

Denkbar ist beispielsweise die Entstehung von Sendern, die ausschließlich fürs Internet produzieren. Die Möglichkeiten sind vielfältig und Web-TV birgt Raum für zahlreiche Nischen, weshalb gerade hier die Start-Ups von morgen ihrer Kreativität freien Lauf lassen sollten.

Podcast-Serien
TruemanTV
HaltdieKlappe.tv

Software
Joost
Zattoo
Babelgum

Portale von Fernsehsendern
ARD Mediathek
ZDF Mediathek
maxdome
RTL NOW!                                   
arte+7

Video-Communitys
Clipfish
Youtube
MyVideo
sevenload

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