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29.07.12Kommentieren

Gründer ausbilden

Gründerausbildung wichtig wie nie zuvor

Mehr als drei Viertel der Deutschen halten Bildungs- und Weiterbildungsangebote für eine selbständige Tätigkeit für wichtig. Doch die Lücke zwischen Angebot und Nachfrage ist groß: Jeder zweite Deutsche hat Angst ein Unternehmen zu gründen, weil die notwendigen wirtschaftlichen Kenntnisse fehlen. Nur ein Drittel bewertet das Aus- und Weiterbildungsangebot für Unternehmensgründer und Selbständige hierzulande als gut. Passgenaue Bildungsangebote von unternehmerischer und staatlicher Seite werden deshalb immer wichtiger, um die Gründungskultur in Deutschland zu stärken.

Im Bereich der ökonomischen Bildung gibt es hierzulande große Defizite. Jeder vierte Deutsche würde sich gerne selbständig machen – dennoch liegt die Selbständigenquote in Deutschland im europäischen Vergleich seit Jahren mit etwa elf Prozent auf relativ niedrigem Niveau. Das hat der Amway European Entrepreneurship Report herausgefunden. Für die repräsentative Studie, die von dem Entrepreneurship Center der Ludwig-Maximilians-Universität München wissenschaftlich begleitet wurde, wurden über 13.000 Personen ab 14 Jahren in zwölf Ländern zum Thema Selbständigkeit befragt.

Die Deutschen sind gründungswillig – theoretisch

Die Ergebnisse für Deutschland zeigen, dass der Wille zur Selbständigkeit hierzulande da ist. 61 Prozent der Deutschen haben eine positive Einstellung zur Selbständigkeit. Besonders groß ist das Interesse bei jungen Menschen: Zwei Drittel (66 Prozent) der 14-29-Jährigen stehen einer potenziellen Selbständigkeit positiv gegenüber. Kein Wunder, denn: unsichere und befristete Beschäftigungs-verhältnisse nehmen auf dem Arbeitsmarkt immer mehr dazu. Davon sind gerade auch Jüngere betroffen. Deshalb gewinnt die Möglichkeit, sich selbständig zu machen, an Attraktivität. Unabhängigkeit von einem Arbeitgeber ist entsprechend für 55 Prozent aller Befragten des Amway European Entrepreneurship Report auch das Hauptmotiv für den potenziellen Schritt in die Selbständigkeit. Vor der konkreten Umsetzung schrecken jedoch viele zurück. Warum?

Deutsche fühlen sich schlecht auf Selbständigkeit vorbereitet

Der Amway European Entrepreneurship Report deckt auf, dass sich die Deutschen auf die Selbständigkeit schlecht vorbereitet fühlen. Besonders Frauen und junge Menschen sehen sich einer Selbständigkeit nicht gewachsen, obwohl sie ihr positiv gegenüber stehen. Grund ist fehlendes unternehmerisches Wissen: 48 Prozent der Deutschen geben an, aufgrund mangelnder wirtschaftlicher Kenntnisse vor einer Unternehmensgründung zurückzuschrecken. Solange dieses Wissen fehlt, wird das Selbständigkeitspotenzial in Deutschland nur unzureichend ausgeschöpft, wirtschaftliche Chancen werden verschenkt.

Fehlende wirtschaftliche Kenntnisse hemmen Gründungen

Nur 29 Prozent der Deutschen bewerten im Amway European Entrepreneurship Report das bestehende Bildungs- und Weiterbildungsangebot für Selbständige als gut. Dabei ist gerade dieses für eine selbständige Tätigkeit unerlässlich. So fordern 57 Prozent der Befragten mehr staatliche Bildungsangebote für Unternehmensgründer; diese Forderung wird auch von den Befragten unterstützt, die bereits selbständig sind. Damit fühlen sich die Deutschen im europäischen Vergleich am schlechtesten vom Staat informiert, dicht gefolgt von den Spaniern (55 Prozent) und Franzosen (53 Prozent). Die fehlenden wirtschaftlichen Kenntnisse bremsen den Gründerwillen in Deutschland. Auch die weltweit größte Studie zur Selbständigkeit, der Global Entrepreneurship Monitor 2011 (GEM), zeigt: Im Vergleich zu anderen Industrienationen ist Deutschland durch eine geringe Gründungsaktivität gekennzeichnet. 

Forderung nach mehr Informations- und Bildungsangeboten

Um die Gründungsfreudigkeit der Deutschen zu steigern, sind der Staat, die Bildungsinstitutionen und Unternehmen in der Pflicht. Gemeinsam kann es gelingen, ein umfassenderes Bildungs- und Weiterbildungsangebot für Selbständige und Unternehmensgründer zu schaffen und so die Gründungskultur hierzulande nachhaltig zu erneuern.

Da es über Angebote für Berufstätige hinaus gilt, gerade junge Menschen für Unternehmertum zu begeistern und sie auf dem Weg dorthin zu unterstützen, sollten unternehmerische und wirtschaftliche Kenntnisse schon in der Schule vermittelt werden – was bisher noch nicht der Fall ist. Nicht umsonst fordert Andy Goldstein, Geschäftsführer des Entrepreneurship Centers der Ludwig-Maximilians-Universität München, eine bessere Gründerausbildung im deutschen Bildungswesen zu verankern – beginnend mit der Grundschule. So könnte es gelingen, Deutschland wieder zum Unternehmer-Land werden zu lassen.

Autor: Dimitri van den Oever

Geschäftsführer der Amway GmbH
Dimitri van den Oever

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