<< Themensammlung Gründung

Aktuelle News für Gründer Selbstständige und Unternehmer

13.02.13Kommentieren

Interview mit Michael Susan, Geschäftsführer GIZ Köln

"Gründer helfen Gründern"

Das GIZ Gründer- und Innovationszentrum im TechnologiePark Köln unterstützt bereits seit 1986 Gründer mit Beratungsleistungen, günstigen Büroräumen und flexibler Infrastruktur. Jetzt hat das GIZ ein Mentoringprogramm gestartet, das uns GIZ-Geschäftsführer Michael Susan im Interview vorstellt.

Michael Susan, Geschäftsführer GIZ Gründer- und Innovationszentrum im TechnologiePark KölnMichael Susan, Geschäftsführer GIZ Gründer- und Innovationszentrum im TechnologiePark Köln

förderland: Herr Susan, bitte stellen Sie sich und das GIZ doch kurz unseren Lesern vor...

Michael Susan: Wir sind ein branchenoffenes Gründerzentrum mit derzeit rund 50 Start-ups, vor allem aus den Bereichen ITK, Handel, Beratung und aus der Dienstleistungsbranche. Gründern bieten wir umfassende Beratung von Anfang an. Ein sehr wirtschaftliches und multifunktionales Flächenangebot sowie vielfältige Service- und Infrastrukturangebote runden unser Angebot ab. Das GIZ ist in den TechnologiePark Köln integriert. Dieses Umfeld mit rund 300 etablierten Unternehmen eröffnet den Gründern natürlich zusätzlich spannende Synergiepotentiale. Das GIZ wurde bereits 1986 gegründet und hat bislang viele hundert Gründungen am Standort und im gesamten Stadtgebiet Köln begleitet.

Ich selbst bin im Hauptberuf Mitgeschäftsführer der Lammerting Immobilien Gruppe, die neben der Stadt Köln und der Kölner Bank eG auch Gesellschafterin des Gründerzentrums ist. Von daher kann ich natürlich auch sehr viel unternehmerisches Know-how und Erfahrung an die Gründer weitergeben.

Die Geschäftsführung des GIZ, die ich seit 2005 innehabe, und vor allem die Gründerberatung fordern mich zwar zusätzlich, aber es macht sehr viel Freude zu sehen, wie mit unserer Unterstützung junge Unternehmen entstehen und wachsen.

Welche Unterstützung können Start-ups im Gründer- und Innovationszentrum konkret erwarten?

Susan: Das GIZ berät Start-ups kostenfrei in allen Fragen rund um ein Gründungsvorhaben und begleitet die im GIZ ansässigen Unternehmen auch über die eigentliche Startphase hinaus. Die klassische Gründerberatung erfolgt primär durch die GIZ-Berater. Immer dann, wenn es um ganz spezielle Fragen geht, vermitteln wir den Gründer aber auch externe Spezialisten aus unserem Netzwerk.

Mit unserem Seedprogramm, das jetzt schon seit fast sechs Jahren erfolgreich läuft, setzen wir noch viel früher an. Mit einem Seedarbeitsplatz im GIZ können sich Gründungsinteressierte in unternehmerischer Atmosphäre und mit professioneller Beratung sowie den erforderlichen Arbeitsmitteln, auf ihr Gründungsvorhaben konzentriert vorbereiten.

Darüber hinaus können Sie sich natürlich mit anderen Gründern austauschen – ein Riesenvorteil gegenüber einer Vorbereitung zu Hause "im stillen Kämmerlein". Und die Pauschalgebühr für das ganze Paket ist mehr als erschwinglich: 55,00 Euro plus Umsatzsteuer im Monat, einschließlich einem komplett eingerichteten Arbeitsplatz mit EDV, Peripherie, Verbrauchsmaterialien, Telefon- und Internetgebühren.

Vor kurzem haben Sie ein Mentoringprogramm gestartet. Wie genau läuft das ab und wie können Start-ups daran teilnehmen?

Susan: Mit unserem neuen Mentoringprogramm haben wir aufgegriffen, was im GIZ ohnehin Alltag ist: Gründer helfen Gründern. Sei es durch das kurze Gespräch auf dem Flur oder in der Küche oder durch intensiveren Austausch etwa bei einer unserer Veranstaltungen.

Unsere Idee war es, diese gegenseitige Hilfe zu institutionalisieren. Die zunächst fünf erfahrenen Gründer, die wir gefragt haben, ob sie bereit sind, als Mentoren Neugründern Tipps und Tricks aus ihrem Erfahrungsschatz weiterzugeben, waren sofort mit von der Partie. Wir haben dabei bewusst Mentoren aus sehr unterschiedlichen Branchen ausgewählt, um eine große Bandbreite von Fragenstellungen und Probleme abzudecken.

Uns war es ganz wichtig, ein sehr niederschwelliges Zusatzangebot für junge Gründer zu schaffen. Sich Rat bei einem Mentor zu holen ist deshalb ganz einfach: Den passenden Mentor kontaktieren, Termin vereinbaren, sich näher kennenlernen und schon kann das Projekt "Gründer helfen Gründern" starten. Umfang und Art des Mentorings können beide Seiten individuell vereinbaren.

Gibt es bereits ein erstes Feedback für das Mentoringprogramm?

Susan: Das GIZ-Mentoringprogramm ist zwar gerade erst angelaufen, aber schon die ersten Reaktionen sind sehr positiv. Nicht nur, weil die Unterstützung für die Start-ups im GIZ kostenfrei ist. Geschätzt wird vor allem, dass die erfahrenen Gründer sehr authentische und praktische Tipps geben können. Oft sind es ja die gleichen Stolpersteine, die Gründer aus dem Weg räumen werden müssen. Und manchmal ist es ja auch nur die kurze Frage zwischendurch, die beantwortet werden will.

Gründer im GIZ profitieren von einem weit reichenden Netzwerk des Zentrums, heißt es auf Ihrer Website. Welche Kooperationen bestehen? Wie werden die Gründer untereinander vernetzt?

Susan: Die Liste unserer Kooperations-und Netzwerkpartner ist lang. Wir arbeiten u. a. mit dem Verein Neues Unternehmertum Köln e.V. zusammen, mit dem Unternehmerstart Köln, der Wirtschaftsförderung der Stadt, der IHK und Handwerkskammer, den Startercentern und vor allem bei der Finanzierung von Gründungsprojekten ist die Kölner Bank eG, die auch Mitgesellschafter des GIZ ist, oft ein wichtiger Ansprechpartner für die Gründer. Zu unseren Netzwerkpartnern gehören natürlich auch externe Berater und zum Beispiel Patentanwälte. Eine neue Kooperation haben wir zu Beginn des Jahres mit dem gerade aufgebauten regionalen Gründerportal koelngruendet.de gestartet.

Untereinander vernetzen sich die Gründer schon fast automatisch. Es hat sich eine echte "Community" entwickelt. Wir fördern das natürlich, zum Beispiel durch Gründerfrühstücke, gemeinsame Grillfeste und andere Veranstaltungen. Seit kurzem Netzwerken wir übrigens auch im Web 2.0 – seit  Januar ist unser neuer Facebook-Auftritt online.

Im GIZ tummeln sich ja auch viele von der NUK bekannte Start-ups wie BringMeBack und Fuentum ...

Susan: Ja, das liegt auch daran, dass NUK ein ganz wichtiger Netzwerkpartner von uns ist. Wir kooperieren eng und motivieren unsere Gründer, bei NUK mitzumachen. Unsere Gründer Thomas Ott und Christoph Kind haben mit ihrem Lost&Found-Service BringMeBack im letzten Jahr Gründerpreise regelrecht "abgeräumt". Nicht nur den 2. Preis beim NUK-Businessplan Wettbewerb, sondern zum Beispiel auch den Sonderpreis beim NetSTART-Award, um nur zwei Auszeichnungen zu nennen. Es ist einfach ein hervorragendes Geschäftsmodell, das die beiden sehr professionell umsetzen. Aber auch fuentum mit seiner Business Intelligence Software gehörte zu den NUK- Nominees in 2012.

Das sind aber nur zwei von vielen exzellenten Gründungen aus dem GIZ. Auch Martin Beiten und Tobias Modjesch von YOUCOOK haben mit ihrem innovativem Konzept für Schnellgerichte so überzeugt, dass Sie mit der NRW.Bank als Leadinvestor sowie mit Sirius Venture Partners und Business Angels seit kurzem potente Finanzierungspartner gefunden haben und jetzt ihr Geschäft ausbauen können. Ich könnte die Aufzählung fortsetzen. Als Geschäftsführer des GIZ freue ich mich natürlich riesig, wenn unsere Gründer so erfolgreich sind.

Wie wird es mit dem GIZ weitergehen? Sind weitere neue Programme geplant?

Susan: Wir setzen auch künftig auf solide und kontinuierliche Gründerberatung. Mit den Seedarbeitsplätzen und dem Mentoringprojekt haben wir schon zwei Programme, die den Gründern wirklich sehr nutzen. Aber natürlich sind wir gegenüber neuen Ideen, mit denen wir unsere Gründerarbeit weiter verbessern können, immer sehr aufgeschlossen.

Vielen Dank für das Interview!

Kommentare

Diesen Beitrag kommentieren:

Die Kommentare können nur zwischen 9 und 16 Uhr
freigeschaltet werden. Wir bitten um Verständnis.

Um Spam zu vermeiden, schreiben Sie bitte die Buchstaben aus diesem Bild in das nebenstehende Formularfeld:

Das könnte Sie auch interessieren

Förderland-Newsletter

Wissen für Gründer und Unternehmer