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20.08.15Kommentieren

Gründerkultur

Goethe, Schiller, Brecht - oder warum Sie eine Postkarte schicken sollten.

Goethe, Schiller und Brecht: nein, alles keine Gründer. Jedoch sind alle drei kreative Köpfe gewesen - deutsche kreative Köpfe. Die Ideen in unserem Land sprudeln tief - und zwar tief in uns. Leider schaffen es viel zu wenige Ideen an die Oberfläche. Woran liegt das nur? Deutschland ist nicht nur das Land der Künstler und Poeten. Wir leben in einem Land, das eben auch die Verordnung über die Höchstbeträge der steuerlich begünstigten Herstellungskosten von Schutzräumen kennt. 

Die Gründerkultur und Verwirklichung eigener Ideen sind bei uns leider gehemmt. Im Vergleich zu anderen Ländern leben wir in einem Land, das eine der geringsten Gründungsraten hat. Was sind die Gründe dafür? Angst? Fehlender Mut? Fehlendes Kapital? Oder sind wir einfach ideenlos?

Gehen wir der Sache mal auf den Grund: wenn Donald Duck ständig nackt ohne Hose umher läuft, dann stört dies keinen. Wenn er am Strand eine Badehose anzieht, interessiert es auch niemanden – sofern es überhaupt auffällt. Wenn jedoch jemand gründet oder seine Idee Kund tut, dann spitzen alle die Ohren und geben ihren Senf dazu. Jedoch passiert das oft mit einer eher latent pessimistischen Grundhaltung. Wenn das Vorhaben am Ende sogar scheitert, sagen alle: „Siehst Du, ich habe es doch gesagt.“

Doch nicht nur der pessimistische Blick auf das Gründen ist in unserer Gesellschaft weit verbreitet. Gerade das Sicherheitsbedürfnis wird bei uns so groß geschrieben wie die Buchstaben am Satzanfang. Ein sicherer Job und festes Einkommen, mit dem sich der jährliche Sommerurlaub und auch die Jahreskarte des Lieblingsvereins jede Saison sicher bezahlen lässt: jene Gedankenwelt kreiert sich im Kopf vieler Deutscher. Doch woher kommt dieses Denken? Jetzt könnten viele meinen, dass diese Sicht der Dinge eher älteren und konservativeren Generationen zugeschrieben wird. Überraschung: vor allem die oft genannte Generation Y ist mehrheitlich vorsichtiger gegenüber einer Existenzgründung eingestellt. Zwar wird von Vertretern dieser Generationen oft die Unabhängigkeit und das Verwirklichen der eigenen Person gepredigt – doch Gründen ist oft ein zu großes Risiko. Doch genau im Fall des Aufbaus des eigenen Unternehmens kann man so frei sein wie Vögel in der Luft. Sein eigener Chef sein, die eigenen Arbeitszeiten bestimmen, die eigenen Projekte verfolgen. Mehr berufliche Unabhängigkeit geht nicht oder? Ein kleiner Einschub darf dennoch erlaubt sein. Der Aufbau des eigenen Unternehmens bedarf einer zielgerichteten Planung und der Berücksichtigung einer Menge Dinge – gerade im Vorfeld. Viel davon besteht aus unternehmerisch und wirtschaftlicher Gedankengängen und einer entsprechend Wissensbasis. Doch genau diese Basis ist oftmals nicht vorhanden. Viele Unwissende, die die Gründung auf die leichte Schulter nehmen, scheitern. Danach ist dann das Geschrei groß und das typische „Siehst Du, ich habe es Dir doch gesagt“ schallt in den Ohren. Doch genau das lässt sich eben auch verhindern. Wer seinen Traum von heute auf Morgen direkt umsetzen will und denkt er macht seine erste Million innerhalb einer Woche, der verfehlt die Intention des erfolgreichen Gründens. Nochmals der oben genannte Tipp: Vorbereitung beim Gründen ist wie das A und O in der Buchstabensuppe – es darf nicht fehlen, sonst schmeckt es auch nicht. Vielleicht ist eben genau das der Grund für häufiges Scheitern. Vielleicht ist genau das häufige Scheitern auch das, was man immer wieder sieht und mitbekommt. Und vielleicht ist eben das der Grund warum sich keiner mehr traut. Dabei ist Erfolg beim Gründen einer eigenen beruflichen Existenz gar nicht so schwer und risikoreich wie immer alle denken. Bernd hat es geschafft, Anne hat es geschafft und wie Sie lesen: sogar ich habe es gepackt. Auch wenn mein Marmeladenbrot anfangs ebenfalls auf die beschichtete Seite gefallen ist. Aber habe ich es liegen gelassen? Nein. Aufgehoben und weiter gemacht.

Schwenken wir mal von Europa in Richtung Westen. In den USA beispielsweise wird gegründet was das Zeug hält. Viele Ideen, viele umgesetzt, einige gescheitert, wenige erfolgreich – die erfolgreichen Umsetzungen schießen aber durch die Decke: Microsoft, Facebook und Apple als bestens bekannte Beispiele. Die typischen Garagen im Hinterhof als Schmiede von revolutionären Innovationen für die Welt. Die amerikanische Gründerkultur mit dem typischen Trial-and-error-Verfahren ist ein gesellschaftlich tief verankerter Wunsch nach Eigenständigkeit. Das Scheitern vieler Idee wird dort in beruflichen und privaten Gesellschaft nicht belächelt oder verschmäht. Der Versuch und der Glaube an die eigene Innovation und der Mut zur Umsetzung werden dort positiv gesehen. Ich möchte Sie jetzt nicht anstacheln, Ihren Job wegzuwerfen und alle Ideen, die in Ihrem Gehirn Samba tanzen auch auf die Welt zu bringen – doch ein Appell an den eigenen Glauben und auch mal den eignen Mut darf hoffentlich erlaubt sein.

Wer von Ihnen hat denn noch nie davon geträumt, dass Megan Fox das selbstdesignte Kleid auf der OSCAR-Verleihung trägt? (Hier bin ich sicherlich subjektiv beeinflusst) Wer möchte nicht Jason Statham im neuen Action-Blockbuster mit dem selbst erfundenen Hybrid-Schwebe-Panzerwagen auf Verbrecherjagd beobachten? Okay, ich gebe zu, dass dies sehr wilde und ausgefallene Ideen sind – aber: Träumen muss eben erlaubt sein. Das Leben der eigenen Träume muss es erst Recht.

Also seien Sie ein Abenteurer und verfolgen Sie Ihre Träume und Ideen. Überlegen Sie sich Ihre Route zum Ziel und nehmen Sie gerne all die Tipps mit, die sich auf dem Weg bieten. Mein Buch zum Thema Existenzgründung wird zwar nicht jeden starken Seitenwind während ihrer Reise aus den Segeln nehmen können. Jedoch kann es ein zusätzliches Gewicht sein, dass Ihr Schiff ruhiger fahren lässt und sicherer zum Ziel bringt. Über eine Postkarte von Ihrer Trauminsel bei erfolgreicher Ankunft würde ich mich sehr freuen.

Denn: Ahoi ist auch ein Anagramm von #erfolgreichgründen.

Autor: Felix Thönnessen

Gründungsberater und studierter Betriebswirt
Website des Autors
Felix Thönnessen

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