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07.08.08Leser-Kommentare

Interview mit Dirk Maischack, Gagamedia

"Für uns war die Teilnahme am Wettbewerb eine Art Marktforschung"

Zum Unternehmen: Die Grundidee von Gagamedia ist ein Automat, der multimediale Unterhaltungs- und Informationsprodukte für Mobiletelefone vertreibt. Das können beispielsweise Songs, Videos oder auch Städteführer sein. Ideengeber ist Elektrotechnik-Ingenieur Ilja Aßmus, der das Team um den Informatiker Jörn Schmieta sowie die beiden Betriebswirte Manuela Aßmus und Dirk Maischack erweitert hat.

Das Gagamedia-Team bei der Preisverleihung.Das Gagamedia-Team bei der Preisverleihung (von l.n.r.): Dirk Maischack; Ilja Aßmus; Jörn Schmieta.
Bild: Gagamedia

förderland: Herr Maischack, Sie haben mit Gagamedia den zweiten Platz in der Kategorie "service" beim Businessplan-Wettbewerb Berlin-Brandenburg gewonnen. Was hat Sie zur Teilnahme an dem Wettbewerb bewogen?

Maischack: Für uns war die Teilnahme am Businessplan-Wettbewerb eine Art Marktforschung. Das heißt, wir wollten von neutralen und erfahrenen Personen aus den Bereichen Wirtschaft und Finanzen eine Aussage über unser Konzept und dessen Marktchancen erhalten.

förderland: Wie kommt man denn in Zeiten, wo man sich alles im Internet bestellen oder herunterladen kann, auf die Idee, Automaten für digitale Musik, Handy-Spiele und Co. aufzustellen?

Maischack: Die Idee ist durch das mobile Herunterladen entstanden. Konkret hat sich eine Bekannte einen Klingelton auf das Mobiltelefon geladen. Die dafür notwendige GPRS-Verbindung hat die Besitzerin 4,35 Euro gekostet. Hinzu kamen der tatsächliche Produktpreis von 1,50 Euro sowie ein dubioses Monats-Abonnement.

Unsere Inhalte bestehen übrigens nicht nur aus Klingeltönen, sondern auch aus Audio- und Videoguides sowie mobile books. Die werden via Bluetooth versendet, einem kostenlosen Standard. Mit anderen Worten: An unserem Automaten entstehen keine versteckten Zusatzkosten. Der Kunde erhält seine Ware unmittelbar gegen Bezahlung und geht keine weiteren Verpflichtungen ein.

Die transparente Preisgestaltung ist allerdings nur ein Vorzug von mehreren. Hinzu kommt die örtliche Präsenz, durch welche die Automaten Aufmerksamkeit erzielen. Im Gegensatz zum Internet ist hier etwas erlebbar und greifbar. Die Technik ist so konzipiert, dass seine Benutzung Spaß macht. 

förderland: An welche Zielgruppe richtet sich Ihr Angebot?

Maischack: Umfragen haben ergeben, dass sich Vertreter aller Altersgruppen Musik am Automaten wünschen. Hier findet gerade ein Umdenken in Gebrauch und Einsatz von Mobilfunktelefonen satt.

Da die Teenager im multiplen Gebrauch der Telefone und im Einsatz von Bluetooth besonders geübt sind, richtet sich unser derzeitiges Angebot hauptsächlich an diese Zielgruppe.

Mittelfristig jedoch sollen die Automaten Angebote für alle interessierten Handybesitzer anbieten.

förderland: Sind schon Automaten im Einsatz?

Maischack: Derzeit werden fünf Automaten in Berlin und Potsdam betrieben. Zwei davon sind dauerhaft an belebten Einkaufsstraßen aufgestellt. Die anderen drei werden variabel an unterschiedlichen Standorten wie zum Beispiel Bahnhöfen, Kiosken oder Diskotheken eingesetzt. Dadurch wollen wir die bestmöglichen Standorte für die Automaten herausfinden. Schon jetzt können wir sagen, dass die vielen Zugriffe auf unsere Bluetooth-Automaten uns positiv überrascht haben. Mit dieser Resonanz hatten wir zum Start nicht gerechnet.

förderland: Die Aufstellung von Automaten ist nicht unbedingt kostengünstig. Haben Sie sich schon finanzielle Unterstützung gesucht?

Maischack: Wir befinden uns gerade in dieser Phase. Die Geräte sind übrigens so entworfen, dass sie vergleichsweise günstig zu produzieren sind. Das ist ein elementarer Bestandteil unserer Konzeption und für Venture-Capital-Geber hoffentlich sehr interessant.

förderland: Sie haben Gagamedia zu viert ins Leben gerufen. Kannten Sie sich schon vorher? Und was zeichnet Ihr Team aus?

Maischack: Die Gründung steht unmittelbar bevor. Wir kannten uns bereits vor dem Beginn der Zusammenarbeit.

Die zentrale Stärke ist die gute Mischung von Kompetenzen. So können wir in der Startphase viel Know-how selbst stellen.

förderland: Worauf haben Sie beim Teambuilding besonders geachtet? Gibt es Ihrer Ansicht nach grundsätzliche Faktoren, die jedes Gründerteam haben sollte?

Maischack: Bei der Teambildung haben wir versucht, eine gute Mischung der Fähigkeiten zu erzielen. Das ist uns mit dieser Konstellation auch gelungen.

förderland: Was steht jetzt als nächstes auf Ihrer To-Do-Liste?

Maischack: Für eine rasche Expansion nach unseren Maßstäben suchen wir noch interessierte Kapitalgeber sowie geeignete Standorte und Standortpartner. Weiterhin müssen wir unsere digitale Angebotsvielfalt vergrößern.

förderland: Vielen Dank für das Interview.

Kommentare

  • Jo

    07.08.08 (17:21:04)

    Im ersten Moment dachte ich: "Das braucht doch kein Mensch", aber je l?nger ich dar?ber nachdenke, desto besser finde ich die Idee. Nur den Namen Gagamedia find ich nicht ganz so gelungen :-).

    Wo werden denn die n?chsten Automaten aufgestellt? Ich w?rd mir sowas gern mal aus der N?he anschauen :-).

    Viel Erfolg bei der Suche nach Kapitalgebern.

  • Ilja A?mus

    08.08.08 (18:00:35)

    Hallo Jo, in Potsdam steht zum Beispiel am Nauener Tor ein Automat und in Berlin steht ab kommenden Montag u.a. ein Automat im FEZ (An der Wuhlheide 197, 12459 Berlin).
    Ilja A?mus

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