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11.06.14Kommentieren

Interview mit Robert M. Maier, Visual Meta GmbH

Fünf Fragen an Robert M. Maier

links Johannes Schaback, rechts Robert M. Maier

Robert M. Maier gründete 2009 zusammen mit Johannes Schaback die Visual Meta GmbH. Gemeinsam hatten sie die Idee zu LadenZeile.de, einer Produktsuche, die inzwischen in 19 Ländern weltweit verschiedenste Produkte und Angebote einer vielzahl von Online-Shops aus Bereichen wie Mode, Möbel, Sport, Lifestyle und weiteren vereint. Das Unternehmen mit Sitz in Berlin ist Teil der Axel Springer AG und beschäftigt rund 120 Mitarbeiter. Der Unternehmer Robert M. Maier machte 2005 seinen Abschluss als Diplom-Kaufmann an der WHU Vallendar und war bis zur Gründung der Visual Meta GmbH für eine Venture Capital Firma und im Investment Banking von Merrill Lynch tätig.

1. Viele Studenten haben während ihres Studiums geniale Geschäftsideen. Die wenigstens werden tatsächlich umgesetzt. Wie schafft man den Schritt von der Idee zum realisierten Geschäftsmodell?

Unabhängig davon ob die passende Geschäftsidee erst mit 50 oder schon während des Studiums kommt: Am Wichtigsten ist es, den Mut zu haben diese Idee in die Realität umzusetzen. Natürlich wird es immer jemanden im Freundes- oder Bekanntenkreis geben, der es besser wissen möchte – wenn man allerdings an seine eigene Idee glaubt sollte man sich niemals von einem „Das klappt doch nie!“ entmutigen lassen. Genauso wenig bedeutet es allerdings, dass jegliches Feedback abprallen sollte – jedoch bin ich der meinung, dass man die Entscheidung zur Umsetzung nur selbst treffen kan und sollte.

Gerade in der Anfangsphase ist es von Bedeutung, sich durch Rückschläge nicht vom Ziel abbringen zu lassen. Es ist wichtig fehler zu machen und aus diesen zu lernen. Nur so macht man sie kein zweites Mal. Auch die Einstellung zur eigenen Arbeit muss passen. Jeder sollte sich bewusst sein, dass besonders zu Beginn sehr, sehr viel Arbeit investiert werden muss. Aus Erfahrung kann ich sagen, dass dabei ein Händchen für gute Mitarbeiter sehr hilfreich sein kann.

2. Wie viele Teamer braucht es, um eine Idee erfolgreich umsetzen zu können?

Das kann man nicht allgemein beantworten. Viele erfolgreiche Unternehmer sind alleine gestartet aber es gibt auch erfolgreiche Gründerteams, die aus 5 oder mehr Leuten bestehen. Generell denke ich, dass 2 oder 3 Teammitglieder eine gute Voraussetzung sind, um sich gegenseitig zu unterstützen, zu motivieren aber auch kritisch zu hinterfragen.

Des Weiteren hängt die optimale Gründerzahl auch vom Geschäftsfeld und der Idee ab. Man sollte beispielsweise von Beginn an das benötigte Know How an Bord haben wenn man plant ein technisch sehr anspruchsvolles Produkt an den Markt zu bringen. Genauso hilfreich kann es sein, wenn die Gründer unterschiedliche Berufs- und Erfahrungshintergründe mitbringen. Das sorgt für einen wertvollen und Austausch basierend auf unterschiedlichen Perspektiven und Herangehensweisen.

3. Welche Möglichkeiten haben prädestinierte Startup-Gründer an Investoren zu gelangen?

Startup-Gründer haben eine Vielzahl an Möglichkeiten das nötige Startkapital aufzubringen. Gerade für Tech- und Internetstartups hat sich in Städten wie Berlin ein großes Ökosystem entwickelt, zu dem viele Business Angels und VCs gehören. Unter der Voraussetzung bestimmter Bedingungen können Gründer darüber hinaus aich Finanzierungen aus unterschiedlichen staatliche Fördertöpfen für sich in Anspruch nehmen. Ich würde im Zweifel aber immer zu nicht-staatlichen Investoren raten, da hier die Nähe zum Startup eine ganz andere ist. Hinzu kommt, dass die Abstimmungswege meist kürzer und schneller sind und neben dem Finanziellen auch ein sehr wertvoller Wissenstransfer stattfindet.

4. Wie kann ich überprüfen, ob meine Geschäftsidee tatsächlich erfolgsversprechend ist?

Die Umsetzung ist die beste und genauste Kontrolle! Zu den meisten Geschäftsideen gibt es vorab viele Meinungen, die all zu oft auch noch völlig konträr sind. Wie gut die Idee wirklich ankommt kann meist erst hinterher beurteilen. Doch wer zu lange grübelt, findet immer sehr, sehr viele negative Aspekte, die am Ende dazu führen, es gar nicht erst zu versuchen. Wenn jedoch die Frage: „Bietet meine Idee einen hohen Kundennutzen, der ansonsten nicht oder nicht gut erzielt werden kann?“ mit „Ja“ beantwortet werden kann, dann stehen die Chancen gut.

5. Wie genau kamen Sie zu Ihrer Geschäftsidee?

Unternehmerisch tätig zu sein war schon immer ein Wunsch von mir und so konnte ich es mir auch gut vorstellen, selbst zu gründen. Aus diesem Wunsch heraus habe ich mir zusammen mit Investoren (Rocket Internet) diverse Geschäftsideen angesehen. Vor allem nahmen wir Online-Unternehmen aus den USA genauer unter die Lupe und prüften wo es in Deutschland und Europa noch eine Marktlücke gibt. In diesem Zusammenhang haben wir uns dafür entschieden, dass man mit dem Konzept von LadenZeile.de einen Bereich bedienen kann, der international noch viel Wachstumspotential hat. Damit sollten wir Recht behalten. Heute gibt es unseren Service unter den Marken LadenZeile, ShopAlike und Shopalla in insgesamt 19 Ländern. In unserem Berliner Büro beschäftigen wir über 160 Mitarbeiter aus mehr als 23 Nationen. Für mich persönlich war es 2009 also die beste Entscheidung, es einfach zu versuchen!

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