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28.01.14Kommentieren

Familienbewusste Personalpolitik

Flexible Arbeitszeiten und Co. bieten Vorteile für Unternehmen und Mitarbeiter

Für die vielbeschriebene Generation Y ist Arbeit nicht alles. Sie wollen zwar Karriere – aber nicht um jeden Preis. Sich Zeit für Familie und Kinder zu nehmen, ist mindestens ebenso wichtig. Eine familienbewusste Personalpolitik ist gerade für junge Arbeitnehmer ein wichtiges Auswahlkriterium hinsichtlich ihres Arbeitgebers. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels in vielen Branchen müssen sich Unternehmen deshalb mit dem Thema auseinandersetzen. Vor allem kleinere Unternehmen haben Nachholbedarf.

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Die Bedeutung einer familienbewusste Personalpolitik - mit flexiblen Arbeitszeiten, Unternehmens-Kitas und leichtem Wiedereinstieg nach der Elternzeit - ist für die Wahl des Arbeitgebers nicht zu unterschätzen: Laut einer Studie des Marktforschungsinstitut GfK im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Jahr 2012 ist für 91 Prozent der befragten Beschäftigten (zwischen 25 und 39 Jahren mit Kindern unter 18 Jahren) die Vereinbarkeit von Beruf und Familie mindestens ebenso wichtig oder sogar noch wichtiger als das Gehalt. 60 Prozent der 40- bis 49-Jährigen wären bereit, für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf den Job zu wechseln; bei den jüngeren Befragten sind es sogar fast 75 Prozent. Im „Student Survey 2013“ der AoN zu dem 400 Studierende bundesweit befragt wurden, findet man das zentrale Ergebnis bereits auf der Titelseite „Der Generation Y sind Selbstbestimmung und Familie wichtiger als Karriere und Geld“.

Viele Unternehmen haben die Zeichen der Zeit wohl erkannt: Der berufundfamilie-Index, der im Auftrag der berufundfamilie gGmbH – eine Initiative der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung – entwickelt wurde, zeigt, dass das Familienbewusstsein der Unternehmen in Deutschland in den vergangenen fünf Jahren um 6,9 Prozent gestiegen ist. Laut der oben angeführten GfK-Studie sind 95 Prozent der befragten Personalverantwortlichen der Meinung, familienfreundliche Angebote seien für junge Beschäftigte ein wichtiges Kriterium bei der Wahl des Arbeitgebers. Nicht zuletzt will Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) die Bundeswehr aktuell zu einem familienfreundlichen Unternehmen umbauen.

Familienbewusste Personalpolitik hat positiven Auswirkungen auf betriebswirtschaftliche Kennzahlen

Ein Vorteil einer familienbewusste Personalpolitik liegt anhand der obigen Studien auf der Hand: Es ist für solche Unternehmen einfacher Fachkräfte zu rekrutieren und diese an das Unternehmen zu binden. Aber auch darüber hinaus gibt es positiven Effekte auf wesentliche betriebswirtschaftliche Kennzahlen, wie die Befragung zum berufundfamilie-Index zeigt: geringere Fehlzeiten- und niedrigere Krankheitsquoten, seltenere Eigenkündigungen, eine höhere Qualität der Bewerberinnen und Bewerber und außerdem eine im Vergleich zum Durchschnitt höhere Motivation und Produktivität der Mitarbeiter.

Stefan Becker, Geschäftsführer der berufundfamilie gGmbH, stellt fest: „In deutschen Unternehmen werden zunehmend im konstruktiven Miteinander Lösungen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie gefunden. Dieser Dialog zwischen Arbeitgebern und Belegschaft ist auch dringend notwendig, denn nur so können familienbewusste Angebote alle betrieblichen Ebenen durchdringen und sich etablieren.“

Die Entwicklung scheint also positiv. Doch laut LOB, der Zeitschrift für berufstätige Mütter und Väter, haben wissenschaftliche Untersuchungen in den vergangenen Jahren gezeigt, dass je größer das Unternehmen, desto familienfreundlicher die Personalpolitik. Kleinere Betriebe mit bis zu 50 Mitarbeitern hätten in nur etwa sieben Prozent der Fälle eine Vereinbarung zur Familienförderung. Bei Unternehmen mit mehr als 1000 Beschäftigten sei es knapp die Hälfte mit einer solchen Förderung und Chancengleichheit.

Wie sieht es bei Ihnen im Unternehmen mit familienbewusster Personalpolitik aus? Welche Maßnahmen werden bei Ihnen umgesetzt? Wo sehen Sie Nachholbedarf?

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