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14.01.15Kommentieren

Dienstwagen

Firmenfahrzeuge und der Sinn ihrer Nutzung

Nicht immer rechnet sich ein Dienstwagen. Daher sollten Sie sich genau informieren, ob für Sie ein Dienstwagen grundsätzlich Sinn macht und wenn ja, welche Methode der Versteuerung in Ihrem Fall die richtige ist.

Viele Arbeitnehmer müssen im Rahmen ihrer Tätigkeit ein Fahrzeug benutzen, weil  ihre Tätigkeit darin besteht, Kundenbesuche zu unternehmen. So mancher hat auch mit seinem Arbeitgeber eine Vereinbarung getroffen, dass dieser ihm einen Dienstwagen zur Verfügung stellt, weil er eine weite Anfahrt zur Arbeitsstelle hat und auf diesem Weg gleich noch ein paar geschäftliche Termine wahrnehmen kann.

Wie auch immer begründet, werden Dienstwagen in den meisten Fällen auch für die private Nutzung überlassen, weil es einfacher ist und ein eigenes Fahrzeug nicht mehr notwendig ist. Für einen finanziellen Ausgleich sorgt der sogenannte geldwerte Vorteil für die Nutzungsüberlassung. Dieser wird im Rahmen der Lohnsteuer berechnet und kann grundsätzlich nach zwei Methoden ermittelt werden. Das ist einerseits die Listenmethode und anderseits die Fahrtenbuchmethode. Eine Wahlmöglichkeit besteht jedoch nur, wenn das Dienstfahrzeug auch zu 50% dienstlich genutzt wird, darunter zählt es lediglich zum Betriebsvermögen.

Bei der Listenpreismethode ist zu beachten, dass sie nur angewendet werden kann, wenn der Arbeitnehmer das Fahrzeug auch tatsächlich dazu nutzt, um zwischen Wohnung und Arbeitsstelle zu pendeln. Das Gleiche gilt auch für den Fall, dass die doppelte Haushaltsführung vorliegt. Die Fahrtenbuchmethode sieht vor, dass die tatsächlichen Aufwendungen angesetzt werden.

Nachweis mit Fahrtenbuch

Als Gewerbetreibender oder Freiberufler muss die betriebliche Nutzung nach der Fahrtenbuchmethode über einen Zeitraum von drei Monaten aufgezeichnet werden, ein spezielles Fahrtenbuch muss jedoch nicht geführt werden. Einträge in Terminkalendern oder eine Reisekostenaufstellung reichen dem Gesetzgeber dazu aus. Nach den erforderlichen drei Monaten geht das Finanzamt von einer weiteren Nutzung in dieser Form aus, die möglicherweise im Rahmen einer Betriebsprüfung erneut überprüft würde. Bei geschäftlicher und privater Nutzung kommt dann  die 1%-Regelung zur Anwendung. Selbst wenn das Fahrzeug gewechselt wird, muss der Nutzer keine erneute Darlegung vornehmen.

Wird das Firmenfahrzeug hingegen ausschließlich dienstlich genutzt, muss dies durch Nachweis dargelegt werden. Kann dies nicht erfolgen, wird auch die private Nutzung unterstellt und entsprechend durch den 1%-igen Aufschlag des Listenbruttopreises auf die Lohnsteuer behandelt. Die vom Nutzer gewählte steuerliche Behandlungsform kann bis zur Erteilung des ersten Steuerbescheides geändert werden.

Die Listenpreismethode (1%-Regelung)

Da Arbeitnehmer, die das Firmenfahrzeug auch für private Fahrten nutzen, einen Vorteil gegenüber den anderen Fahrzeughaltern haben (Steuerersparnis, Reparaturkostenersparnis usw.) werden sie vom Finanzamt mit einem Aufschlag auf die Lohnsteuer behandelt. Der Bruttolistenpreis des Fahrzeugs und die Entfernung zwischen Wohnung und Arbeitsstelle werden für die Berechnung zugrunde gelegt. Für welche der beiden Methoden sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer entscheiden, sollte nicht nur gründlich durchgerechnet, sondern auch gut überlegt werden. Jede der gewählten Methoden hat ein Jahr Gültigkeit und darf darunter nur bei einem Fahrzeugwechsel geändert werden. Wenn dieser zu Beginn eines neuen Kalenderjahres vorgenommen wird oder auf die Fahrtenbuchmethode gewechselt wird, muss diese sofort ab dem ersten Tag im Jahr gestartet werden. Zurückliegende Eintragungen sind im Fahrtenbuch nicht möglich.

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