<< Themensammlung Gründung

Aktuelle News für Gründer Selbstständige und Unternehmer

23.02.10Kommentieren

Neue Serie: Vom Spitzensportler zum Unternehmer

"Es wird zu wenig erkannt, wie wichtig das Thema Gesundheit für alle Mitarbeiter ist."

Hochleistungssport und berufliche Karriere lassen sich nur schwer vereinbaren. "Was nun?", ist deswegen eine häufig gestellte Frage von Sportlern, die ihre erste Karriere beendet haben. Doch es geht auch anders: In unserer neuen Serie stellen wir Ihnen Sportler vor, die sich nach, oder sogar schon während ihrer aktiven Zeit gekonnt ins Unternehmertum stürzten.

Slatco Sterzenbach, Ironman und UnternehmensberaterSlatco Sterzenbach, Ironman und Unternehmensberater

förderland: Herr Sterzenbach, würden Sie sich unseren Lesern in ein paar Sätzen vorstellen?

Slatco Sterzenbach: Ich bin Jahrgang 1967. Nach meinem Abitur absolvierte ich eine Ausbildung zum examinierten Krankenpfleger, studierte dann Sport und Germanistik. Nach der Erkenntnis, dass ich doch nicht Lehrer werden wollte, wechselte ich mein Studium und schloss es als Diplom-Sportwissenschaftler mit den Schwerpunkten Prävention und Rehabilitation ab. Heute arbeite ich auch in diesem Bereich.

Sie waren sportlich sehr aktiv, würden Sie kurz eine paar Stationen Ihrer sportlichen Karriere benennen?

Slatco Sterzenbach: 1988 nahm ich zum 1. Mal an einem Triathlon teil. 1990 war ich dann zum 1. Mal beim IRONMAN dabei und schon ein Jahr später bei der Weltmeisterschaft auf Hawaii. Mittlerweile habe ich neun IRONMAN-Wettkämpfe erfolgreich bestritten. 2001 stellte ich zudem einen Weltrekord im Indoorcycling auf.

Auch unternehmerisch waren Sie stets tätig. Wie haben Sie sich beruflich verwirklicht?

Slatco Sterzenbach: Sport und Beruf waren für mich immer eng miteinander verbunden. Während meines Studiums begann ich meine Karriere in der Fitnessbranche. Zuerst als Trainer, später als Ausbilder für das SPINNING®-Programm.  Seit dem Jahr 2000 habe ich so über 6.500 Trainer international und national aus- und fortgebildet.

Waren und sind Sie also vorwiegend als Berater für Sportler aktiv?

Nein, seit 2002 halte ich Vorträge zu den Themen Ernährung, Bewegung, Entspannung, Motivation und mentales Training bei führenden DAX Unternehmen sowie vielen nationalen und internationalen Firmen.

Mit meiner Firma STERZENBACH LEBENSKRAFT CONSULTING GmbH berate ich Unternehmen zum Thema Health-Management. Mein Ziel ist es, Firmen in einem gemeinsamen Prozess zu unterstützen, das Beste und Wertvollste im Unternehmen – den Menschen – gesund zu erhalten und die Performance und die Lebensqualität zu steigern. 2004 bis 2006 konnte ich so sogar als Berater und Fitnessexperte für die Bewegungskampagne innerhalb des SaladsPlus Konzeptes von McDonald´s mitwirken.

Wie genau sehen die Inhalte Ihrer Seminare aus?

Slatco Sterzenbach: In meinen Vorträgen und Seminaren vermittle ich die Methoden der Leistungssportler, um sie für Führungskräfte nutzbar zu machen. Inhaltlich bewege ich mich dabei konkret in den Feldern "Leistungsfähigkeit steigern", "Burnout-Prävention", aber auch "Effizientes Training" und "gesundes Fast-Food für Leistungsträger".

Sind Sportler die besseren Unternehmer? Empfehlen Sie in Business-Coachings eine IRONMAN-Teilnahme?

Slatco Sterzenbach: Wenn jemand schon lange trainiert, kann selbst IRONMAN sinnvoll sein. Für die meisten bedeutet so etwas jedoch nur zusätzlichen Stress. Das Lebensrad verliert die Balance, denn irgendwo muss die Zeit hergenommen werden – oft auf Kosten des Privatlebens und der Familie. Deswegen mache ich in meinen zweitägigen Coachings mit Führungskräften immer eine sehr ganzheitliche Analyse, bevor wir in die Handlungsebene kommen. Ein Investment in einem Lebensbereich hat immer auch Auswirkungen in anderen Lebensbereichen. Die Balance muss einfach stimmen.

Generell sind sportliche Unternehmer, die intelligent trainieren, jedoch besser drauf: Mehr Endorphine und Dopamin im Blut, eine bessere Durchblutung im Gehirn, höhere Stressresistenz, weniger Rückenschmerzen ... die Auflistung physiologischer Vorteile ist unendlich.

Gibt es Branchen, die besonders hohen Bedarf an Ihren Seminaren haben?

Slatco Sterzenbach: Meine Seminarteilnehmer sind meistens Führungskräfte, Vorstände, Geschäftsführer und Vertriebler. Die Branchen aus denen sie stammen sind jedoch sehr unterschiedlich, so etwa der Bank-, oder Pharmaindustrie, Eventagenturen, oder Versicherungen. Aber auch viele mittelständische Unternehmen erkennen den Mehrwert, welchen ich mich mit meinen Seminaren wecke. Leider geben Firmen ihr Geld bei diesem "Soft-Skill-Thema" jedoch eher für die Führungskräfte aus. Es wird noch viel zu wenig erkannt, wie wichtig das Thema Gesundheit für alle Mitarbeiter ist.

Sie bezeichnen sich selbst auch als "Lebenskraft-Experten". Was steht hinter dieser Bezeichnung und inwieweit lassen Sie ihre Erfahrungen als Sportler auch in Ihre Tätigkeit einfließen.

Slatco Sterzenbach: Ich bezeichne mich als LEBENSKRAFT-Experten, da ich in dem Sinne weder reiner Motivationstrainer noch Persönlichkeitstrainer bin. Da gibt es gute Kollegen, die auf dem Gebiet fitter sind als ich. Aber zum Thema LEBENSKRAFT bin ich einzigartig auf dem Referentenmarkt. Hier habe ich einen ganz klaren USP.

Meine eigenen Erfahrungen als Leistungssportler, aber auch als Coach für Führungskräfte sind der Hauptfaktor meiner 100-prozentigen Authentizität. Ich berichte über praktische Erfahrungen, die ich aber gleichzeitig wissenschaftlich belege. Dabei habe ich über die Erfahrung von über 1.300 Seminartagen stets eine kurzweilige und doch nachhaltige Präsentationsart entwickelt.

Nach wie vor sind Sie sportlich aktiv, wie schwierig ist es für Sie beide Zweige aufrechtzuerhalten?

Slatco Sterzenbach: Es ist nur dadurch möglich, dass ich sehr effizient trainiere, dafür aber nicht so zeitintensiv. Letztes Jahr habe ich etwa im Jahresdurchschnitt nur sieben Stunden pro Woche trainiert. Trotzdem bin ich beim IRONMAN 57 min geschwommen und habe eine neue Bestzeit im Radfahren über die 180 km aufgestellt. Daneben habe ich noch am Engadiner Skimarathon, zwei Halb-IRONMAN und bei zwei Kurztriathlons mitgemacht.

Gibt es für Sie keine sportliche Ziellinie? Ist irgendwann Schluss mit Radfahren, Joggen und Schwimmen?

Slatco Sterzenbach: Nie. Sport gibt mir die notwendige Kraft für mein berufliches Programm und gehört für mich wie Zähne putzen zum Alltag. Wenn Sie so viele Seminare geben und sich nebenbei noch ständig weiterentwickeln möchten, benötigen Sie viel Energie. Sport gibt mir den Abstand, die Entspannung und die tägliche Inspiration für meine Vorträge. Viele meiner besten Vortragsideen habe ich beim Joggen, Rad fahren oder beim Yoga entwickelt.

Auch für nächstes Jahr habe ich viel vor: Eine erneute Qualifikation für Hawaii. Langfristig ist meine Vision, mit über 100 Jahren noch Vorträge zu geben und mit 90 meinen letzten IRONMAN zu finishen. Ich glaube, dann werde ich ein wenig ruhiger und mache Golf und noch mehr Yoga. Aber bis dahin ist noch lange Zeit.

Zum Schluss ganz ehrlich: Sehen Sie sich eher als Sportler oder eher als Geschäftsmann an? 

Slatco Sterzenbach: Ich sehe mich wesentlich vielfältiger, denn ich bin ja auch liebevoller Ehemann, Bruder, Freund, Sohn, Kollege, eigener Marketingexperte, kreativer Künstler, Buchautor, Ausbilder... Am Besten trifft es ein Zitat von Michael Flatley: "Wenn Du Deine Berufung zum Beruf gemacht hast, dann arbeitest Du nicht, dann lebst Du!" Mein Leben begeistert und inspiriert mich jeden Tag. Und diese Begeisterung merken meine Kunden.

Vielen Dank für das nette Gespräch! 

Kommentare

Diesen Beitrag kommentieren:

Die Kommentare können nur zwischen 9 und 16 Uhr
freigeschaltet werden. Wir bitten um Verständnis.

Um Spam zu vermeiden, schreiben Sie bitte die Buchstaben aus diesem Bild in das nebenstehende Formularfeld:

Das könnte Sie auch interessieren

Förderland-Newsletter

Wissen für Gründer und Unternehmer