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31.05.07Kommentieren

Interview mit Peter Fankhänel, Advanced Magic

"Es sollte möglichst innovativ und damit konkurrenzlos sein"

förderland im Gespräch mit Peter Fankhänel, Mitgründer von Advanced Magic, über eine Software zur Simulation menschlichen Verhaltens, die Vorteile einer Wettbewerbsteilnahme und den perfekten virtuellen Sekretär.

Screenshot Advanced MagicScreenshot Advanced Magic

förderland: Vorab, Gratulation zu Ihrer Top Zwanzig-Platzierung beim Businessplan-Wettbewerb Nordbayern. Können Sie bitte kurz erklären, worum es bei Ihrem Projekt geht?
Peter Fankhänel:
Advanced Magic entwickelt Software zur Simulation menschlichen Verhaltens, zur Verarbeitung von Wissen durch Computer und zum inhaltlichen Verständnis von Texten in natürlicher Sprache.

förderland: Wie ist Ihre Geschäftsidee entstanden?
Fankhänel:
Die Idee wurde über mehrere Jahre auf der Suche nach einem interessanten Geschäft entwickelt. Das Produkt, die Dienstleistung sollte ungefähr meinen Fähigkeiten und Interessen entsprechen, es sollte möglichst innovativ und damit konkurrenzlos sein und ein möglichst hohes Umsatzpotential haben.

förderland: Was hat Sie dazu bewogen, an einem Businessplan-Wettbewerb teilzunehmen?
Fankhänel:
Der Zwang, sein Unternehmen strukturiert zu planen, sich möglichst früh mit möglichst vielen Aspekten des zukünftigen Unternehmens zu befassen und durch eine Teilnahme die Chancen für eine externe Finanzierung zu verbessern.

förderland: In Sachen Unternehmensgründung sind Sie ja bereits ein "alter Hase". Was sind Ihrer Erfahrung nach die größten Hürden auf dem Weg von der Geschäftsidee zum marktreifen Produkt?
Fankhänel:
Die Fehleinschätzung der Marktentwicklung, die Finanzierung, für "Techniker" das Unterschätzen der Kosten des Markteintritts (Marketing, Werbung usw.).

förderland: Haben Sie auch schon einmal darüber nachgedacht, sich einen 40-Stunden-Job in der Firma XY zu suchen? Was reizt Sie an der Selbstständigkeit?
Fankhänel:
Ja, aber unfreiwillig und mit sehr großem Widerwillen. Letztlich konnte ich mich zum Glück doch selbst wieder aus den Schwierigkeiten befreien. Mich reizt die Chance, sich bietende technische Herausforderungen angehen und geschäftliche Möglichkeiten nutzen zu können.

förderland: Wie soll die kommerzielle Verwertung von Advanced Magic aussehen? Wo könnten Ihre Computersimulationen zum Einsatz kommen?
Fankhänel:
Computersimulationen sind nur der kleinere Teil des Produktportfolios. Wichtiger sind die künstliche Intelligenz und die Sprachverarbeitung.

Die Simulationen menschlichen Verhaltens finden Anwendung in Computerspielen und in "serious games" d. h. Simulationen zur Ausbildung z. B. im Katastrophenschutz, beim Managementtraining, bei der Verkäuferschulung, in der Marktforschung und in der Psychologie.

Die Sprachverarbeitung hat das Potential, die Art, wie wir mit Computern und dem Internet heute umgehen, völlig zu revolutionieren. Wir können heute nur erahnen, welche Möglichkeiten denkende Computer haben werden. Eine naheliegende Anwendung ist eine verbesserte Suchmaschine à la Google, der man Fragen in natürlicher Sprache stellen kann, und die Antworten (nicht nur Dokumente) in natürlicher Sprache zurückliefert. Dieses System könnte nun auch von sich Anregungen liefern, z. B. über mein Interessensgebiet, das es aus meinen E-Mails und Texten in meinem Computer kennt. Es könnte mich selbstständig über neuartige Entwicklungen informieren, die es im Internet für mich gefunden hat. Es wäre der perfekte virtueller Sekretär.

förderland: Haben sich bereits potentielle Kunden bei Ihnen gemeldet? Oder ist Advanced Magic schon im praktischen Einsatz?
Fankhänel: Ja, wir haben bereits erste Kontakte zu möglichen Interessenten. Da wir noch kein fertiges Produkt haben, ist auch noch nichts im Einsatz.

förderland: Warum fiel die Wahl Ihrer Rechtsform auf eine GmbH? Welche Vor- bzw. Nachteile hat diese Rechtsform Ihrer Meinung nach im Vergleich zu einer GbR oder einer Limited?
Fankhänel:
Die Firma wurde bereits vor sieben Jahren gegründet, als es hier noch keine Limiteds gab. Eine GmbH wurde aus Haftungsgründen gewählt.

förderland: Wäre denn die gerade vom Kabinett beschlossene Mini-GmbH für Ihr Unternehmen in Frage gekommen?
Fankhänel:
Ja, die wäre möglicherweise in Frage gekommen. Allerdings würde ich heute abwarten, wie sie sich in den nächsten Jahren entwickelt.

förderland: Vielen Dank für das Gespräch.  

© 2007 förderland

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