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07.02.12Kommentieren

Interview mit Andreas Weidenhaupt, Infernum

"Es ist unser Ziel, in einigen Jahren einer der führenden Anbieter für Cross-Plattform-Spiele zu sein"

Andreas Weidenhaupt ist schon seit geraumer Zeit in der Games-Branche aktiv. Jetzt wollen er und sein ebenso erfahrenes Team mit der im Sommer 2011 gegründeten Infernum Productions AG Impulse setzen. Im Interview mit förderland spricht er über Infernums ersten Titel "Brick-Force", Strategien und Ziele sowie aktuelle Trends auf dem Games-Markt.

Infernum-Gründer Andreas WeidenhauptInfernum-Gründer Andreas Weidenhaupt

förderland: Hallo Herr Weidenhaupt, Sie haben im Sommer 2011 Infernum Productions gegründet und schicken sich an, den Games-Markt aufzumischen. Nun kann man Sie und Ihr Team ja als Veteranen der Branche bezeichnen. Wie hat sich das Team gefunden? Wie ist die Idee zu Infernum entstanden? 

Andreas Weidenhaupt: Wir kennen uns alle drei von unserer gemeinsamen Zeit bei Frogster. Markus Melching und ich sind ein eingespieltes Team und blicken auf eine jahrelange, enge Zusammenarbeit bei Frogster zurück. Markus als COO und ich als CEO zeichneten beispielsweise für das Game-Improvement (Spiel-Optimierung) und die Marketingstrategie des erfolgreichen Onlinegames Runes of Magic verantwortlich.

Als Gameforge letztes Jahr die Mehrheitsbeteiligung bei Frogster erlangte, spürte ich, dass es an der Zeit war mich einer neuen Herausforderung zu stellen. Gemeinsam mit Markus Melching und Tobias Gerlinger gründete ich im vergangenen Sommer Infernum. Dabei deckt das Gründerteam mit seinen bisherigen Erfahrungen alle operativen Bereiche eines Publishers ab. Dazu gehören Lizensierung, Marketing, Game Improvement, Technik, Monetarisierung und Produktmanagement, für die Markus und ich verantwortlich sind. Mein langjähriger Freund und Finanzspezialist Tobias Gerlinger ergänzt die Aufstellung optimal im Bereich Legal und Human Resources.

Welche Strategie verfolgen Sie mit Infernum? Wie sind Sie positioniert?

Weidenhaupt: Durch unseren Cross-Plattform-Ansatz bleibt der Spieler auf verschiedenen Plattformen und Geräten immer und jederzeit mit der Spielwelt verbunden und hat dadurch ein umfassenderes Spielerlebnis. Durch Transmedialität, also der Entwicklung von Büchern, Filmen und Comics für die jeweiligen virtuellen Welten, schließen wir die Lücke zwischen einzelnen Medien und Spieler erhalten auch außerhalb des Spiels die Möglichkeit, mit dem Thema in Verbindung zu bleiben. Auch Gaming in der Cloud, das Spielen über ein externes Netzwerk und der damit einher gehenden Möglichkeit jederzeit auf Spielinhalte zugreifen zu können, wird für uns eine große Rolle spielen und das Spielerlebnis erweitern. Es ist unser Ziel, in einigen Jahren einer der führenden Anbieter für Cross-Plattform-Spiele zu sein.

Im Frühjahr wird der erste Titel "Brick-Force" erscheinen. Worum geht’s?

Weidenhaupt: Brick-Force ist ein Genremix und verknüpft die Kreativität des beliebten Erfolgstitels "Minecraft" mit rasantem Shooter-Spaß. Spieler können Stein für Stein Welten frei nach ihren Wünschen erschaffen, diese mit der Community teilen und darin spielen. Brick-Force wird vom koreanischen Developer EXE Games in Co-Produktion mit Infernum entwickelt und schon in diesem Monat in die Beta starten.

Sie arbeiten mit einem koreanischen Entwickler-Team zusammen. Gibt es hierzulande zu wenige talentierte Entwickler? Wie ist der Kontakt entstanden? Welche Vor- und Nachteile bringt die Zusammenarbeit mit sich?

Weidenhaupt: Ich arbeite seit mittlerweile sieben Jahren erfolgreich mit asiatischen Entwicklern zusammen, besuche dort regelmäßig Entwicklerstudios und schaue mir pro Jahr weit über 100 asiatische Spiele an. Daran sieht man schon, dass die Anzahl an Studios in Asien weitaus größer ist als in Europa.

Außerdem sind asiatische Studios natürlich sehr erfahren im Entwickeln von Onlinegames und sind auf diesem Gebiet regelrechte Spezialisten und Vorreiter. Trotzdem gibt es natürlich auch viele talentierte Entwickler im Inland und in Europa, vor denen wir uns nicht verschließen. Ganz im Gegenteil: Wir werden künftig nicht nur asiatische Produktionen im Portfolio haben, sondern arbeiten mit unserem Berliner Entwicklerstudio (Infernum Studios) an einem größeren Projekt.

Die Arbeit mit asiatischen Entwicklern ist in genau dieser Hinsicht sehr hilfreich. Durch die Zusammenarbeit gewinnen wir einen Blick auf andere Spielmechaniken und können damit auch für unsere eigene Produktion viel Inspiration schöpfen. Etwas umständlich gestaltet sich die Zusammenarbeit gelegentlich in Bezug auf die Sprachbarriere und die enorme Zeitverschiebung, die eine Kommunikation oft nur in den Morgenstunden möglich macht.

Würden Sie uns einen Einblick in diesen boomenden Markt geben? Was sind die heißesten Trends? Wer die größten Player? Welche Nischen wollen zukünftig noch besetzt werden?

Weidenhaupt: Die Trends liegen ganz klar im Cloud-Gaming-Bereich und bei Cross-Plattform-Angeboten.  Eine echte Konsolidierung hat in dem Bereich Onlinegames noch nicht stattgefunden. Zu den Größen der Onlinegames-Branche zählen sicherlich Gameforge und Bigpoint neben großen asiatischen Publishern. Infernum legt besonderen Wert auf Schnelligkeit und Qualität und wird sich als Cross-Plattform-Vorreiter durchsetzen. Beispielsweise haben wir Brick-Force erst Mitte Dezember angekündigt, erfreuen uns aber jetzt schon einer sehr großen und schnell wachsenden Community und werden noch dieses Frühjahr das Spiel veröffentlichen.

Ihre Spiele sind "Free to Play". Wie verdienen Sie also Geld? Und: Wie haben Sie die Start-Phase finanziert?

Weidenhaupt: Richtig, wir werden unsere Onlinegames kostenlos zur Verfügung stellen. Spielern wird jedoch die Möglichkeit geboten, virtuelle Gegenstände und Premium-Features zu erwerben. Das können sowohl dekorative als auch nützliche Spiel-Gegenstände und Komfort-Features sein, die das Spielerlebnis erweitern. Die Start-Phase wird von allen drei Gründungsmitgliedern finanziert.

Momentan sind Sie auf der Suche nach Investoren. Welche Erwartungen stellen Sie an potentielle Kapitalgeber? Sind auch strategische Partnerschaften geplant?

Weidenhaupt: Wir befinden uns momentan in diversen Gesprächen, das ist richtig. Der Investor sollte natürlich zu uns passen und ein umfangreiches Netzwerk an Beteiligungen ist dabei sehr hilfreich. So können sich Synergien im Portfolio des Investors ergeben und Win-Win-Situationen entstehen - bei denen der Investor sogar doppelt profitiert. Später sind wir auch gegenüber strategischen Partnern aufgeschlossen.

Welche Start-ups aus der Games-Branche haben Sie in den letzten Jahren beeindruckt?

Weidenhaupt: Natürlich hat mich vor allem Mojang beeindruckt, die mit Minecraft gezeigt haben, dass junge Games-Start-Ups auch unabhängig sehr erfolgreich werden können. Der Erfolg von Trion Worlds mit Rift hat mich ebenfalls beeindruckt. Ich schätze Trion CEO Lars Buttler sehr, da er mit seinem Erstlingswerk eine beachtliche Leistung hingelegt hat. Erstaunlich fand ich, dass Zynga nach der Dot-Com-Blase, trotz Abschlägen, solch hohe Bewertungen erreichen konnte – insbesondere durch die Abhängigkeit von Facebook.

Vielen Dank für das Interview.

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