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26.10.09Kommentieren

Interview mit Jan-Eric Peters, Springer

"Es geht darum, die beste Idee zu haben. Also los"

Zum zweiten Mal wird nun von der Axel Springer Akademie der Scoop!-Wettbewerb ausgelobt, bei dem die sagenhafte Summe von 500.000 Euro für die Realisierung des Siegerprojekts zu gewinnen ist. Viel Zeit ist nicht mehr - schon am 31.10.2009 ist die Anmeldefrist vorüber. Was es mit diesem Medien-Wettbewerb auf sich hat und welche Ideen dabei gefragt sind, erklärt uns Jan-Eric-Peters, Direktor der Axel Springer Akademie.

Jan-Eric PetersJan-Eric Peters

Guten Tag Herr Peters, heute wollen wir über den Scoop!-Wettbewerb sprechen, den die Axel Springer Akademie ausrichtet. Bitte erzählen Sie uns doch zu Beginn: Was ist die Axel Springer Akademie und was ist der Scoop!-Wettbewerb?

Jan-Eric Peters: Die Axel Springer Akademie kümmert sich als Journalistenschule der Axel Springer AG um die Ausbildung von jährlich 40 jungen Journalisten und die Fortbildung vieler hundert Redakteure. Außerdem verstehen wir uns als Ideenwerkstatt, die neue Medienprojekte entwickelt. Mit unserem Ideenwettbewerb Scoop! wollen wir kreative Menschen unterstützen, die eine brillante Idee für ein Medienprojekt haben, aber nicht wissen, wie sie diese umsetzen können. Bei uns bekommen innovative Querdenker die Chance ihres Lebens: Wir setzen das eingereichte Medienprojekt zusammen mit dem Ideengeber um und investieren dafür bis zu 500.000 Euro. Die Umsetzungsdauer kann bis zu zwei Jahre sein.

500.000 Euro - diese stolze Summe loben Sie aus, um ein ganz besonderes Medienprojekt umzusetzen. Aber 500.000 Euro verschenkt man doch nicht so einfach. Was hat Axel Springer davon?

Peters: Zu verschenken haben auch wir nichts. Wir verstehen den Wettbewerb als Investition in die Zukunft. Es geht darum, ein wirklich neuartiges Projekt zu ermöglichen und so deutlich zu machen, wie wichtig Kreativität und Freiheit für den Journalismus sind. Für den Wettbewerb gibt es keine Vorbedingungen, keine umständlichen Teilnahmevoraussetzungen, jede Mediengattung ist erlaubt. Alles, was zählt, ist die bestechende Idee. Dafür ist auch kein mehrseitiger Geschäftsplan erforderlich. Eine Seite mit dem Konzept genügt (siehe www.mein-scoop.de), von mir aus auch gern handschriftlich. Die Entscheidung trifft eine unabhängige Jury.

Der Wettbewerb findet nun zum zweiten Mal statt. Was war das Gewinnerprojekt der vorangegangenen Ausschreibung? Was ist daraus geworden?

Peters: Gewinner des ersten Ideenwettbewerbs Scoop! war eine Zeitschrift mit dem Titel HUMANGLOBALER ZUFALL, deren Konzept der damals 29-jährige Jungjournalist Dennis Buchmann eingereicht hatte. Im Heft ging es um Geschichten von Menschen rund um den Globus, die der Zufall zusammen gebracht hat. Wie geplant, ist das Magazin viermal am Kiosk erschienen. Im Internet geht es weiter. Wer Lust hat, kann auf der gleichnamigen Website vorbeischauen.

Nehmen wir an der Wettbewerb wurde gewonnen: Wie geht es weiter? Erst einmal existiert ja nichts weiter als ein Blatt Papier?

Peters: Richtig, das macht den Reiz aus. Die Idee steht im Mittelpunkt, und die klare Fokussierung auf das Wesentliche, auf die geniale Idee für ein neues Medienprodukt, sollte auch später trotz aller Detailplanungen nie verloren gehen. Die ersten Schritte sind die gemeinsame Konzeption inhaltlicher Details und die Erstellung von Zeit- und Kostenplänen. Denn der Gewinner ist nicht nur als Journalist, sondern auch als Zeitmanager und Controller seiner Idee gefragt.

Das Preisgeld wird dem Gewinner nicht aufs Sparbuch überwiesen, sondern für die Kosten, die die Projektumsetzung beansprucht, von der Axel Springer Akademie verwaltet. Hat der Ideenfinder ein Mitspracherecht bei der Budgetverwaltung?

Peters: Der Scoop-Gewinner steht in jedem Fall vor der Herausforderung, das eingereichte Projekt eigenverantwortlich umzusetzen. Dabei steht ihm die Axel Springer Akademie mit Rat und Tat zur Seite, aber am wichtigsten ist, dass der Ideengeber seine Idee maßgeblich nach seinen Vorstellungen umsetzen kann.

Kreativen traut man ja per Klischee wenig organisatorische Kompetenz zu. Kann oder muss man solcherlei Fähigkeiten im Laufe des Projektes lernen? Wird man umfassend ins Geschäft der Medienproduktion eingewiesen?

Peters: Es ist ja gar nicht gesagt, dass ein berufsmäßig Kreativer gewinnen wird.
Vielleicht hat ja ein Kaufmann eine geniale Medienidee. In jedem Fall wird das Team der Axel Springer Akademie und die Wettbewerbsjury dem Gewinner bei der Umsetzung des Projekts tatkräftig zur Seite stehen. Auch dann, wenn es vielleicht nötig wird, den Unterschied zwischen Soll und Haben zu erklären.

Noch einmal zu den Wettbewerbs-Ergebnissen des vorangegangenen
Scoop!-Wettbewerbe: Fiel der Jury die Auswahl schwer? Welche Kriterien waren letztendlich ausschlaggebend?

Peters: Wir hatten beim letzten Mal fast 2.000 Bewerbungen und viele sehr gute darunter, da fiel die Auswahl wirklich sehr schwer. Ausschlaggegebend für HUMANGLOBALER ZUFALL war der wirklich einzigartige originelle Ansatz. So eine Zeitschrift hatte es einfach noch nie gegeben. Ich bin gespannt, ob dieses Mal wieder ein Printkonzept gewinnt oder ob sich jetzt eine herausragende Idee für ein neuartiges multimediales Projekt durchsetzt.

Sind auch mutige Projekte gefragt oder interessiert sich die Jury und die Akademie eher für "Sure Shots"? Anders gefragt: Wie weit soll die Kreativität gehen?

Peters: Ein gutes neues Medienprojekt muss mutig sein! Vermeintlich sichere Businesspläne stehen wirklich nicht im Vordergrund beim SCOOP! Wenn das Konzept etwas taugt, findet es sein Publikum. Wir setzen der Kreativität jedenfalls keine Grenzen! Es geht darum, die beste Idee zu haben. Also los!

Herr Peters, vielen Dank für das Interview!

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