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22.09.08Kommentieren

Interview mit Dr. h.c. Herbert Hüttlin, Innojet

"Es besteht Bedarf an einer stärkeren Förderung von Forschung und Entwicklung durch den Staat"

Dieses Mal in der Interviewreihe "Innovationen" zu Gast: Dr. h.c. Herbert Hüttlin, Gründer und Geschäftsführer der Firma "Innojet". Das Unternehmen mit Sitz in Steinen entwickelt Technologien für die Pharma- und die Motorenindustrie und konnte sich beim Wettbewerb TOP 100 über eine Platzierung in der Top 10 der Kategorie Innovationserfolg freuen. Der Wettbewerb prämiert jedes Jahr die 100 innovativsten Unternehmen im Mittelstand.

Dr Herbert Hüttlin, Gründer und Geschäftsführer der Firma "Innojet"Dr. h.c. Herbert Hüttlin, Gründer und Geschäftsführer der Firma "Innojet"

förderland: Herr Dr. Hüttlin, was macht Ihrer Meinung nach den Erfolg einer Innovation aus?

Dr. h.c. Herbert Hüttlin: Der Erfolg einer Innovation ist dann gegeben, wenn der Markt bzw. der Kunde das neue Produkt als Mehrwert verglichen mit Bisherigem erkennt und annimmt, woraus Umsätze und die erhofften Erträge entstehen.

förderland: Gibt es bestimmte Kriterien, anhand derer man den Erfolg einer Innovation vorhersagen kann?

Hüttlin: Der Erfolg einer Innovation kann dann in etwa vorhergesagt werden, wenn man die Produkte der Mitbewerber genau kennt und feststellen kann, dass die eigenen Produkte gegebenenfalls die neue, eigene Technologie deutliche Vorteile qualitativer, ökonomischer und ökologischer Art aufweist und es dafür tatsächlich einen Markt gibt.

förderland: Wie wichtig sind Innovationen für ein Unternehmen? Wie innovativ muss ein Unternehmen sein, um sich am Markt halten zu können?

Hüttlin: Gerade in Zeiten der Globalisierung sind Innovationen besonders wichtig, weil nur durch sie der Abstand zum bisherigen Stand der Entwicklung deutlich gemacht werden kann. Damit wird auch ausländische Konkurrenz auf Distanz gehalten und es besteht die Möglichkeit, am Markt bessere Preise zu erzielen, da es sich dann nicht um ein sogenanntes "me too"-Produkt handelt.

Ein Unternehmen sollte sich deswegen grundsätzlich sehr innovativ einrichten, das heißt, auf die Anliegen der Kunden und des Marktes flexibel eingehen.

förderland: Werden Forschung und Entwicklung Ihrer Ansicht nach ausreichend vom Staat gefördert?

Hüttlin: Es besteht durchaus Bedarf an einer stärkeren Förderung von Forschung und Entwicklung durch den Staat, bzw. an Maßnahmen, die mit dem unglaublichen Papierkrieg aufräumen, der für eine staatliche Förderung bisweilen erforderlich ist.

förderland: Wie können Jungunternehmer den Innovationserfolg möglichst frühzeitig in die Unternehmensphilosophie aufnehmen?

Hüttlin: Die Unternehmensphilosophie muss sich an den Kundenwünschen und dem Markt orientieren und sollte auf eine gewollte Innovation im Unternehmen abzielen. Wenn die Kunden durch die Innovationen die richtigen Antworten auf ihre Fragen oder Anforderungen erhalten, ist der Innovationserfolg planbar.

förderland: Welche drei Tipps können Sie Gründern und Jungunternehmern mit auf den Weg geben?

Hüttlin: 1.Gründer und Jungunternehmer sollten sich ein gutes Produkt zulegen bzw. ein solches entwickeln, für welches entweder schon ein Bedarf besteht oder durch die Genialität des Produktes ein Bedarf geweckt werden kann, der nachhaltig ist.

2. Sämtliche Schritte, die Gründer und Jungunternehmer tun, sollten vorher überlegt geplant und bezüglich finanzieller und technischer Durchführbarkeit mit entsprechenden Zeitzielen durchgeführt werden.

3. Es sollte sich um nachhaltige Strategien handeln und der Unternehmenserfolg sollte besonders am Anfang in kurzen Zeitabständen immer wieder abgefragt werden, ggf. müssen strategische Korrekturen erfolgen, damit sich das Unternehmen kontrolliert entwickelt.

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Ralf Lochmüller, Lupus alpha Asset Management GmbH: "Kreativität entsteht nicht auf Knopfdruck"

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