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31.10.11Kommentieren

Interview mit André Basten, excusemecards

"Eine neue Form des Datings"

Weiblich, zwischen 25 und 26, Nichtraucherin, schlank, Wohnort nicht weiter als 5 Kilometer entfernt, Sportanglerin. In wenigen Klicks zum Traumpartner – das versprechen Unmengen an Online-Dating-Angeboten. Soweit, so gut. Aber oft auch ernüchternd – wenn man das reale Spiegelbild seiner online geschürten Erwartungen in der Realität kennenlernt. André Basten bringt mit excusemecards ein Konzept aus den USA auf den deutschen Markt, mit dem der Spieß wieder rumgedreht wird.

excusemecards-Gründer André Bastenexcusemecards-Gründer André Basten

förderland: Hallo Herr Basten, stellen Sie sich doch bitte kurz unseren Lesern vor ...

André Basten: Nach meinem Studium der Betriebswirtschaftslehre in Köln habe ich in den letzten sieben Jahren im Business Consulting gearbeitet. Zunächst bei der GORDION Network Consulting in der Nähe von Bonn und anschließend bei PricewaterhouseCoopers. Seit 2009 arbeite ich für die Freie und Hansestadt Hamburg in Sachen IT-Strategie.

Mit Ihrem Start-up excusemecards.de versprechen Sie eine neue Art des Kennenlernens. "Offline begegnen, online verlieben" ist das Motto. Wie genau funktioniert das?

Basten: Im Gegensatz zu den herkömmlichen Online-Partnerbörsen setzen wir in der realen-Welt an. Jeder kennt die Situation: Auf der Straße in der U-Bahn oder in einem Café sieht man plötzlich eine Person, die man attraktiv und sympathisch findet, aber man traut sich nicht, diese Person direkt anzusprechen, oder die Situation ist gerade nicht danach. Mit excusemecards erleichtern wir den ersten Schritt beim Kennenlernen: excusemecards sind anonyme Visitenkarten. Jede Karte verfügt neben einem Spruch (z.B. "Es gibt Dinge, die man sonst ewig bereut") über einen individuellen Code, der mit dem Profil des Kartengebers auf unserer Homepage verknüpft ist. Profilansicht und Nachrichtenaustausch werden ausschließlich über den individuellen Code ermöglicht.

Mit excusemecards muss man also nicht gleich seinen Namen und seine Mobilfunknummer herausgeben. Man kann anonym der anderen Person ganz unverbindlich online einen zweiten Blick gewähren und eine einfache Kontaktaufnahme ermöglichen.

Sie haben Ihre Geschäftsidee ja aus New York mitgebracht, wo Sie "Opfer" einer Werbeaktion wurden. Wie ist dann die Idee gereift, das Konzept auf den deutschen Markt zu bringen?

Basten: Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass die herkömmlichen Online-Partnerbörsen sehr problembehaftet sind. Man kann eine Person nur sehr unzureichend online kennenlernen. Oftmals gelingt es nur per Zufall, die Aufmerksamkeit des Anderen zu erlangen. Zudem gibt es offensichtlich auch viele Fake-Profile bzw. es werden Falschangaben oder veraltete Fotos ins Netz gestellt. Das „durchforsten“ der Profile in Verbindung mit dem Ausloten von gemeinsamen Perspektiven ist darüber hinaus sehr zeitintensiv. Beim ersten Treffen erfolgt dann meist die Ernüchterung.

Als ich dann in New York mit dieser Idee konfrontiert wurde, wusste ich sofort, das könnte auch etwas für den deutschen Markt sein. Nachdem ich das Konzept im Freundes- und Bekanntenkreis vorgestellt hatte, und alle begeistert waren, war mir dann klar, dass ich die Idee in Deutschland auf den Markt bringen muss.

Haben Sie eigentlich eine Meinung zur Diskussion um Copy Cats, die ja gerade die deutsche Start-up Szene bewegt?

Basten: Die Weiterentwicklung und Verbreitung von Geschäftsideen im Sinne von Copy Cats ist aus Investorensicht eine sehr lukrative Angelegenheit. Es gibt ja quasi ein proof-of-concept. Das Risiko beschränkt sich an dieser Stelle häufig nur auf einen anderen Markt. Copy Cats sind dadurch erwiesenermaßen häufiger erfolgreich als originäre Ideen. Daher haben sich einige Investoren auf die Finanzierung von Copy Cats spezialisiert. Nichtsdestotrotz kommen Copy Cats auch den "Originalen" zu gute. Nur so gelingt es die Ideen weiter zu entwickeln und zu verbreiten.

Gibt es schon Ideen, wie Sie ihr Angebot weiterentwickeln wollen?

Basten: Wir haben noch zahlreiche Ideen für eine Erweiterung unseres Angebotes. Wir wollen selbstverständlich langfristig den Werbemarkt für unsere Idee gewinnen, sowohl im Bereich Print (also auf den Visitenkarten), als auch Online (auf dem Profil). Erste Werbepartner haben wir bereits finden können. Selbstverständlich arbeiten wir auch an Ideen zur Verbesserung des Angebots für den eigentlichen Nutzer sowie an Kooperationen im Bereich der Gastronomie. Für die Umsetzung unserer Ideen suchen wir noch Investoren. Mehr dazu in den nächsten Wochen auf unserer facebook-Seite.

Wie bewerten Sie den Markt rund um Partnervermittlungen in Deutschland? Online-Partnerbörsen gibt es ja wie Sand am Meer. Aber: Gibt es direkte Konkurrenten? Und: Wie wollen Sie sich mit Ihrem Nischenangebot in diesem hart umkämpften Markt etablieren?

Basten: Uns ist bewusst, dass wir einen hart umkämpften Markt betreten. Das wundert nicht, bei der zum Teil sehr hohen Zahlungsbereitschaft der Kunden. Ständig tauchen neue Start-Ups auf, die sich auf Nischen im Bereich des Online-Dating spezialisieren. Aber alle haben gemein, dass sie eine Börse darstellen, einen Katalog wie bei Amazon.

Wir bieten hier ein neues innovatives Konzept. Wir sind eben gerade keine Börse und vor allem kostenlos für den Empfänger einer Karte. Wir verkaufen keine Mitgliedschaft oder Abonnements. Kosten entstehen nur durch den Kauf von Kartensets (EUR 5,99 inkl. MwSt).

Excusemecards sind anders, sie erschließen eine neue Form des Datings und damit einen neuen Kreis von potenziellen Partnern. Sie erhöhen die Aufmerksamkeit und sind dadurch revolutionär. Probieren Sie es aus, es funktioniert!

Vielen Dank für das Interview!

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