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06.10.11Leser-Kommentar

Stocard

Eine App für alle Kundenkarten

Kundenkarten nerven! Das Portemonnaie platzt aus allen Nähten – und an der Kasse merkt man meistens, dass man die passende Karte gerade nicht dabei hat. Das soll jetzt anders werden: Drei Studenten der Universität Mannheim haben mit Stocard eine App entwickelt, die das Smartphone zur digitalen Kundenkarte macht. Damit hat das junge Team bereits beachtliche Platzierungen in den iPhone-Download-Charts erreicht. Jetzt ist man auf der Suche nach Risikokapital – und einem Geschäftskonzept.

Das Team von Stocard. <br/>Foto: A. Rutschmann.Das Team von Stocard.
Foto: A. Rutschmann.

Das Prinzip von Stocard ist einfach: Mit der Kamera des Smartphones scannt man den Barcode der Kundenkarte ein, die App erstellt die dazu passende digitale Äquivalent. Karten ohne Barcode können über die Tastatur des Smartphones eingegeben werden. Um eine Karte hinzuzufügen, kann man einen Händler aus einer Liste von voreingestellten Kundenkarten auswählen oder – bei seltenen Kundenkarten – den Namen des Händlers selbst eingeben und so die gewünschte Kundenkarte erstellen.  

Brainstorming am Bondi Beach

Die Idee zu Stocard entstand am anderen Ende der Welt. Im Januar 2011 nutzten Björn Goß (23) und David Handlos (24) während eines Australien-Trips ihre Smartphones, um mit Hilfe von GPS und Satellitenbildern die schönsten Strände ausfindig zu machen. "Smartphones sind so nützlich, die wird in ein paar Jahren jeder haben", dachten sie sich und überlegten, was diese neue Technik noch alles verändern könnte. So entstand letztlich die Idee, Kundenkarten aufs Smartphone zu bringen. Und noch während des 20-stündigen Fluges zurück nach Deutschland schrieben die beiden Studenten der Betriebswirtschaft und Wirtschaftsinformatik an einem Businessplan, entwickelten ein Softwarekonzept und überlegten sich einen Namen: Stocard sollte das Baby heißen! 

Neu und Beachtenswert

Um nach der Landung gleich richtig durchzustarten, holten sie sich mit Florian Barth (27) im Mai 2011 noch einen weiteren Wirtschaftsinformatiker ins Boot. Und seit Ende Juni 2011 ist die Stocard App für iPhone und Android Smartphones kostenlos in den jeweiligen App-Stores erhältlich – und kommt bei den Nutzern gut an: Stocard hat es in die Top 30 der iPhone Download-Charts in Deutschland geschafft und belegt in Österreich sogar den zwölften Platz. Darüber hinaus wurde die App kürzlich von Apple in ihren Highlights als "Neu und Beachtenswert" aufgenommen. 

Nicht nur die drei Gründer freuen sich über die jüngsten Erfolge, auch die Universität Mannheim ist stolz auf ihr Stocard-Team. "Wir waren von Anfang an von der Zielstrebigkeit und Kompetenz des Gründerteams und ihrer Geschäftsidee begeistert", so Prof. Dr. Michael Woywode, Direktor des Instituts für Mittelstandsforschung (ifm) der Universität Mannheim, das gründungsinteressierte Studierende bei der Ideenfindung, Planung und Umsetzung der unternehmerischen Selbstständigkeit unterstützt. "Das Institut für Mittelstandsforschung der Universität Mannheim steht uns als Mentor prima zur Seite und das Team hilft uns bei der Suche nach Risikokapitalgebern", freut sich Björn Groß über die Unterstützung.  

Auf der Suche nach Kapital – und einem Geschäftskonzept

Bis jetzt wurde der Finanzierungsbedarf größtenteils mit Eigenkapital gedeckt. "Dadurch, dass wir zwei sehr gute Entwickler an Bord haben, konnten wir bisher alles selbst entwickeln. Die Kosten für Hardware, Lizenzen und sonstiges konnten wir durch unser Erspartes und durch unsere Familien finanzieren", erklärt David Handlos. Doch jetzt – da das Produkt erfolgreich im Markt ist und bei den Kunden sehr gut ankommt – sei das Team auf der Suche nach Risikokapital, fügt er hinzu. "Wir hatten bereits sehr begrenzten Kontakt zu Investoren, jedoch nur in der Anfangsphase. Das Feedback der Investoren war positiv, die Idee und unsere Herangehensweise hat sie überzeugt. Einzig die Monetarisierung der Idee sei etwas komplizierter", so Handlos weiter.

Kein Wunder! Die App ist kostenlos und soll es auch bleiben. Auch eine Premium Version ist, laut Handlos, nicht geplant, da das Team seinen Kunden einen möglichst hohen Nutzen bieten und keine Version künstlich beschneiden wolle. Für die Zukunft habe man aber einige geldbringende Erweiterungen der Idee geplant, die zur Zeit aber noch nicht für die Öffentlichkeit bestimmt seien.

Kommentare

  • Andreas

    07.10.11 (14:47:56)

    Funktioniert super, runtergeladen und alle Kundenkarten gescannt. Mal schauen ob das nachher bei der DM-Drogerie klappt.

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