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05.01.12Leser-Kommentar

Gastbeitrag von Thomas Jakel, IdeaCamp

Eine Anleitung zur Unternehmensgründung in drei Tagen (Teil I)

Ist es möglich, in drei Tagen eine Geschäftsidee zu finden, ein Team zusammen zu stellen und ein Unternehmen zu gründen? Thomas Jakel, Organisator des IdeaCamp glaubt fest daran und erklärt Ihnen heute seinen Ansatz.

Thomas Jakel, IdeaCampThomas Jakel, IdeaCamp

Viele Menschen denken Jahre über die Gründung eines Unternehmens nach und träumen von der finanziellen Unabhängigkeit, wagen aber nie den Sprung ins (lauwarme) Wasser. Was die meisten vergessen: Jede Reise, egal wie lang, beginnt mit einem ersten Schritt. Und für diesen ersten Schritt ist ein Wochenende perfekt geeignet. Mit dem Idea Camp tun wir genau das: Wir helfen Gründer/innen den ersten Schritt zu gehen und innerhalb von 3 Tagen ihr eigenes Start-Up zu gründen.

Dieser Artikel zeigt Dir, wie Du an drei Tagen ein Unternehmen gründen kannst. Um das Vorgehen so greifbar wie möglich zu machen, wird einiges davon an praktischen Beispielen verdeutlicht. Wer seinen guten Vorsatz zu gründen und sich finanziell unabhängig zu machen für 2012 umsetzen will, sollte sich übrigens gleich jetzt einen Stift zur Hand nehmen um nebenbei ein paar Geschäftsmodelle zu entwickeln.

Die Idee

Bevor wir ein Geschäftsmodell bauen können, dass sich in seiner Grundform vielleicht schon innerhalb weniger Stunden umsetzen lässt, müssen wir eine Idee finden. Eine von verschiedenen Möglichkeiten auf Ideen zu kommen, ist Brainstorming. Wichtig ist hierbei vor allem erst einmal Masse und nicht Qualität. Brainstorme so viel wie möglich. Aussortiert wird später.

1. Schreibe auf welche Themenbereiche Dich interessieren und welche gesellschaftlichen Trends Du beobachten kannst.

Beispielsweise könnte man darauf kommen, dass unsere Gesellschaft aufgrund der demographischen Entwicklung im Schnitt immer älter wird. Ich persönlich würde als Interessengebiete 'Entrepreneurship,' Sport' und 'Sprachen lernen' aufschreiben. Als Student hätte ich beispielsweise 'Studium', 'Stipendien' und 'Hochschulsport' mit aufgeschrieben.

2. Welche Probleme und Wünsche kannst Du in den Themenbereichen bzw. Trends die Du bei Punkt eins aufgeschrieben hast erkennen?

Ich würde beim Punkt 'Sport' beispielsweise aufschreiben, dass mir die Distanzen zum Kampfsport und Yogastudio zu weit sind. Ich wünschte alle meine Sportveranstaltungen kämen auf Abruf in mein Wohnzimmer. Außerdem würde ich gern mehrere Sportarten ausprobieren ohne mich immer gleich in einem Verein anmelden zu müssen und überall Termine für Probetrainings vereinbaren zu müssen.

3. Welche Lösungen gäbe es für die Probleme und Wünsche?

In diesem Schritt ist noch nicht wichtig, ob sich mit den Lösungen Geld verdienen lässt. Es geht erst einmal nur darum, prinzipielle Ansätze zur Lösung der Probleme und Befriedigung der Wüsche zu finden. Ich würde hier beispielsweise aufschreiben, dass ich mir für 'Brazilian Jiu Jitsu' und 'Yoga' einen Privatlehrer ins Office kommen lassen könnte. Oder ich könnte mir große Sportmatten ins Wohnzimmer legen um dort mit Freunden zu trainieren um nicht den Weg ins Kampfsportstudio bzw. Yoga Studio auf mich nehmen zu müssen.

Ein Idea Camp Start-Up hat sich tatsächlich dafür entschieden, Yoga Kurse online anzubieten und erspart mir idealerweise den Weg zum Yogastudio. Über MyAshram können Kunden im Live Stream von ihren Yogalehrern lernen.

Mit welcher der Lösungen lässt sich prinzipiell Geld verdienen?

Erst jetzt wird aussortiert und gekürzt. Im Beispielfall könnte ich mir vorstellen Privatlehrer zu vermitteln, die Hausbesuche machen. Ich könnte Sportkurse über das Internet anbieten, die mich von Sportstudios unabhängig machen oder ich könnte Sportmatten verkaufen, die sich besonders gut für den Heimgebrauch eignen (e.g. gut verstaubar). Wichtig für Geschäftsideen ist, dass die Ideen einen klaren (Kunden)Nutzen haben und klar ist an welcher Stelle von wem für die Dienstleistung bzw. das Produkt bezahlt wird.

Nachdem ein kleiner Pool an monetarisierbaren Ideen steht, sollte eine kurze Marktrecherche erfolgen. Ist ein Markt vorhanden? Ist der Markt schon vollständig bedient?

Stellt sich heraus, dass die Grundidee prinzipiell für ein Geschäftsmodell geeignet ist, wird es erst wirklich spannend, denn: Ideen gibt es zuhauf. Die gute Umsetzung von Ideen ist der entscheidende Part.

Umsetzung: Mit dem Rooting Framework zum ersten Kunden

Normalerweise sieht die Business Idee am Anfang sehr einfach aus. Man bietet einen Service oder ein Produkt an und ein Kunde zahlt dafür. Aber schon wenn man beginnt, sich nur ein wenig intensivere Gedanken über die Idee zu machen, nimmt die Komplexität rapide zu. Bevor man sich versieht, entsteht ein Geschäftsideen Monster, das fast zu komplex erscheint, um es anzugehen. Wie genau muss man Detail XY vertraglich gestalten und wie genau muss der Kundenbereich auf der Webseite gestaltet sein? Welchen Farbverlauf hat die Webseite und was wenn ein Kunde nicht die Standardausführung des Produktes haben will?

Damit man sich in diesem Fragenwust nicht verliert, ist es wichtig, einen auf das Minimum reduzierten Plan zum Starten des Unternehmens zu haben. Und die Skizzierung dieses minimalen Plans nennen wir beim Idea Camp ‚Rooting‘.

Der Minizyklus – der Weg zum ersten Kunden

Nachdem die Geschäftsidee steht ist der nächste Schritt im ‚Rootingprozess‘ des Idea Camps der Minizyklus. Konkret wird hier definiert, was getan werden muss, um zum ersten Mal mit einem Kunden eine Marge zu erzielen.

Die Basics

1. Welcher Prozess muss einmal durchlaufen werden um die Grundleistung bzw. den Kern des Produktes (mindestens) einmal zu verkaufen?

2. Welche Marketingkanäle sollen meinem Business zum ersten Kunden verhelfen?

3. Wie muss eine minimale Infrastruktur aussehen damit ich mein Produkt bzw. meinen Service anbieten kann?

Beispiel: Der vereinfacht dargestellte Prozess für einen Online-Handel für Sonnenbrillen

1. Einen Sonnenbrillenlieferanten finden

2. Eine Kundenanfrage erhalten

3. Die Sonnenbrille idealerweise direkt vom Lieferanten an den Endkunden verschicken lassen.

4. Rechnungsstellung

Die Infrastruktur, die man dafür benötigt lässt sich anfangs auf das allernötigste beschränken. Eine Shopseite über shopify.com oder ein einfaches Shoptemplate für ein paar Euro, beispielsweise von themeforest.net reichen aus um an den Start zu gehen. Für die erste Handvoll Kunden könnte man den Versand noch selbst übernehmen bevor man sich einen Fullfillment Anbieter suchen muss, falls der Lieferant kein Dropshipping anbietet.

Auch wenn viele Neulinge das Thema gern verdrängen: In der Regel ist Marketing der Schlüssel zum Erfolg eines jungen Unternehmens. Ohne Marketing gibt es keine Verkäufe, egal wie viel Zeit in eine schöne Infrastruktur investiert wurde. Man kann gar nicht früh genug mit dem Marketing beginnen. Sorgt dafür, dass sobald die Grundinfrastruktur steht, die Marketingtrommel gerührt wird.

Zurück zur Frage wie der Brillenshop an seinen ersten Kunden verkaufen kann: Spontan fallen mir folgende Vertriebs- und Publicitykanäle ein. Ebay, Dealnetzwerke, Blogmarketing, Facebook und Google Ads. Sicherlich gibt es noch zahlreiche weitere.

Eine stark vereinfachte Skizze für den Minizyklus eines Online-Brillenshops:

Mit dem Mini-Zyklus soll gezeigt werden, dass es relativ schnell gehen kann zum ersten Kunden zu kommen und die ersten Schritte an einem dreitägigen Wochenende machbar sind.

Kommentare

  • Mitch

    10.01.12 (19:05:55)

    Klasse Kerl und klasse Idee :-)

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