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04.12.12Kommentieren

Interview mit Rod Schmid, livekritik.de

"Die Zeit ist reif, Kulturkommunikation neu zu denken"

livekritik.de bündelt Besucherrezensionen über kulturelle Veranstaltungen in ganz Deutschland. Nutzer können die Webseite aktiv mitgestalten, indem sie Bewertungen und Kommentare zu Theater, Oper oder Lesung abgeben, Bilder einstellen und mit anderen Nutzern in Kontakt treten. Gründer Rod Schmid gibt im Interview einen Einblick in sein Konzept und einen Ausblick auf kommende Weiterentwicklungen.

Till Führer (Redaktion), Rod Schmid (Geschäftsführer), Karin Janner (Kommunikation) denken Kultur neuTill Führer (Redaktion), Rod Schmid (Geschäftsführer), Karin Janner (Kommunikation) denken Kultur neu

förderland: Hallo Herr Schmid, bitte stellen Sie sich und ihr Team doch kurz unseren Lesern vor...

Rod Schmid: Wir sind ein Team aus kultur- und Social Media-begeisterten Menschen, die eine zeitgemäße Plattform aus dem Blickwinkel des interessierten Kulturbesuchers konzipiert und aufgesetzt haben. Wir vereinen verschiedenste Kompetenzen.

Ich habe die Idee zu der Unternehmung entwickelt und es zusammen mit dem Wirtschaftsinformatiker Sebastian Hermann gegründet. Sebastian war Vorstand bei einer Agentur mit rund 240 Mitarbeitern und kennt sich aus im Aufbau von effizienten Organisationsstrukturen.

Karin Janner ist im Bereich Kultur und Kulturmanagement exzellent vernetzt und ist für die Online-Kommunikation zuständig. Und Till Führer ist verantwortlich für die redaktionellen Inhalte der Seite und die Koordination des Redaktionsteams. Oliver Pfau übernimmt die technische Administration.

Was verbirgt sich genau hinter livekritik.de? Und wie ist die Idee dazu entstanden?

Schmid: Die Idee hatte ich, als ich selbst nach guten Theateraufführungen, Kabarettveranstaltungen oder – für meine Tochter – nach Kinderveranstaltungen im Internet gesucht hatte und das oft ein mühsames Unterfangen war. Veranstaltungskalender gibt es viele, aber bis man einzelne Rezensionen auf vielen Seiten verstreut findet, muss man lange googeln. Da war mir klar, dass es unglaublich hilfreich und wertvoll wäre, wenn es ein Bewertungs- und Empfehlungsportal für alle Arten von kulturellen Veranstaltungen gäbe. Was sich für Restaurants, Hotels und Kameras längst bewährt hat, schaffen wir jetzt für den Kulturmarkt. Ein Service für die jährlich 33 Mio. Besucher von Theatern, Konzerten und Shows.

Ihre Plattform livekritik.de ist seit August 2012 online. Wie ist das Feedback der Nutzer? Tummeln sich bereits die ersten Freizeit-Feuilletonisten auf dem Portal?

Schmid: Das Feedback der Nutzer ist bisher sehr gut. Wir sind im Raum Berlin gestartet mit dem Ziel den deutschsprachigen Markt zu erschließen und erhalten jeden Tag neue Anmeldungen und schöne Rezensionen und Bewertungen. Bei einem Livekritik-Event in Berlin hatten wir 200 Livekritiker vor Ort, sehr gute Medienberichterstattung und anschließend fast 50 Rezensionen zu einer einzelnen Inszenierung. Die Veranstalter wissen, dass sie im Social Media-Zeitalter ihre Besucher stärker einbeziehen müssen und haben Lust mit uns zusammenzuarbeiten. Und den Besuchern ist der Austausch über Kultur wichtig.

Wie gewährleisten Sie, dass die Rezensionen eine gewisse Qualität einhalten?

Schmid: Ehrlich gesagt: Das müssen wir bisher fast gar nicht. Wir haben das Portal wertig aufgebaut und vertrauen unseren kulturaffinen Nutzern. Wir halten jede Meinung für wichtig und überlassen die Bewertung, ob eine Rezension hilfreich war oder nicht, wiederum unserer Community. Damit stehen die hilfreichen Rezensionen automatisch an vorderster Stelle und die weniger hilfreichen steigen ab.

Seit kurzem nimmt livekritik.de am Crowdinvesting teil. Was erhoffen Sie sich? Wie sind Sie bisher finanziert?

Schmid: Unser Portal lebt von der Beteiligung und der Kulturbegeisterung unserer Livekritiker. Da finde ich es konsequent, dass, wenn wir einen neuen Schritt in der Entwicklung unseres Portals gehen, hier auch unsere Nutzer einbinden und sie substanziell beteiligen. Wir wollen die erste Adresse für Kulturinteressierte werden, die sich im deutschsprachigen Raum individuell über Kulturveranstaltungen informieren möchten. Bisher finanzieren wir uns u.a. aus Eigenmitteln und erhielten als innovativ eingestuftes Unternehmen im Rahmen einer Landesförderung einen bewilligten Zuschuss von annähernd 100.000 Euro.

Wie wollen Sie die kritische Masse an Lesern und Feuilletonisten erreichen?

Schmid: Neben klassischen SEO/SEM-Maßnahmen werden wir unser Marketingkonzept auf drei Maßnahmen konzentrieren. Zum einen in einer klaren Ausrichtung auf Social Media. livekritik.de verfolgt einen nachhaltigen und zielgruppengenauen Aufbau von Fans und Followern und versteht sich als Partner der Kulturbesucher und Veranstalter. 

Zum zweiten: livekritik.de denkt Kultur groß. Das Portal baut ein Netzwerk Kultur auf (Modell "Huffington Post"). Wir werden den "First Movers" aus den zahlreichen Blognetzwerken und Kulturseiten mehr Reichweite durch die Einbindung ihrer Blogs und Inhalte verschaffen. Drittens: Livekritiker erhalten Zugang zu vergünstigten und teilweise exklusiven Events. Unser Portal gewinnt Relevanz und entfaltet Wirkung und Glaubwürdigkeit gerade auch in Offlineerlebnissen.

Für 2013 stehen zudem Kooperationen mit Verlagen und Medienunternehmen an, um die Reichweite von livekritik.de auch über klassische Medien zu erhöhen.

Was waren bislang die größten Herausforderungen? Und wie haben Sie die gemeistert?

Schmid: Es ist immer eine Herausforderung, Leute von einer neuen Idee zu überzeugen, weil die Beharrungskräfte in Deutschland stark sind. Aber nichts ist bekanntlich so stark, wie eine Idee, für die die Zeit gekommen ist. Und das beweisen u. a. die bis jetzt über 180 Investoren und die über 100, oft begeisterten Kommentare auf der Companisto-Plattform. Die Zeit ist reif, Kulturkommunikation neu zu denken.

Wie werden Sie Ihr Angebot weiterentwickeln?

Schmid: Zuerst werden wir konsequent die Geschäftsmodelle Premiumpakete für Veranstalter, zielgruppengenaue Online-Werbung und Vermittlung von Online-Tickets integrieren. Dann: Die Zukunft ist mobil. Wir werden einen Schwerpunkt auf die einfache und spielerische Nutzung von livekritik auf Smartphones legen.

Vielen Dank für das Interview!

Das Crowdinvesting für livekrititik.de läuft noch bis Januar 2013. Bereits ab 5 Euro kann man Kulturinvestor werden.

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