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20.01.11Leser-Kommentar

Interview mit Jan Michael Hess

"Die Smart Green Economy braucht jetzt mehr Gründer, mehr erfahrene Manager und mehr Investoren"

Am 24. und 25. März findet in Berlin die Konferenz der Smart Green Economy, der Ecosummit 2011, statt. Initiator Jan Michael Hess erklärt im Interview mit förderland, warum er den ECO11 ins Leben rief, auf was sich Teilnehmer freuen können und was er in Zukunft von "grünen" Start-ups, Wirtschaft und Gesellschaft erwartet.

Jan Michael Hess, Initiator des ECO11Jan Michael Hess, Initiator des ECO11

förderland: Hallo Herr Hess, stellen Sie sich doch bitte kurz unseren Lesern vor …

Jan Michael Hess: Ich bin Geschäftsführer der Berliner Beratungsfirma Mobile Economy GmbH, die wir bereits 2000 gegründet haben. In 2010 habe ich mein berufliches Going Green implementiert und den Green Venture Summit 2010 als internationale Start-up-Investoren-Konferenz organisiert. Inzwischen haben wir das Event umbenannt und inhaltlich erweitert. Das Ergebnis ist der Ecosummit, die Konferenz für die Smart Green Economy, die am 24. und 25. März 2011 in Berlin im neuen Ökohotel Scandic am Potsdamer Platz stattfinden wird.

Auf was dürfen sich die Teilnehmer freuen? Wie ist die Idee zu einer derartigen Veranstaltung entstanden?

Hess: Wir haben eine langfristige Strategie und wollen Teil der Lösung sein. Wir müssen unsere (inter)nationalen Volkswirtschaften in intelligente grüne Ökonomien transformieren, um die globalen Klima- und Ressourcenprobleme zu lösen. Der Ecosummit ist ein sehr gutes Instrument für uns und alle unsere Partner, ein internationales Netzwerk an Entscheidungsträgern und Lösungsanbietern aufzubauen. Insbesondere die Investoren und alle, die über große Budgets entscheiden, stehen in der Verantwortung. Auf dem Ecosummit 2011 bieten wir zwei Tage ein volles Programm mit Vorträgen und Workshops, die die wichtigsten Themen der Smart Green Economy auf den Prüfstand stellen.

Der Ecosummit ist die Nachfolgeveranstaltung des Green Venture Summit 2010. Was – außer dem Namen – wird sich im Vergleich zum letzten Jahr verändern?

Hess: Größer, breiter, internationaler und grüner. Also mehr Teilnehmer (Ziel: 400), mehr Zeit für mehr Inhalte und Networking (zwei Tage und parallele Workshops), mehr internationale Redner, Partner und Sponsoren und natürlich grünes Eventmanagement. Grünes Eventmanagement bedeutet die Auswahl eines nachhaltigen Veranstaltungsortes, was das Scandic bestens erfüllt. Wir managen auch den Carbon Offset der Konferenz mit unserem Partner ForestFinance, d.h. der Ausgleich der verursachten CO2-Emissionen durch CO2-Zertifikate und Waldinvestments. Für die Ermittlung des Carbon Footprint des Ecosummit 2011 fragen wir bei der Teilnehmerregistrierung die Mobilitätsplanung für die An- und Abreise ab. Außerdem motivieren wir die Delegierten, am Badge Recycling teilzunehmen und sich für vegetarisches Catering zu entscheiden. Für das Marketing der Ecosummit arbeiten wir digital, auch auf dem Event werden wir fast keine Printmaterialien verwenden. Ausnahme sind Zeitschriften der Medienpartner und die gedruckte Agenda.

Speziell für Start-ups aus der Cleantech-Branche wird ein Investorenpitch stattfinden. Wie läuft das ab? Wer kann sich wie bis wann bewerben? Was erwartet die Teilnehmer?

Hess: Grüne Gründer können sich für einen von 20 kostenlosen Investorenpitches bewerben. Wir suchen die besten Cleantech-Start-ups - sowohl in der Frühphase als auch in der Wachstumsphase des Unternehmens. Der Pitch dauert 8 Minuten, sollte 8 Slides umfassen und auf Englisch vorgetragen werden. Die Gliederung der Präsentation erklären wir auf unserer Website im Call for Start-ups. Jeder kann sich per E-Mail durch Zusendung der Investor-Presentation bei uns bewerben. Die erfolgreichen Start-ups sollten ihren Pitch dann sehr gut üben, damit die Performance rockt und sich im Anschluss viele Investorengespräche ergeben. Zusätzlich können sich Start-ups melden, die auf unserem Event launchen wollen.

Welche "grünen" deutschen Start-ups der letzten Jahre fanden Sie spannend?

Hess: TimberTower baut Holztürme für Windkraftanlagen. Super Idee, 30-40 Prozent kostengünstiger als Stahl oder Beton und bindet CO2. Prof. Kampker an der RWTH Aachen will das kostengünstige Elektrostadtauto Streetscooter bauen. Finde ich auch super, da die Autokonzerne zu langsam sind und wir viele unbefriedigte Elektroautokunden haben - ich bin einer davon. WeSustain, ein Investment des High-Tech Gründerfonds, entwickelt eine spannende Web Service Softwareplattform, die Unternehmen bei der Durchführung und Optimierung des Sustainability Managements unterstützt.

Was können Start-ups in Deutschland besser machen?

Hess: Erfolgreiche Start-ups brauchen eine gute Idee, ein erfahrenes Team, innovative Technologie und aktive Investoren. Der wesentliche Erfolgsparameter ist Execution, d.h. das Management der Firma, um die im Business Plan definierten Ziele zu erreichen. Dabei ist die Qualität entscheidend. Gute Leute ziehen gute Leute an, gute Produkte verkaufen sich (fast) von selbst. Insgesamt brauchen wir mehr Gründer und Investoren, die bereit sind, Risiko zu tragen. Insbesondere die Smart Green Economy braucht jetzt mehr Gründer, mehr erfahrene Manager und mehr Investoren.

Ist Deutschland wirklich auf dem Weg zur führenden Smart Green Economy, wie es auf der Veranstaltungs-Website heißt? Und was bedeutet das überhaupt?

Hess: Die ausführliche Antwort auf die Frage soll auf dem Ecosummit 2011 von allen Teilnehmern gemeinsam entwickelt werden. Meine Antwort heute lautet: Aktuell gibt es noch kein Land, das sich Smart Green Economy nennen kann. Denn zu den Erfolgsparametern gehören die vollständige Vernetzung aller Bürger, Unternehmen, Gebäude, Autos und Maschinen (100 Prozent Smart) und die vollständige Versorgung mit erneuerbaren Energien (100Prozent Renewable).

Dazu gehört aber auch das vollständige Angebot und die Nachfrage nach grünen, umweltfreundlichen Produkten und Dienstleistungen in allen Branchen. Konsequenterweise sollten alle Unternehmen künftig nur noch umweltfreundliche Produkte und Dienstleistungen anbieten, denn die Konsumenten der Zukunft, egal ob privat oder beruflich, werden nur noch einkaufen, was transparent nachhaltig ist. Für die Automobilbranche bedeutet Smart Green Economy: 100 Prozent Elektroautos. Im relativen internationalen Vergleich ist Deutschland auf einem guten Weg, aber erst in 10 bis 20 Jahren am Ziel. Langfristiges Denken und Handeln ist enorm wichtig für den Ausbau der intelligenten grünen Ökonomie.

Was erwarten Sie sich vom Ecosummit 2011?

Hess: Wir wünschen uns, dass alle Teilnehmer mit größerer Motivation aus dem Ecosummit 2011 herausgehen, ebenfalls Teil der Lösung zu werden und immer nach Bestleistung zu streben. Mutter Erde hat es verdient!

Vielen Dank für das Interview!

Kommentare

  • Konrad

    22.01.11 (16:09:40)

    Wahre Worte, wir m?ssen in diesem Sektor in Deutschland definitiv (noch) mehr tun. Viel Erfolg mit der Konferenz!

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