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14.09.11Kommentieren

Interview mit Jennifer Dietrich, Projektleiterin ScieCon

"Die ScieCon ist also eine Messe, die man mit jeder Zukunftsvorstellung besuchen kann"

Die ScieCon NRW wird am 26. Oktober 2011 in Bochum ihre Pforten öffnen. Messeleiterin Jennifer Dietrich stellt uns heute schon das Konzept der Firmenkontaktmesse vor, erklärt, warum Gründer die ScieCon unbedingt besuchen sollten und gibt uns einen Einblick in die Life Sciences.

Jennifer Dietrich, Projektleiterin der ScieConJennifer Dietrich, Projektleiterin der ScieCon

förderland: Hallo Frau Dietrich, stellen Sie sich doch bitte kurz unseren Lesern vor …

Jennifer Dietrich: Gern, mein Name ist Jennifer Dietrich. Ich bin 23 Jahre alt und habe gerade mein Bachelorstudium im Fachbereich "Molekulare Biotechnologie" an der Universität Bielefeld abgeschlossen. Ich bin nun fast zwei Jahre Mitglied der btS, der Biotechnologischen Studenteninitiative e.V., Deutschlands größter Studenteninitiative im Bereich der Life Sciences. In meiner Geschäftsstelle Bielefeld konnte ich bereits verschiedenste Workshops und Exkursionen in Zusammenarbeit mit Unternehmen organisieren und besuchen. Als aktuelle Herausforderung habe ich die Messeleitung der ScieCon NRW übernommen.

Sie sind Projektleiterin der Firmenkontaktmesse ScieCon. Was ist die Idee des Events?

Dietrich: Das Ziel der ScieCon ist es, jungen motivierten Studenten und Absolventen aus dem Bereich der Life Sciences die vielen Möglichkeiten für ihre berufliche Zukunft aufzuzeigen. Die Besucher der Messe sollen die Gelegenheit bekommen, direkt mit potentiellen Arbeitgebern in Kontakt zu treten. Das Konzept der ScieCon besteht darin, eine perfekte Verbindung zwischen Industrie und Hochschullandschaft zu knüpfen.

Warum lohnt es sich für Unternehmensgründer die Messe zu besuchen bzw. sich dort mit dem eigenen Unternehmen zu präsentieren?

Dietrich: Die ScieCon ist die älteste Firmenkontaktmesse, die sich speziell an Fachkräfte aus den verschiedenen Bereichen der Life Sciences richtet. Dadurch kann sie den Firmen einen einzigartigen Zugang zu Mitarbeitern von morgen bieten. Weiterhin stellt die ScieCon eine gute Möglichkeit zur Selbstpräsentation für die Unternehmen dar. Sie können sich, sowie ihre Arbeits- und Forschungsschwerpunkte nicht nur an ihrem Stand, sondern auch in einem öffentlichen Kurzvortrag vorstellen. Als Unternehmensgründer hat man auf der Messe deshalb die Chance potentielle, zukünftige Geschäftspartner zu treffen und gleichzeitig qualifizierte und motivierte Mitarbeiter kennenzulernen.

Die ScieCon wurde initiiert von der Biotechnologischen Studenteninitiative (btS) e.V.. Was ist das für eine Initiative? Und wie kam die Idee zu einer Firmenkontaktmesse zu Stande?

Dietrich: Die btS besteht aus über 800 Studenten und Doktoraden aus allen Bereichen der Life Sciences, die ein bundesweites Netzwerk bilden. Sie wurde 1996 im Rahmen des BioRegio Wettbewerbes in Köln gegründet. Mitglieder haben über das Lehrbuchwissen hinaus die Möglichkeit in vielen Veranstaltungen einen Einblick in die Berufswelt zu erlangen, denn die btS organisiert jährlich ca. 200 Events, an denen sie teilnehmen können. Außerdem ist es möglich eigene Vorstellungen und Ideen zu verwirklichen und somit weitere Erfahrungen zu sammeln, die im universitären Alltag so nicht zu erlangen wären.

Die btS versteht sich als Bindeglied zwischen Hochschule und Wirtschaft. Aus diesem Grund wurde 1999 zum ersten Mal die ScieCon in Bochum veranstaltet. Sie sollte ein weiterer Kommunikationskanal zwischen Studenten und Industrie werden und den Kontakt zu zukünftigen Arbeitgebern bzw. Mitarbeitern vereinfachen. Seitdem wurde die ScieCon 17 Mal erfolgreich an verschiedenen Standorten in ganz Deutschland ausgerichtet.

Seit 1999 ist die ScieCon zur größten Firmenkontaktmesse in dem Bereich der Life Sciences avanciert. Würden Sie uns einen Einblick in diese spezielle Branche geben? Und: Was waren die spannendsten Neuentwicklungen von jungen Unternehmen in den letzten Jahren?

Dietrich: Der Begriff der Life Sciences ist sehr breit gefächert. Er umfasst alle Forschungs- und Anwendungsbereiche, welche potentiell mit dem "Lebendigen" als solches in direkter Verbindung stehen. Mitglieder der btS und Besucher der ScieCon kommen darum vorwiegend aus den Bereichen der Biotechnologie und Biologie, aber auch Biochemiker, Chemiker, Pharmazeuten, Mediziner, Ingenieure, sowie Wirtschaftswissenschaftler und Bioinformatiker sind vertreten. Diese Vielfalt an Themengebieten führt zu einer außergewöhnlichen Interdisziplinarität. So konnte z.B. 2003 das menschliche Genom gänzlich sequenziert werden, sodass nun neue Informationen und Ansatzpunkte zum besseren Verständnis der menschlichen Biologie zur Verfügung stehen. In der Zukunft wird das Zusammenspiel der verschiedenen Fachrichtungen eine immer größere Rolle spielen, um neue Erkenntnisse, z.B. in der Krankheitsbekämpfung, zu gewinnen.

Eine spannende Entwicklung haben viele Firmen im pharmazeutischen Bereich gemacht. Ein Beispiel ist die Nutzung der RNA-Interferenz, die für mich eine interessante und vielversprechende Methode zukünftiger Krankheitstherapien darstellt.

Neben pharmazeutischen Aspekten hat sich aber insbesondere auch im Bereich der industriellen Biotechnologie sehr viel getan. So werden aktuell immer neue Verfahren entwickelt, um petrochemische Herstellungsverfahren gegen biotechnologische zu ersetzen. Stichworte sind hier die "grüne Chemie" und "CO2-Neutralität".

Die Veranstaltung richtet sich insbesondere an Studenten, Doktoranden und Absolventen aus dem Bereich der Life Sciences. Sind die vornehmlich auf der Suche nach Jobs? Oder ist die Gründung eines eigenen Unternehmens eine Alternative? Wie ist die Stimmung?

Dietrich: Generell kommen die Besucher eher um sich über Anstellungsmöglichkeiten in Unternehmen zu informieren. Allerdings gibt es auch Studenten und Absolventen, die eine Idee oder Vision haben und sich auf der ScieCon Anregungen und Kontakte für die Verwirklichung ihres eigenen Projektes erhoffen und finden. Die ScieCon ist also eine Messe, die man mit jeder Zukunftsvorstellung besuchen kann.

Vielen Dank für das Interview!

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