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19.10.09Kommentieren

Interview mit Stefan Probst, Startup Weekend Nürnberg

"Die Rückmeldungen der Teilnehmer waren regelrecht überwältigend"

Mitte September trafen sich in Nürnberg Gründungsbegeisterte zum ersten Nürnberger Startup Weekend. In 48 Stunden sollte ein Unternehmen auf die Beine gestellt werden. Im Interview mit förderland zieht Initiator Stefan Probst ein Resümee.

Stefan Probst, Initiator des Startup Weekend NürnbergStefan Probst, Initiator des Startup Weekend Nürnberg

förderland: Hallo Stefan, das erste Startup Weekend in Nürnberg ist Geschichte. Was ziehst du für ein Resümee? Haben sich Deine Erwartungen erfüllt?

Stefan Probst: Das Event war rundum gelungen, einfach grandios. Die Vorbereitungszeit von mehr als einem Jahr hat sich mit jeder einzelnen Minute gelohnt. Neben den sehr intensiven, persönlichen Erfahrungen, die jeder Einzelne für sich aus dem Wochenende mitgenommen hat, lässt sich seit dem Wochenende bei vielen Gelegenheiten eine erstaunliche Gründungs- und Aufbruchsstimmung bemerken. Allein daraus denke ich werden viele noch für längere Zeit persönliche Energie und Tatkraft schöpfen. Ich denke es ist uns gelungen, viele regelrecht aufzuwecken, dass sie ihren Ideen und Visionen nachgehen sollten und es letztlich nur den richtigen "just do it" Impuls braucht, um etwas Neues zu starten!

Welche Start-ups sind denn aus dem Weekend hervorgegangen? Und wie schätzt du deren Chancen bzw. Risiken ein?

Probst: Am Samstag Morgen wurden 23 Ideen präsentiert von denen dann am Ende des Vormittags sieben aufgegriffen und in eigenen Teams parallel ausgearbeitet wurden. Zwei dieser Teams haben dann gleich am Sonntag Abend als UG & Co. KG gegründet: Gründersprung.de und Nextdoorangels.org. Die anderen Teams sind gerade noch dabei herauszufinden, ob die Ideen und Konzepte stark genug sind, auch im Alltag der einzelnen Teilnehmer zu bestehen und in welcher Konstellation bzw. mit welchem Gründerteam eine Gründung realistisch.

Die beiden neu gegründeten Unternehmen haben ihre erste "Feuerprobe" in Form des Alltags nach dem Wochenende bereits gemeistert. Die Zeit wird zeigen, ob das Team und das Konzept stimmen, bisher sind alle Anzeichen sehr positiv. Die Risiken sind überschaubar – wir haben sorgfältig darauf geachtet, dass niemand ungewollt oder unvorbereitet in die Rolle eines UG Gesellschafters/Geschäftsführers gedrängt wird. Für alle anderen als Kommanditisten der KG ist die persönliche Haftung auf die Einlage beschränkt und auch ein späterer Ausstieg aus dem neu gegründeten Unternehmen ist unkompliziert möglich. Die Gründungskosten am Wochenende hat der OSBF übernommen, im ungünstigsten Fall müssen die Anlaufkosten sowie die Kosten zur Auflösung der Gesellschaften getragen werden. Dem gegenüber steht ein enormer persönlicher Erfahrungsschatz, den jeder für sich aus dem neuen Unternehmertum mitnehmen kann sowie die Chance gemeinsam mit einem Team von Gleichgesinnten eine herausragende Idee erfolgreich auf dem Markt umsetzen zu können.

Wie fällt das Feedback seitens der Teilnehmer aus?

Probst: Die Rückmeldungen der Teilnehmer waren größtenteils regelrecht überwältigend – dass das Feedback derart positiv ausfällt, hat uns dann doch überrascht. Eine Sammlung von "Blitzlichtern" zum Event findet sich auf dem SWN-Portal. Wir waren sehr zufrieden, dass wir trotz der enormen Bandbreite der Teilnehmer während des Wochenendes fast niemanden "verloren" haben – nur in einzelnen Fällen kamen Teilnehmer entweder mit zu spezifischen Erwartungen oder hatten überhaupt keine Vorstellung, was sie erwartet. Eine besonders eindrucksvolle Rückmeldung, die in dieser Art von mehreren Teilnehmern kam, beschreibt das Wochenende in etwa so: "Der Montagmorgen hat sich angefühlt, als ob man mehrere Wochen im Ausland unterwegs gewesen wäre – es war enorm anstrengend und man ist völlig verausgabt, aber gleichzeitig ist man auch erfüllt von frischer, positiver Energie und fühlt sich einfach nur glücklich!"

Wird es eine Neuauflage geben? Und – falls ja – welche Erfahrungen/Learnings nehmt Ihr mit ins zweite Nürnberger Startup Weekend? Was werdet Ihr voraussichtlich an der Konzeption ändern, was beibehalten?

Probst: Die Entscheidung, dass es eine Fortsetzung in 2010 geben wird, ist bereits Samstag Mittag gefallen, nachdem schon zu diesem Zeitpunkt klar war, dass das Event ein außerordentlicher Erfolg sein wird.

Eine Herausforderung für das nächste SWN bleiben die Gruppengröße und die Gruppenzusammensetzung. Es gibt Argumente, die sowohl für kleinere als auch für noch größere Gruppen sprechen – hier ist unklar, ob es überhaupt einen goldenen Mittelweg geben kann. In zu kleinen Gruppen fehlt potentiell zu viel spezifisches Know-how und zu große Gruppen machen bei der Gründung nicht mehr wirklich viel Sinn, da die Koordinierung und Abstimmung mit steigender Größe eines Gründerteams zunehmend schwieriger wird.

Beim kommenden SWN möchten wir noch mehr gezieltes Coaching für die einzelnen Gruppen anbieten, sofern dieses von den Teams explizit angefragt und gewünscht wird. Wir müssen noch besser auf diejenigen eingehen, die ohne umfangreichen Technologiebackground kommen und einen Weg finden, wie sich die Teilnehmer bereits auf dem Portal mit ihren Tags vorstellen können und nach dem Event dort noch einfach auffindbar sind, um das Networking noch mehr zu erleichtern. Außerdem wird es beim nächsten Mal den geplanten Ruheraum zum Zurückziehen wirklich geben.

Das Grundkonzept werden wir auf jeden Fall in weiten Teilen beibehalten, vieles hat ganz einfach hervorragend funktioniert. Das nächste SWN wird voraussichtlich Ende Oktober 2010 stattfinden, die Planung kann man wieder über die Landing Page und das Portal mitverfolgen. Unterstützung und Mithilfe bei der Organisation sind natürlich auch beim nächsten Mal wieder herzlich willkommen!

Vielen Dank!

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