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30.09.14

Die Rückkehr in die Steuerehrlichkeit wird ab 2015 teurer und schwieriger

Prominente wie Alice Schwarzer oder Uli Hoeneß bilden nur die Spitze eines Eisbergs von Steuerhinterziehern, die durch eine Selbstanzeige beim Finanzamt auf Strafbefreiung hoffen.

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Die Bundesregierung hat im Spätsommer beschlossen, die gesetzlichen Regelungen für die strafbefreiende Selbstanzeige zu verschärfen, die neuen Vorschriften treten mit Wirkung zum 1. Januar 2015 in Kraft. Damit bleibt deutschen Steuerpflichtigen, die - obwohl sie Steuerrückstände beim Fiskus haben - bisher noch nicht von diesem Instrument Gebrauch gemacht haben, nur noch wenig Zeit, um einfacher und günstiger zur Steuerehrlichkeit zurückzukehren und weitergehende Konsequenzen zu vermeiden. Allerdings sind dabei zahlreiche Formalkriterien zu beachten, daher sollte eine solche Maßnahme wohlinformiert und nur mit Unterstützung eines Fachanwaltes eingeleitet werden.

Die Zeit wird knapp für Steuersünder

Wer seinen Lebensmittelpunkt in Deutschland hat, also sich mindestens 183 Tage im Jahr hier aufhält, muss sein gesamtes Einkommen nach deutschem Steuerrecht versteuern. Also auch solches, das im Ausland erwirtschaftet wird, etwa in Form von Zinsen oder Dividenden. War es früher relativ einfach, sein Geld in sogenannten Steueroasen ganz oder teilweise zu verstecken und die erzielten Zinsen schwarz zu kassieren, ist das Bankgeheimnis mittlerweile kein sicherer Schutz mehr, selbst in der Schweiz werden die Vorschriften auf internationalen Druck hin zunehmend gelockert. Zusätzliche Gefahr droht Steuerhinterziehern zudem durch CDs mit Bankdaten, deren Erstellung und Weitergabe ist zwar nicht legal, dennoch werden sie von der Finanzverwaltung angekauft und ausgewertet.

Strafbefreiende Selbstanzeige nur bei unentdeckten Steuervergehen

Schon heute gilt, dass eine Strafbefreiung bei einer Selbstanzeige nur dann in Frage kommen kann, wenn die Tat bisher unentdeckt ist. Wenn der Fiskus also bereits Kenntnis von einem Steuerdelikt hat, ist eine strafbefreiende Wirkung der Selbstanzeige nicht mehr möglich, übrigens auch dann nicht, wenn die Selbstanzeige wie im Fall Hoeneß unvollständig war. Daher sollten Steuersünder sich mit einem erfahrenen Rechtsanwalt in Sachen Steuerrecht beraten und die Vermögensverhältnisse lückenlos und vollständig erklären. Und zwar möglichst schnell, denn ab 2015 gelten deutlich strengere Kriterien.

Steuer- und Strafrecht werden 2015 angeglichen

Noch kennen Steuer- und Strafrecht unterschiedliche Verjährungsfristen für Steuerdelikte, dieses wird mit der Gesetzesreform ab 2015 angeglichen, es gelten dann einheitlich Verjährungsfristen von 10 Jahren. Wer jetzt also schnell reagiert, kann unter Umständen noch von einer strafbefreienden Selbstanzeige profitieren, sofern diese in Form und Umfang korrekt erstellt wird. Worauf dabei zu achten ist und welche Veränderungen ab 2015 noch greifen, vermittelt das kostenloses E-Book "Strafbefreiende Selbstanzeige" von Lexware, das mit vielen Praxistipps den Weg zurück in die Steuerehrlichkeit erleichtert und sogar für den Worst Case - die Steuerfahndung - zehn Tipps bereithält. Wobei es fraglos besser ist, es nicht soweit kommen zu lassen, sondern mit den Finanzbehörden zu kooperieren und die eigenen Einkünfte korrekt zu versteuern.

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