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08.10.13Kommentieren

Interview mit Andreas Trinkwalder, Looky-Looky

„Die Looky-Looky App zielt jedoch ganz spezifisch auf den Fall der Handyspionage im gesellschaftlichen Zusammenleben ab“

Der eifersüchtige Lebensgefährte hat es auf unser Smartphone abgesehen. Oft reicht ein heimlicher Schulterblick auf die PIN-Eingabe und die Privatsphäre ist dahin. Um sich im Alltag abzusichern, hat Andreas Trinkwalder die Antispionage-App “Looky-Looky” entwickelt. Wie die genau funktioniert, ob die App auch vor der NSA schützt und wie er Looky-Looky weiterentwickeln will, erklärt er im Interview mit förderland.

Andreas Trinkwalder

Hallo Herr Trinkwalder, bitte stellen Sie sich doch kurz unseren Lesern vor …

Andreas Trinkwalder: Produktentwicklungen und die nachhaltige Sicherung von Unternehmen durch eine innovationsgetriebene Unternehmenskultur haben mich seither fasziniert. Nach meinem Studium der Betriebswirtschaftslehre mit dem Schwerpunkt Innovationsökonomie entwickelte ich im Rahmen meiner Diplomarbeit sogar ein erstes erfolgreiches Produkt, die studentische Rabattkarte card4students.

Seit einigen Jahren bin ich als Berater mit den Schwerpunkten Innovation Engineering, Product Management und Customer Experience Entwicklung tätig. Neben meiner freiberuflichen Beratertätigkeit habe ich dieses Jahr meinen Fokus auch auf die Realisierung eigener Produktideen gelegt. Während sich einige Produkte noch in der Entwicklung befinden, konnte ich nun mit Looky-Looky meine erste App launchen.

Mit Ihrer neuen Antispionage-App “Looky-Looky” wollen Sie private Schnüffelei verhindern. Stellen wir uns also vor, der eifersüchtige Partner möchte auf das Smartphone seiner Freundin zugreifen … Was passiert dann genau?

Trinkwalder: Die Handy-PIN ist im gesellschaftlichen Zusammenleben und in Beziehungen kein ausreichender Schutz. Alleine durch einen schnellen Schulterblick kann diese kinderleicht in Erfahrung gebracht werden. Gibt es einen Verdacht, dass jemand auf Ihrem iPhone umherschnüffelt, muss zunächst die Looky-Looky App aktiviert werden. Beim nächsten Entsperren des iPhones wird dann sofort ein Foto mit der Frontkamera geschossen, welches in einem separat geschützten Bereich abgespeichert wird. So hat man in jedem Fall schon einmal ein Beweismittel in der Hand, ob jemand Drittes versucht hat, im eigenen iPhone herumzuspionieren.

Dazu simuliert die App den iPhone-Homescreen und alle Berührungen darauf werden ebenfalls aufgezeichnet. Alternativ kann man beim nächsten Entsperren auch einen Alarm zur Abschreckung oder eine persönliche Videobotschaft an einen potentiellen Eindringling abspielen. Letzteren Modus haben wir „Die Konfrontation“ genannt.

Das Thema Privatsphäre wird aktuell durch die “Snowden Affäre” in den Medien heiß diskutiert. Inwiefern profitieren Sie von der Sorge der Smartphone Nutzer um Ihre Daten?

Trinkwalder: Von E-Mails über Kontakte oder private Fotos – Ihr Smartphone spiegelt ihr halbes Leben wider. Gegen Spionage von Geheimdiensten ist man mehr oder minder machtlos. Die Looky-Looky App zielt jedoch ganz spezifisch auf den Fall der Handyspionage im gesellschaftlichen Zusammenleben ab. Und hier kann es unter Umständen kritischer werden, als wenn die NSA weiß, wann sie zuletzt einen Gruß an Ihre Freunde im Whatsapp-Gruppenchat gesendet haben.

Wie ist das Feedback der Nutzer? Gibt es auch kritische Stimmen zu Ihrer App?

Trinkwalder: Einige Nutzer wünschen sich eine solche Anti-Spionage App, die permanent auf dem iPhone im Hintergrund mitläuft und nicht erst bei Verdacht aktiviert werden muss. Dies konnten wir jedoch aufgrund der Apple-Limitationen für iOS nicht umsetzen. Man muss bei Spionageverdacht also zuerst den Köder auslegen, bevor die Falle dann zuschnappt.

Wie sieht generell der Markt für solche Antispionage-Apps aus? Wer sind Ihre Konkurrenten?

Trinkwalder: Es gibt einige wenige Apps, die sich diesem Anwendungsfall der Handyspionage im gesellschaftlichen Umfeld ebenfalls angenommen haben. Manche davon funktionieren nur eingeschränkt bis gar nicht. Oder sie waren in der Bedienung nicht richtig verständlich. Das war dann gleichzeitig unsere Motivation, trotz der Limitationen auf iOS, eine marktfähige Version zu realisieren, die funktioniert und verständlich ist.

Die Technology Roadmap für immer sicheren Zugang zu mobilen Endgeräten wird sich auch stetig weiterentwickeln. Ein Beispiel sehen wir jetzt bei Apples Touch ID. Jedoch kommt hier auch nach einem erfolglosen Scan bekanntlich die PIN-Abfrage. Je länger an dieser Front auch mit den bekannten Problemen wie Funktionsfähigkeit beim Zugang und auch Akzeptanz gekämpft wird, umso länger gestaltet sich der Produktlebenszyklus der Looky-Looky App.

Die Looky-Looky App ist ein Produkt Ihres Start-ups enforce WOW. Wie haben Sie die Startphase finanziert?

Trinkwalder: Die Entwicklung der Looky-Looky App erfolgt eigenkapitalfinanziert. Da ich u. a. einen Lean Approach verfolge, konnte ich die Investitionen und Kosten für den Unternehmensaufbau und die Entwicklung der App bisher selbst tragen.

Was sind Ihre nächsten Ziele? Befinden sich weitere Produkte zum Schutz der Privatsphäre in der Pipeline?

Trinkwalder: Aktuell arbeiten wir an einem Update für die App. Neben designspezifischen Anpassungen werden wir auch noch ein paar neue Features aus unserem Ideenpool einbauen. Wird die Looky-Looky App angenommen, ist das Ziel für die nächsten 12 Monate auch die Internationalisierung bzw. internationale Vermarktung der App auf iOS Basis sowie die Entwicklung der App für weitere Plattformen.

Neben der Entwicklung der Looky-Looky App habe ich dieses Jahr zwei weitere Unternehmen gegründet. Der Marktlaunch dieser ist für 2014 mit Produktideen jeweils im Bereich Lifestyle und Supply Chain Management vorgesehen.

Vielen Dank für das Interview!

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