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07.03.12Kommentieren

Interview mit Alexander Prokop, myAshram.de

"Die Idee zu unserem Projekt ist während des IdeaCamps in Berlin entstanden"

Yoga via Web. Im Interview erklärt uns myAshram-Gründer Alexander Prokop, wie das genau funktioniert, spricht über Bootstrapping und erklärt, warum sein Start-up zum Erfolg wird.

Alexander Prokop, Gründer von myAshram.deAlexander Prokop, Gründer von myAshram.de

förderland: Hallo Herr Prokop, wie kommt man denn auf die Idee, Yoga übers Internet anzubieten?

Alexander Prokop: Die Idee zu unserem Projekt ist während des IdeaCamps im September 2011 in Berlin entstanden. Das IdeaCamp ist eine Veranstaltung, bei der angehende Unternehmer und gründungswillige Menschen, mit Hilfe ganz bestimmter Methoden, bei der Entwicklung eines funktionierenden Geschäftsmodells unterstützt werden.

Wir haben uns damals gefragt, wo wir persönlich einen Bedarf in der Gesellschaft sehen und was uns selbst begeistern könnte. Mein Geschäftspartner und ich kamen zu dieser Zeit mit Yoga in Kontakt. Wir sind sehr internetaffin und haben bei der Suche nach einem wirklich guten Yogastudio im Internet, dass unseren eigenen Ansprüchen gerecht wird, nichts gefunden. Damit war die Idee von "myAshram" geboren. Seit Mitte Januar sind wir nun produktiv und arbeiten ständig daran, unsere Plattform weiter zu verbessern und auszubauen.

Gehen die Leute nicht auch zum Yoga, um mit anderen in Kontakt zu kommen? Welche Vorteile bietet Yoga via Web?

Prokop: Das ist ein sehr wichtiger Punkt. Menschen sind von Natur aus gesellig und umgeben sich gerne mit Gleichgesinnten. Der persönliche Kontakt ist auch in den Zeiten des Internets immer noch die wichtigste Art der zwischenmenschlichen Konversation. Dennoch zwingen uns Termindruck und Mobilität am Arbeitsplatz dazu, hin und wieder den regelmäßigen Vereinsabend oder die Yogastunde ausfallen zu lassen. Wir möchten mit unserem Konzept genau dort ansetzen.

Die Möglichkeit seine Yogastunde unabhängig von Zeit und Ort zu praktizieren, verschafft vorallem Freiheit. Menschen, denen regelmäßige Bewegung wichtig ist, um körperlich und geistig ausgeglichen zu sein, schätzen unser Angebot sehr. Ein Sprichwort sagt: "In einem gesunden Körper wohnt immer auch ein gesunder Geist." Die Verbindung von Körper und Geist wird durch Yoga bewusst herbeigeführt.

Mit myAshram muss man aber nicht auf den Kontakt zu anderen verzichten. Den Kontakt zu anderen Menschen ermöglichen wir auf myAshram durch ein Forum, mit dem die Teilnehmer ihre Yogaerfahrungen austauschen können. Es ist hiermit auch möglich, direkt Fragen an die Yogalehrer zu stellen, wenn man mehr Informationen zu einer Übung benötigt oder spezielle Dinge mit Bezug zum eigenen Körper wissen möchte.

Wie wird das Konzept bisher von den Kunden angenommen? Und was tun Sie, um neue Kunden zu begeistern?

Prokop: Unsere Kunden schätzen die Möglichkeit, ihre Yogastunde genau dann zu besuchen, wenn sie Zeit dafür haben. Auch der persönliche Kontakt zum Lehrer bedeutet einen großen Mehrwert.

Ein Kundin berichtete mir, dass ihr der Eindruck, dass der Lehrer dort extra für Sie unterrichtet, sehr gefällt. Die Yogastunden auf myAshram sind exklusiv für dieses Medium aufgezeichnet. Das bedeutet, dass wir keine Klassen in einem regulären Yogastudio filmen, bei denen vor Ort auch noch andere Teilnehmer mitmachen. Bei uns unterrichtet der Lehrer nur für den "Online-Teilnehmer". Das schafft ein Gefühl der Nähe und Persönlichkeit.

Wichtig ist uns, dass myAshram keine x-beliebige Fitnessplattform ist. Wir möchten uns bewusst von diesem Trend abheben und legen viel Wert auf Gesundheit und zum Teil Spiritualität. Es geht im Grunde darum, den eigenen Körper mit einer ganzheitlichen Betrachtungsweise besser kennenzulernen. Viele Menschen finden den Einstieg in das Yoga, weil sie körperliche Beschwerden haben. Dazu zählen beispielsweise Rückenschmerzen oder Knieprobleme. Yoga kann, bei richtiger Anwendung, gegen diese Beschwerden helfen. Wenn man tiefgreifend in das Thema Yoga eintaucht, stellt man außerdem eine Veränderung auf der geistigen Ebene fest.

Einen Ausgleich zum Tag schaffen, abschalten können wo und wann man will und dabei den eigenen Körper besser kennenlernen. Damit möchten wir unsere Kunden begeistern.

Wie kommt das Konzept auf der anderen Seite bei den Yoga-Lehrern an?

Prokop: Unsere Yoga-Lehrer sind von dieser neuen Art des Yogaunterrichts begeistert, auch wenn anfangs kleine Zweifel vorhanden waren. Viele Lehrer kennen diese Art des Unterrichts noch nicht und es müssen in der Tat ein paar Dinge im Vergleich zur "Offline-Yogastunde" beachtet werden.

Die Kurse bei myAshram sind hauptsächlich für Yoga-Anfänger konzipiert. Es wird mehr erklärt und auch langsamer unterrichtet als in einem Yoga-Studio. Diese Zeit braucht der Teilnehmer einfach, um die Übungen zu Hause nachzuvollziehen. Als Yogalehrer benötigt man bei dieser Unterrichtsform sehr viel Erfahrung, da kein direktes Feedback von den Teilnehmern vorhanden ist. Der Lehrer muss also Besonderheiten bei bestimmten Übungen aus seiner Erfahrung kennen und vor der Übung alle wichtigen Aspekte umfangreich erklären.

Unser Ziel ist es, dass die Teilnehmer während des Unterrichts nicht zwangsläufig immer zum Bildschirm schauen. Um das zu erreichen, müssen die Stundeninhalte eindeutig und unmissverständlich durch die Lehrer vermittelt werden. Dies erfordert ein hohes maß an Struktur und Vorbereitung, garantiert aber auch gleichzeitig eine hohe Qualität der Stunden. Der hohe Anspruch bei myAshram ist für die Yogalehrer eine Herausforderung, aber gleichzeitig auch Merkmal für ihre Professionalität.

Ein positiver Aspekt für die Lehrer ist die Steigerung ihrer Bekanntheit. Unsere Webseite ist ja von jedem Ort der Welt aus erreichbar. Das ermöglicht dem Lehrer auch außerhalb des üblichen Yogastudios bekannt zu werden.

Wie steht es um die Finanzierung? Setzen Sie auf Bootstrapping? Gibt es Investoren?

Prokop: Unser Projekt ist zu 100 Prozent Eigenfinanziert. Das verschafft Freiheiten, die wir sehr zu schätzen wissen. Bootstrapping ist aus diesem Grund für uns ein sehr wichtiger Punkt, denn das Unternehmen muss in der Lage sein, mit den begrenzten finanziellen Mitteln aus sich selbst heraus zu wachsen.

Warum wird myAshram zum Erfolg? Und was bedeutet "Erfolg" für Sie?
 
Prokop: Erfolg bedeutet für uns eine Win-Win-Win-Situation. Für unseren Kunden möchten wir eine Möglichkeit schaffen, die ganzheitliche Sichtweise auf den Körper zu schärfen und Beschwerden zu lindern. Unseren Lehrern ermöglichen wir es, ihren Yogaunterricht in die Welt hinaus zu tragen und sich weiterzuentwickeln. Wenn das Unternehmen dabei ebenfalls einen Gewinn abwirft, um in Zukunft weiter dem hohen Anspruch der Kunden gerecht zu werden, haben wir unser Ziel erreicht.

myAshram wird zum Erfolg, weil wir den Bedarf nach Gesundheit und Flexibilität bei unseren Kunden erkannt haben und es uns zur Aufgabe gemacht haben, diesen zu befriedigen.

Vielen Dank für das Interview!

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