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13.09.06Kommentieren

Rechtsformen

Die geplante GmbH-Reform

Die geplante GmbH-Reform ist trotz guten Willens ein Schritt in die falsche Richtung.

Ein Beitrag von Rechtsanwalt Christian Lentföhr

Die bewährte Rechtsform der GmbH wird nicht durch die britische Limited aus dem seriösen Wirtschaftsleben verdrängt werden, etwa weil diese leichter zu handhaben sei. Wer dies behauptet, vergisst, dass die deutsche GmbH schon vor Jahrzehnten als Patin für die romanischen S.A.R.L. einen Siegeszug durch Kontinental-Europa feierte. Er verkennt auch, dass die britische Rechtsprechung ein ebenso ausgefeiltes Haftungssystem entwickelt hat wie der deutsche Bundesgerichthof.

Wer die Rechtsform der britischen Limited wegen des niedrigen Betrages wählt, der bei Gründung einzuzahlen ist, dem kommt es seltener auf die ideale Rechtsform für ein seriöses Unternehmen an. Häufiger wird er den „billigen“ Gesellschaftsmantel wählen, um insolvenzrechtliche Probleme zu verhängen. In diesen Fällen wird aber das fremde Gesellschaftsrecht selten richtig gehandhabt, so dass wir nach einer Gründungswelle in den kommenden Jahren eine Löschungswelle der Scheinauslandsgesellschaften erleben werden.

Die Herabsetzung des Mindeststammkapitals für eine GmbH wird diese für Unternehmer nicht attraktiver gegenüber der Limited machen, weil echte Unternehmer an der Limited kein wirkliches Interesse zeigen. Sie sehen keinen Sinn in doppelten Kosten einer Buchführung und ausländischer Rechtsberatung. Namhafte Unternehmen sind bislang nicht durch eine solche Gründung bekannt geworden.

Die Praxis zeigt, dass selbst ein Kleinunternehmen in der Gründungsphase schon mit 25.000 Euro in der Regel die Betriebskosten der ersten Monate nicht bestreiten kann, bis die ersten Einnahmen sprudeln. Für Dienstleister mit geringen Betriebs- und Herstellungskosten bieten die verschiedenen Personengesellschaften hinreichende Möglichkeiten.

Die Probleme der GmbH liegen in der Unternehmensführung und Kapitalerhaltung.

Autor: Christian Lentföhr

Rechtsanwalt, Fachanwalt für Handels- und Gesellschaftsrecht, Fachanwalt für Arbeitsrecht

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Christian Lentföhr

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