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20.05.15Kommentieren

Ingo Rakemann

Die fünf häufigsten Fehler bei der Unternehmensgründung

 

Der Weg in die Selbstständigkeit ist spannend, aber auch lang, und er birgt das Risiko des Scheiterns. Wir haben die fünf häufigsten Gründungsfehler zusammengestellt, um Ihnen zu zeigen, wie Sie Stolpersteine umgehen können.

 

 

1. Nicht ausgereifte Geschäftsidee und nicht geklärte Nachfrage

Die Idee für eine Unternehmensgründung mag Ihnen schnell in den Sinn kommen und auf den ersten Blick auch vielversprechend wirken. Verlassen Sie sich aber nie ausschließlich auf Ihre Intuition („Das wird schon laufen!“), sondern analysieren Sie, ob es überhaupt einen Bedarf für Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung gibt. Ein simpler Weg, Interesse und tatsächliche Kaufbereitschaft zu testen, sind ausführliche Gespräche mit potentiellen Kunden. Die Gespräche können Ihnen helfen, zu verstehen, wie die Zielgruppe tickt. Außerdem sollten Sie recherchieren, auf welchen Kanälen Sie die Zielgruppe am besten erreichen können.

2. Fehlende Marktanalyse

Auch wenn Sie davon überzeugt sind, dass Ihre Idee einzigartig ist – eine gründliche Konkurrenzanalyse ist unabdingbar. So ersparen Sie sich etwa bei einem Pitch peinliche Fragen von Investoren, ob Sie Ihren wichtigsten Konkurrenten XY denn nicht kennen. Neben der (relativen) Einzigartigkeit des angebotenen Produkts, der sogenannten Unique Selling Proposition (USP), ist auch die gründliche Standortanalyse unerlässlich. So wird verhindert, dass das x-te Nagelstudio im Viertel aufmacht, obwohl der Markt bereits gesättigt ist.

3. Fehlendes betriebswissenschaftliches Wissen

Viele Gründerinnen und Gründer sind in ihrem Fachgebiet erfahren und liefern hohe Qualität, doch häufig verfügen sie nicht über die notwendigen betriebswirtschaftlichen Kenntnisse. So mag der Fliesenleger ein Fachmann für Estrich und Mörtel sein und exzellente Verfugungsarbeiten durchführen, doch es fehlt ihm Know-How in den Bereichen Personal, Finanzierung und Buchführung. Vielleicht weiß er auch nicht so genau, welche Versicherungen für ihn optimal sind und welche Rechtsform er wählen sollte.

Es ist wichtig, dass Sie als Gründer selbst den Überblick über Ihre Finanzen behalten. Sie sollten selbst einen detaillierten Finanzplan erstellen, der die Zahlungsströme abbildet und mit dessen Hilfe Sie einen Soll-Ist-Abgleich vornehmen können. Hierbei kann Ihnen ein professioneller Gründungsberater zur Seite stehen. Führen Sie sich immer wieder vor Augen, was Ihre konkreten Absatzerwartungen ursprünglich waren, ob diese erfüllt wurden und ob es Zeit ist, die Strategie zu ändern.

4. Fehlender Rückhalt aus der Familie und dem Freundeskreis

Ein unterstützendes Umfeld ist für Unternehmer sehr wichtig. Die ersten Jahre einer Gründung erfordern viel Kraft, Ausdauer und Geduld. Familie und Freunde sollten der Selbstständigkeit nicht allzu skeptisch oder ablehnend gegenüberstehen, sondern Ihnen den Rücken stärken. Nur so stoßen Sie auf Verständnis, wenn – gerade in der Anfangsphase ­ –wenig Zeit für das Privatleben bleibt. Denn Selbstständige können viel unterwegs sein oder besonders spät arbeiten. In einigen Branchen sind Selbstständige vom Wetter oder der Saison abhängig, z.B. im Weihnachtsgeschäft. Meist arbeiten Selbstständige schlicht mehr Stunden als Angestellte und können es nicht ihrem Chef „in die Schuhe schieben”, wenn sie zu spät zum Abendessen kommen. Eine gute Organisation und klare Absprachen helfen, damit Ihnen genug Zeit mit der Familie bleibt. Immerhin bringt die Selbstständigkeit ja auch mehr Flexibilität, sodass gemeinsame Mittagessen oder spontane Ausflüge oder Auszeiten mit dem Kind besser einzurichten sind, als im Angestelltenverhältnis.

5. Finanzen

Ein noch so lukratives Geschäft wird nicht garantiert ab dem ersten Monat schwarze Zahlen schreiben. Betrachten Sie die ersten Monate als Anlaufphase. So muss z.B. der Online-Shop erst noch programmiert werden oder die Neueröffnung des Cafés hat sich noch nicht herumgesprochen und die Gäste trudeln nur schleppend ein. Gehen Sie nicht davon aus, vom ersten Tag an von Ihrem neuen Unternehmen leben zu können, sondern sichern Sie sich einen finanziellen Puffer für die Anlaufzeit und eventuelle Durststrecken.

Außerdem kommt bei einer Unternehmensgründung eine Vielzahl von Ausgaben auf Sie zu, auch solche, mit denen Sie vielleicht gar nicht gerechnet haben: Genehmigungen, ggf. eine Mietkaution, Sozialabgaben für Mitarbeiter sowie Kosten für Werbemittel und Kundenakquise. Die laufenden Kosten für Miete und Personal müssen auch dann gestemmt werden, wenn die Umsätze noch gering sind. Und nicht zuletzt brauchen Sie als Unternehmer Geld, um Ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Lassen Sie sich auch in dieser Hinsicht professionell beraten, damit Sie keine bösen finanziellen Überraschungen befürchten müssen.

Die Lösung: Erstellen Sie einen Businessplan

Die meisten dieser Probleme lassen sich leicht vermeiden: Die Erstellung eines Businessplans zwingt Sie dazu, Ihre Gründung und die Unternehmensführung systematisch zu planen und eventuell nicht bedachte Faktoren und Mängel aufzuzeigen. Umsatz-, Personal-, Liquiditäts- und Rentabilitätsplanung, Marketingstrategie und privater Kapitalbedarf sind nur einige Eckpunkte, die Sie im Rahmen einer Businessplanerstellung reflektieren werden.

Der Businessplan ist mehr als nur ein Türöffner, wenn es um Bankkredite geht, er vereinfacht auch für Sie selbst die Erfolgskontrolle. Der Businessplan ermöglicht Ihnen eine systematische Vorgehensweise, sodass Wissenslücken und Risiken sichtbar werden. Weil ein durchdachter Businessplan Ihre Erfolgsaussichten erhöht, sollte er von einem qualifizierten Berater bzw. einer Beraterin geprüft werden. Unverzichtbar ist der Businessplan natürlich auch bei der Suche nach Investoren, die vor allem bei den Zahlen ganz genau hinschauen.

 

Autor: Ingo Rakemann

Ingo Rakemann

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