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23.05.11Leser-Kommentar

Interview mit Michael Schülke

"Die Formel dazu heißt: Kaltakquise"

Wer heutzutage im Web seine Waren verkaufen möchte, der stellt schnell fest, dass es ohne einige Marketing-Instrumente kaum noch geht. Eines dieser Instrumente, so hoffen zumindest die Gründer von tellaclick, soll ebenfalls bald der beste Freund der E-Commerce-Handels werden, nämlich Online-Bonusprogramme. Was des Besondere an ihrem Ansatz ist, wie sie vorankommen und wo sie gerade sind, das erzählt uns heute Michael Schülke, Mitgründer des Berliner Start-ups.

Michael SchülkeMichael Schülke

Guten Tag Herr Schülke! Beispiele für Bonus-Programme kennt man aus dem Einzelhandel zur Genüge - das bekannteste ist sicherlich Payback, aber mittlerweile hat fast jede Bäckerei eine Stempelkarte für seine Kunden in petto. Sie versuchen diese Systeme in den Online-Handel zu übertragen. Wie genau funktioniert tellaclick?

Michael Schülke: Das Prinzip von unserem Bonusprogramm ist ganz einfach: Shop wählen, einkaufen und Punkte sammeln. tellaclick verfolgt den "Social Commerce"-Trend sehr stark. Deswegen kann man alle Shops und Produkte auch über Facebook und Twitter empfehlen. Wird ein Kauf registriert, wird der Empfehlende mit Punkten belohnt. Dem Kunden steht es frei, ob die gesammelten Punkte gegen Geld oder Gutscheine eingetauscht werden. Die große Auswahl an Shops und Produkten hat den schönen Nebeneffekt vergleichen zu können und immer die aktuellsten Angebote einzusehen.

Doch auch in der Online-Landschaft hat es sich doch mittlerweile herumgesprochen, dass Kundenbindungsprogramme dort funktionieren können. Kürzlich bekamen wir hier bei förderland Einsicht in den Relaunch von tamola.de, sicherlich ein scharfer Konkurrent für Sie. Wer kämpft noch alles mit um die Marktführerschaft in diesem Segment und wo steht tellaclick?

Schülke: Sicherlich gibt es einige Bonusprogramm-Konkurrenten. Hierbei kommt es auf das "Wie" und das "Was" an, das den Unterschied zur Konkurrenz macht. tellaclick teilt sich die Einkaufsprovision die von unseren Partnershops ausgeschüttet wird auf fairer Weise. Salopp gesagt: "fifty-fifty". Wir überlassen es dem Kunden, ob er Geld ausbezahlt haben möchte oder vielleicht doch lieber Gutscheine von über 50 namhaften Anbietern wie Media Markt, Douglas oder H&M sich nach Hause bestellt. Nebenbei gesagt, eine super Geschenkidee. Unsere Kunden müssen nicht zwangsweise etwas einkaufen, um die heißbegehrten Punkte zu sammeln. Sie können auch einfach die Shops und Produkte über Social Plugins ihren Freunden empfehlen. Sobald ein Einkauf registriert wird, erhalten die Empfehlenden dieselben Punkte als hätten sie das Produkt selbst gekauft. Oder sie nutzen eine Cashback Aktion auf unserem Portal.

Was ist eigentlich die Story hinter tellaclick? Wie kam die Idee zu Stande? Wie hat sich das Team gefunden? Wann sind Sie gestartet?

Schülke: Die Idee entstand im Oktober letzten Jahres. Ich bin seit einiger Zeit mit der Geschäftsführerin befreundet. Im Laufe des Gesprächs mit Freunden zu aktuellen Markttrends von Social Networking und die zunehmende Rolle von E-Commerce in den sozialen Netzwerken, entwickelte Sie die Idee zum "Social Bonusprogramm". Es dauerte nicht lang und sie kontaktierte mich mit dem den Denkanstoß eine Plattform zu schaffen, die den Gedanken von "Social Commerce" aufgreift. Das Konzept und die technische Entwicklung gingen schnell in die Realisierung, so dass wir in der Woche nach Ostern mit der neuen Aufmachung gestartet sind. Mittlerweile haben wir zwei SEO Experten dazu gewonnen.

Der Vertrieb nimmt sicherlich die meiste Aufmerksamkeit bei tellaclick in Anspruch. Wie gehen Sie vor, um Online-Shops von Ihrem Produkt zu überzeugen?

Schülke: Die Formel dazu heißt: Kaltakquise. Zu Anfang fiel die Akquise etwas schwerer. Jedoch weckten wir mit Schlagworten wie Bonusprogramm, Ecommerce und Social Communities schnell Interesse, da die meisten Unternehmen die viralen Effekte solcher Plattformen bestens kennen und dort auch vertreten sind. Bei bestehenden Referenzen wie Christ, Otto oder Amazon fällt uns die Aufstockung an Partnern mittlerweile wesentlich leichter.

Darf man fragen, wann Sie mit schwarzen Zahlen rechnen?

Schülke: Momentan befinden wir uns in der Startphase und haben bereits Neuregistrierungen und erste Einkäufe wahrgenommen. Bei diesem Tempo rechnen wir in zirka 6 Monaten mit schwarzen Zahlen. SEO, SEM und Social Media Maßnahmen laufen derzeit auf Hochtouren. Unser Video wird nächste Woche veröffentlicht.

Und wollen Sie auch das Thema "Mobile" für sich entdecken?

Schülke: Das Thema "App" ist für uns sehr interessant. Der Markt für mobile Anwendungen hat sich in den letzten Jahren rasant entwickelt und auch das Geschehen auf sozialen Netzwerken mitbestimmt. Wir werden uns in Zukunft ebenfalls auf diesem Gebiet bewegen.

Wie wird Ihr Produkt eigentlich vom Kunden angenommen? Wieviel Prozent der Käufer in ihren Partnershops nutzt tatsächlich tellaclick? Und wie kann man diese Zahlen ausbauen?

Schülke: Die Kunden nehmen das Produkt sehr gut an. Viele sind begeistert, dass sie durch das Bonusprogramm statt nur die gewöhnliche Bestellung durch Punkte sammeln eine Rückvergütung erhalten. Momentan haben wir eine Conversion Rate von 2 Prozent. Das ist für ein so junges Startup vergleichweise sehr gut.

Es steht außer Frage, dass für einen steigenden Erfolg unsere Online-Präsenz und der ständige Dialog mit unseren Kunden verantwortlich sind. Diese muss zumindest konstant gehalten werden, bis wir uns auf dem Markt richtig etabliert haben.

Wie aufwändig ist es eigentlich für einen Online-Shop, bei Ihrem System mitzumachen? Sicherlich sind ja einige Anpassungen vorzunehmen, um das korrekte Tracking und die Abwicklung zu gewährleisten?

Schülke: Die Aufnahme ist relativ einfach. Der Kunde erhält einen von uns programmierten Tracking-Code, der in das Warenkorbsystem des jeweiligen Online-Shops eingepflegt werden muss. So vernehmen wir auf unserer Seite die ausgehenden Aktivitäten der Kunden und können mit dem Tracking-Code der Partner-Shops gegenrechnen.

Verlangen Sie von Ihren Partnershops eigentlich Exklusivität oder steht es ihnen frei, auch andere Bonusprogramme parallel laufen zu lassen? Welche Chancen und Risiken sehen Sie da?

Schülke: In der Regel lassen sich Partner-Shops gar nicht zu Exklusivitäten bewegen, da sie als wirtschaftliches Unternehmen alle Vertriebskanäle offen lassen müssen, um auf ihre Umsätze zu kommen. Nicht selten sind sie auch in Affiliate-Netzwerken bereits aktiv. Solange die Masse der Shops keine Exklusivitätsverträge mit anderen Unternehmen schließen, haben wir keine Bedenken.

Wie wurde die Entwicklung von tellaclick finanziert? Ist ein Investor mit im Boot oder gelang der sicherlich kapitalintensive Start aus eigener Kraft?

Schülke: Die Entwicklung läuft bisher zu 100 Prozent ohne Investorbeteiligung und wurde aus rein privaten Mitteln sowie guten Kontakten und kompetenten Mitarbeitern realisiert.

Gab es, als Sie tellaclick entwickelten, auch einige Ernüchterungen? Probleme und Herausforderungen, mit denen Sie im Vorhinein nicht gerechnet hatten?

Schülke: Wir sehen Konflikte nicht als Probleme o.ä., sondern stets als Herausforderungen. Bisher standen wir vor technischen Herausforderungen, die wir gut gemeistert haben.

Geben Sie uns doch zum Abschluss bitte einen Einblick in Ihre anvisierten Meilensteine für die nächsten drei Jahre! Was wollen Sie erreichen und wie wollen Sie das bewerkstelligen?

Schülke: Wir werden in den nächsten Jahren weiter im Bereich "Social commerce" forcieren und unsere Geschäftsfelder dazu weiter ausbauen. Es werden noch weitere hunderte von Shops folgen und es werden noch bessere Angebote ausgehandelt. Unsere Kunden erwarten u.a. raffinierte Online-Tools und Angebote, die das Punkte sammeln beschleunigen.

Ich bedanke mich für das Gespräch und wünsche viel Erfolg!

Kommentare

  • Micha

    31.05.11 (15:30:23)

    Sehr guter Artikel und eine noch viel bessere Idee. Bin ?berzeugt das Sich immer mehr social media merkmale in unser normales leben einschleichen und sich auchbewehren werden.

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