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05.05.09Kommentieren

Interview mit Ramin Ziai, blauarbeit.de

"Die Finanzkrise heizt die Informationsnachfrage im Internet an"

blauarbeit.de, das Portal zur Vermittlung handwerklicher Dienstleistungen, hat nicht nur gerade einen Relaunch hinter sich, sondern wurde darüber hinaus kürzlich im Rahmen einer Studie des Deutschen Instituts für Service-Qualität genauestens unter die Lupe genommen. Im Interview mit förderland erklärt Mit-Gründer und Co-Geschäftsführer Ramin Ziai, Dipl.-Wirtschaftsinformatiker (FH), welche Veränderungen die Neugestaltung des Portals mit sich gebracht hat, wie man weitere Defizite angehen und letztendlich weiter wachsen will.

Ramin Ziai ist Mit-Gründer und Co-Geschäftsführer von blauarbeit.de.Ramin Ziai ist Mit-Gründer und Co-Geschäftsführer von blauarbeit.de.

förderland: Ziehen Sie doch mal eine Bilanz Ihrer Angebote blauarbeit.de, haushelden.de, autohelden.de, eventhelden.de und umzugshelden.de.

Ramin Ziai: Mit blauarbeit.de haben wir Anfang 2005 unser erstes Portal gelauncht. Der Fokus des Portals liegt auf handwerklichen Dienstleistungen, das Spektrum ist jedoch breiter: vom Fliesenleger über den Babysitter bis hin zum Alleinunterhalter.

Wir haben früh erkannt, dass es schwer wird, alle relevanten Dienstleistungsbereiche über ein Portal abzudecken, da der Dienstleistungsmarkt heterogen ist. So funktioniert der Handwerkermarkt ganz anders als der Markt für haushaltsnahe Dienstleistungen. Beispiel: Suche ich einen Maler, habe ich andere Vergabekriterien als bei der Suche nach einem Babysitter. Bei Letzterem ist etwa das Vertrauen wichtiger als der Preis. Auf diese Erkenntnisse haben wir mit der Vertikalisierungsstrategie reagiert: Für jeden Marktbereich entstand ein Spezialportal. Unterschiede ergeben sich in Bezug auf das Wording, die Ansprache, die Vergabekriterien sowie die Darstellung relevanter Informationen. Darüber hinaus kann es je nach Marktsituation (Käufer- oder Anbietermarkt) erforderlich sein, unterschiedliche Preis- und Geschäftsmodelle auf den verschiedenen Plattformen zu implementieren.

Die positive Bilanz ist, dass wir auf den Verticals eine deutlich höhere Konvertierung der Auftraggeber erreichen konnten. Hinzu kommen ein stärkere Identifikation der Dienstleister mit dem Portal sowie Vorteile beim Online-Marketing (SEM und SEO). Gleichzeitig stieg etwa die Zahl der aktuellen Aufträge binnen Jahresfrist um mehr als 50 Prozent auf 12.000. 

blauarbeit.de hat sich kürzlich einem Frühjahrsputz unterzogen. Welche Gründe gab es für den Relaunch? Welche Ziele wurden verfolgt?

Ziai: Wir entwickeln natürlich jedes unserer Portale ständig in Bezug auf Usability und Funktionalität weiter. Das Hauptziel des letzten Relaunches war, die relevanten Informationen schneller und multimedialer auf den Punkt zu bringen und die Wege für den User zu verkürzen. Dem User sollte das Kerngeschäft von blauarbeit.de und dessen Nutzen möglichst plakativ vermittelt werden. Dabei war es uns wichtig, unsere bestehende Nutzerschaft nicht mit einer radikalen Revolution zu verschrecken, sondern Usability und Design auf Basis der bewährten Seitenstruktur zu optimieren.

Die Kölner widjet GmbH war verantwortlich für die Umsetzung des Relaunchs. Wie lief die Zusammenarbeit? Wurde auch im Kernbereich der Agentur, dem Widget-Marketing, zusammengearbeitet?

Ziai: Mit widjet haben wir uns erstmals einen externen Dienstleister ins Haus geholt. Nach vier Jahren Eigenentwicklung wollten wir ein frisches und unvoreingenommenes Design. Mit dem Ergebnis sind wir sehr zufrieden. Die Zusammenarbeit mit widjet verlief äußerst professionell. Begünstigt durch die räumliche Nähe – wir sitzen beide im Kölner Mediapark – waren die Kommunikationswege kurz und der Informationsaustausch reibungslos.

Besonders hervorzuheben ist das von widjet erstellte Erklärungsvideo, das auf unserer Startseite eingebunden ist und sich per Embedcode auf jeder beliebigen Website integrieren lässt. 
  
Sind die erhofften Auswirkungen des Relaunches (positives Kundenfeedback, mehr Transaktionen, etc...) schon zu spüren?

Ziai: Das Feedback der Nutzer, von Kooperationspartnern sowie den Medien war einstimmig positiv. Viel Lob gab es für das Erklärungsvideo auf der Homepage.

Bei einer Studie des Deutschen Instituts für Service-Qualität, in der die sieben bedeutendsten Handwerkerauktionsportale verglichen wurden, schnitt blauarbeit.de am besten ab. Was haben Sie Ihrer Konkurrenz voraus?

Ziai: blauarbeit.de zeichnet vor allem die Einfachheit des Systems aus. Dies betrifft sowohl die Benutzerführung als auch das Preismodell ohne versteckte Kosten oder komplizieren Gebührenstrukturen. Der Service kann von beiden Seiten komplett kosten- und provisionsfrei genutzt werden.

Unsere Wettbewerber haben ihr System und ihr Preismodell mehrfach angepasst, dadurch sind Preisstrukturen intransparenter und Vergabeprozesse komplizierter geworden. Dies verunsichert und verärgert sowohl Auftraggeber als Dienstleister. Wir sind dagegen unserem transparentem Gebührenmodell von Beginn an treu geblieben. Genauso haben wir stets an dem Motto festgehalten, nicht den Preis, sondern die Arbeitsqualität des Dienstleisters in den Vordergrund zu stellen.

Die hohen Qualitätsansprüche stellen wir auch an uns selbst. E-Mail-Anfragen werden in der Regel innerhalb von 60 Minuten beantwortet. Darüber ist unsere telefonische Hotline kostenlos erreichbar.

Für Dienstleister ist besonders das umfangreiche und flächendeckende Angebot an Arbeitsaufträgen attraktiv. Um sich erfolgreich auf diese Aufträge bewerben zu können, finden die Dienstleister auf ihrem Benutzerprofil zahlreiche Präsentationsfeatures in Form von Slideshows, Videos und Darstellungsmöglichkeiten für Ihre Qualifikationen.

Die Studie deckte bei allen Anbietern Mängel bei den Themen Sicherheit und Service auf. Was wurde bei Ihnen beanstandet? Was wollen Sie in Zukunft besser machen?

Ziai: blauarbeit.de wurde insbesondere für den guten Service und die kurzen Antwortzeiten hervorgehoben. Sicherlich gibt es aber auch an dieser Stelle noch Optimierungspotenzial. Hier werden wir versuchen die Qualität der Antworten noch weiter zu verbessern.

Beim Thema "Sicherheit" konnte blauarbeit.de mit einem Treuhandservice und der Verschlüsselung der Webseiten punkten. Bei der Passwortsicherheit hingegen sehen wir Nachholbedarf und werden die entsprechenden Maßnahmen schnellstmöglich umsetzen. 

Was erhoffen Sie sich für die zukünftige Entwicklung von blauarbeit.de? Denken Sie, dass Ihnen die Finanzkrise in die Hände spielt – und das Interesse an günstigen Handwerkern via Internet wächst?

Ziai: Immer mehr Menschen nutzen Preisvergleiche auch für Dienstleistungen, zur optimalen Preisfindung, dem Qualitätsvergleich und um Empfehlungen Dritter einzuholen. Wir sehen daher für blauabeit.de und unsere vertikalen Portale noch erhebliches Wachstumspotenzial. Der kontinuierliche Anstieg inserierter Aufträge und registrierter User bestärkt uns in dieser Annahme. Für die Zukunft planen wir den Aufbau weiterer vertikaler Portale sowie eine noch bessere Anpassung der bestehenden Plattformen an die jeweiligen Marktsegmente.

Die Finanzkrise heizt die Informationsnachfrage im Internet an. Gerade in Zeiten einer Krise ist Transparenz gefragt. Es überrascht uns daher nicht, dass das erste Quartal 2009 das Beste in der vierjährigen Unternehmensgeschichte war. Sicherlich ist neben dem organischem Wachstum, ein Teil auch auf die Finanzkrise zurückzuführen.

Vielen Dank für das Interview.

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