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11.09.13Kommentieren

Executive MBA in Innovation and Business Creation

„Die Dynamik innerhalb des Ökosystems Silicon Valley hat mir wahrhaft die Augen geöffnet“

UnternehmerTUM und förderland unterstützen seit April dieses Jahres zwei Studentinnen mit einem Stipendium für den Studiengang Executive MBA in Innovation and Business Creation der TU München. Im August besuchte die “Class of 2014“ das Start-up-Mekka Silicon Valley, um die Unternehmerkultur in den USA kennenzulernen. Die Stipendiaten Dr. Aylin Koca Gülesir und Laurence Reif d´Incau berichten von inspirierenden Erlebnissen und wir zeigen die besten Schnappschüsse.

förderland: Was war Ihr persönliches Highlight auf der Reise ins Silicon Valley?

Laurence Reif d´Incau: Die gesamte Erfahrung unserer Silicon Valley Reise war sehr positiv. Sie gab uns die Möglichkeit, Entrepreneurship hautnah zu erleben, unter anderem durch Begegnungen mit Gründern, Business Angels und VCs. Die Mischung aus Vorlesungen an der Berkeley Haas School of Business und ausgewählten Firmenbesuchen in der Bay Area und im Silicon Valley fand ich sehr gelungen. Besonders angetan war ich von unseren zwei Dozenten (Jerry Engel und David Charron) und deren Background.

Dr. Aylin Koca Gülesir: Die Dynamik innerhalb des Ökosystems Silicon Valley hat mir wahrhaft die Augen geöffnet. Was z. B. auf den ersten Blick wie ein kleines Technologie-Start-up aussah, wurde wenige Tage, nachdem es uns vorgestellt wurde, von Yahoo! aufgekauft. Die verschiedensten Akteure zu treffen, wie Gründer in allen möglichen Phasen eines Start-ups, ihre Partner, ihre Mitarbeiter, Risikokapitalgeber und Investoren, war einfach inspirierend. So eine intensive und wunderbare Erfahrung kann in ihrer Gänze nicht kommuniziert werden, sofern man es nicht selbst erlebt hat.

Was sind die Unterschiede zu Deutschland?

Koca Gülesir: Am meisten ist mir aufgefallen, dass die sehr gut ausgebildeten und hart arbeitenden jungen Unternehmer der Bay Area, mutig genug sind, den unternehmerischen Pfad einzuschlagen, ohne dabei unbedingt nach einer Art von finanzieller Sicherheit zu suchen. Sie nehmen das kalkulierte Risiko auf sich. In Deutschland verfolgen Unternehmer ihr Ziel typischerweise nur, nachdem sie sichergestellt haben, dass es einen Notfall-Plan oder eine solide finanzielle Absicherung gibt.

Was gibt es von Ihrem Besuch bei Google zu berichten?

Koca Gülesir: Googles unkonventionelle Leistungen für die Mitarbeiter sind noch besser als in der Öffentlichkeit bekannt ist. Es scheint ein buchstäbliches Paradies – und daher auch ein Magnet – für kreative und technologiebegeisterte Köpfe zu sein. Die Struktur des ganzen Unternehmens spiegelt die inhärente Dynamik des Internet-Business wieder: flache Hierarchien; ein Mitarbeiterprofil, das vor allem aus Ingenieuren oder so genannten „Machern“ besteht, die relativ jung, kreativ und international sind; flexible und offene Arbeitsplätze und unzählige Anreize, um die Mitarbeiter zu motivieren, noch kreativer und produktiver zu sein.

Reif d´Incau: Den Besuch bei Google zähle ich persönlich leider nicht zu den Highlights der Reise. Es war zwar toll, die Chance zu bekommen, dort eingeladen zu werden, dennoch habe ich mich bei der Besichtigung des Firmengeländes wie im Disneyland gefühlt. Uns wurde diese und jene Skulptur gezeigt, auf das Firmenschwimmbad und die vielen Cafés aufmerksam gemacht – von den tatsächlichen Arbeitsplätzen durften wir aber nichts sehen. Außer durch einen kurzen Vortrag konnten wir also kaum etwas von der berühmten Google-Arbeitskultur konkret wahrnehmen.

Welche Reaktionen gab es zur Präsentation der Teamprojekte in Berkeley?

Reif d´Incau: Die Ergebnisse unserer Teamprojekte haben wir nicht nur im Rahmen von Pitching-Workshops sondern auch vor einer reellen VC-Jury vorgestellt. Der Lerneffekt der drei Pitch-Runden war erstaunlich. Das Feedback sowohl der Dozenten – die beide auch als Investoren tätig sind – und der Jury, als auch von unseren Kommilitonen war unglaublich wertvoll und hat uns geholfen, weiter an unserem Business Model zu feilen.

Koca Gülesir: Die Feedbackrunden waren unbezahlbar! Sehr direkt, auf den Punkt gebracht, multi-dimensional und aufschlussreich. Vor allem hat mir gefallen, dass das Feedback während jedem Pitch via Google Docs in Echtzeit erfolgte. So konnte das Feedback stets dokumentiert werden, was sonst aufgrund des vollen Programms häufig auf der Strecke bleibt.

Zurück in Deutschland: Wie geht es jetzt mit Ihrem Studium weiter?

Reif d´Incau: Im September werden die Gruppenprojekte mit einer letzten Präsentation abgeschlossen. Danach fangen die individuellen Projekte an; einige davon als Gründungsvorhaben auf Basis des theoretischen Gruppenprojekts. Für mich werden es gleich zwei neue Projekte sein, da voraussichtlich Ende Oktober mein zweites Kind zur Welt kommt. Davor organisiere ich noch eine Weinprobe, um die Tradition eines MBA-Jahrgangsweins auch beim EMBA der TU München einzuführen. Außerdem freue ich mich sehr auf die Themen des 3. Lernmoduls, Operational Excellence. Für die kommenden Monate steht also eine Menge an!

Koca Gülesir: Der Trip war eine wichtige Komponente des Silicon Valley Reise . Es war hilfreich, alles, was wir bislang über Unternehmertum gelernt haben, in einen echten und idealen Kontext zu erleben. Das wertvollste an dem Trip: Wir konnten ein unglaubliches Netzwerk aufbauen, an dem wir innerhalb unserer individuellen unternehmerischen Pfade entlang gehen können. Als Gründerin meines eigenen High-Tech Start-ups UXsuite konnte ich z. B. neue kostbare Beziehungen mit relevanten Akteuren aufbauen.

Vielen Dank für das Interview!

Class of 2014 in Berkeley

Die Stipendiatinnen Laurence Reif d´Incau und Dr. Aylin Koca Gülesir

Blick auf San Francisco

Campus der UC Berkeley

Präsentation der Teamprojekte in Berkeley, Aylin Koca Gülesir

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