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29.08.14Kommentieren

Interview mit Ralf Ahamer, studiolution.com

"Die besten Freunde des Friseurs waren bisher Registrierkasse und ein handschriftliches Terminbuch"

Ralf Ahamer, ehemals Vorstand der hotel.de und CMO der XING AG, hat eine Salon- und Studio Management Plattform für kleine Unternehmen gegründet, die täglich mit Terminen, Kunden und Kassenvorgängen zu tun haben. Im Interview mit förderland erklärt er, wie studiolution für seine Kunden und das Gründerleben für ihn funktioniert.

Ralf Ahamer, Gründer von studiolution.com und studiobookr.com

förderland: Hallo Herr Ahamer, Sie bieten mit studiolution ein cloud-basierte Management Software für Friseursalons und Nagelstudios. Erläutern Sie uns doch einmal kurz die Vorteile Ihrer Software?

Ralf Ahamer: Die besten Freunde des Friseurs waren bisher Registrierkasse und ein handschriftliches Terminbuch. Termine konnten nur gebucht werden, wenn Sie persönlich erreichbar waren und Umsätze pro Kunde oder Mitarbeiter zu berechnen waren Mammutaufgaben oder überhaupt nicht lösbar.

Wir verbinden Termine, Kunden und Mitarbeiter in einem System. Der Termin, der übrigens auch durch einen Kunden selber online gebucht werden kann, kann mit einem Klick durch den Salon kassiert werden. Kunden werden automatisch in der Kundenkartei angelegt oder um fehlende Daten wie E-Mail Adresse ergänzt. Unser Kunden wissen, was ein Kunde für sie wert ist und ob Ihre Öffnungszeiten optimal sind. Sie können SMS Terminerinnerungen schicken oder E-Mail Marketing direkt aus dem System erledigen – und alles zum Flattarif ab nur 14,95 Euro/ Monat. Als Cloud-Lösung haben unsere Kunden ihr Geschäft immer dabei – ob Sie abends zuhause sitzen, im Urlaub sind oder einen mobilen Salon betreiben.

Was unterscheidet studiolution von der Konkurrenz, zum Beispiel von anderen Kassensystemen auf dem Markt?

Ahamer: Es gibt hauptsächlich zwei große Lager: Kassensysteme und Terminsysteme. Zum einen unterscheiden wir uns von traditionellen Kassensystemen, da unsere Cloud-Lösung flexibel einsetzbar, überall verfügbar ist und auf nahezu jeder Hardware läuft. Unsere Kunden benötigen also keine teure Hardware, die oftmals 4-5.000 Euro kostet, sondern sind flexibel. Zum anderen bieten wir eine sehr breite Palette an Features ohne das System zu verkomplizieren.

Im Unterschied zu reinen Terminbuchungsplattformen können bei uns Termine nicht nur verwaltet werden sondern durch den Salon auch gleich kassiert werden. Unsere Daten basieren also auf echten Umsätzen – inkl. Produktverkauf – und nicht nur darauf, was im Termin steht.

Warum ist die Digitalisierung auch für stationäre Dienstleister wichtig?

Ahamer: Zwei Dinge spielen eine Rolle: Erstens befindet sich die Branche in einem enormen Verdrängungswettbewerb und Preiskampf – zum Beispiel durch Billigketten. Es wird also auch für das lokale Geschäft immer wichtiger, das eigene Geschäft zu kennen und optimieren zu können – zum Beispiel durch eine vernünftige Kundenverwaltung (CRM-System). Es reicht auch nicht mehr aus, einen Laufkunden abkassieren zu können und die kostenlose Tasse Kaffee im Salon als den Service zu betrachten. Was in vielen großen Unternehmen schon lange gang und gäbe ist – den Kunden entlang all seinen Kontaktpunkte bestmöglich zu betreuen – können lokale Dienstleister wie Friseure auch – mit der richtigen Software.

Zweitens sind wir es alle nach Jahren der Digitalisierung gewohnt, die Dinge des Lebens schnell, einfach und vor allem sofort verfügbar zu haben: Das gilt auch für die Buchung eines Termins bei einem Friseur oder Terminerinnerung per SMS.

Nach Ihrer Tätigkeit als CMO bei XING und im Vorstand der hotel.de AG sind Sie mit studiolution unter die Gründer gegangen. Warum diese Entscheidung?

Ahamer: Bisher waren meine Tätigkeiten – auch in großen Unternehmen – immer durch einen starken Anteil von Aufbauarbeit geprägt. Ich komme einfach mit beiden Szenarien gut zurecht – ob ich selber gründe oder Unternehmen unterstütze nach vorne zu kommen. Entscheidend für mich ist, dass sich etwas bewegt. Das hat für mich auch die Entscheidung nicht leicht gemacht von hotel.de/ HRS Gruppe zu gehen und selber zu gründen – den beides ist großartig und bewegt sich.

Und wie kamen Sie auf die Idee zu studiolution?

Ahamer: Bereits vor 10 Jahren habe ich – damals noch selber – die erste Desktop-Version für einen Freund entwickelt. Er machte sich selbstständig mit einem Friseursalon und benötigte eine Verwaltungssoftware. Die Idee daraus eine Cloud-Anwendung zu machen ist fast schon genauso alt – „leider“ kamen mir immer wieder andere Aufgaben wie AOL, XING oder hotel.de dazwischen, die mich aber genauso sehr faszinierten. Trotzdem hatte ich nie aufgehört darüber nachzudenken – und dann muss man es halt einfach mal machen.

Eventuell hat es zumindest unterschwellig auch geholfen, dass meine Mutter Frisörin ist; jedenfalls haben wir Ende 2012 unsere Software als Cloud-Lösung für den Markt geöffnet und seither kontinuierlich mit unseren Kunden weiter entwickelt.

Wie hat sich Ihre Arbeitswelt seither verändert?

Ahamer: Ich arbeite viel operativer und flexibler – dafür aber auch oft bis spät in die Nacht. Der direkte Kundenkontakt hat sich erhöht und mit der Zielgruppe auch stark verändert. Es tut gut, die Erdung wieder zu bekommen und auch selber einzutauchen in operative Produktkonzeption, Marketing und Sales, etc.

Und wohin soll es gehen? Planen Sie, Ihre Management Software künftig auch für andere Dienstleister anzubieten?

Ahamer: Das ist durchaus möglich. Schon jetzt reicht unsere Kundenpalette vom Hundesalon bis zum Kosmetikstudio. Letztendlich kann unsere Software alles abbilden wo Termine und Leistungen/Produkte abgerechnet werden. Wir sind nicht festgelegt.

Vielen Dank für das Interview!

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