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05.03.09Leser-Kommentar

Was macht eigentlich... dealirio.com?

"Die Anfangsschwierigkeiten sind überwunden und eine gewisse Routine ist eingetreten“

Enrico Cordisco ist gelernter Bankkaufmann, Marketing-Kommunikationswirt und Unternehmer: 2007 gründete er dealario.com, einen Online-Shop, der sich am US-Vorbild Woot.com orientierte. Mit schutzgeld.de hat ein ähnliches Angebot Ende letzten Jahres seine Pforten geschlossen - doch Enrico Cordisco kann sich über magelnde Wettbewerber am Markt nicht beklagen.

Enrico Cordisco ist gelernter Bankkaufmann, Marketing-Kommunikationswirt und Gründer von dealirio.comEnrico Cordisco ist gelernter Bankkaufmann, Marketing-Kommunikationswirt und Gründer von dealirio.com.

förderland: Herr Cordisco, bei unserem letzten Interview 2007 war dealirio erst einige Wochen alt. Wie läuft es mittlerweile? Wie hat sich der Umsatz entwickelt?

Enrico Cordisco: Nach nunmehr zwei Jahren hat es sich eingespielt, die Anfangsschwierigkeiten sind überwunden und eine gewisse Routine ist eingetreten. Ich bin mit der Entwicklung durchaus zufrieden, auch wenn wir, offen gesagt nicht so kurzfristig mit so viel Wettbewerb gerechnet haben, der sich natürlich auch auf den Umsatz auswirkt. dealirio.com ist der älteste noch aktive Live-Shop, aber mir kommt es so vor als wenn täglich ein neuer aufmacht.

Wie viele Mitarbeiter haben Sie denn mittlerweile?

Cordisco: Unser Team hat sich nicht vergrößert, aber jeder muss halt ein wenig mehr tun als noch vor zwei Jahren. Mehr Absatz und Umsatz, mehr User und Kunden, mehr Lieferanten etc. bedeuten halt auch mehr Aufwand.

Gab es Entwicklungen, mit denen Sie nicht gerechnet hätten?

Cordisco: Wie zuvor schon erwähnt hatte ich natürlich mit Wettbewerb und Nachahmern gerechnet. Dass das Thema Live-Shopping aber selbst von großen Playern wie Otto, Quelle und in leicht abgewandelter Form auch von eBay aufgegriffen würde, hätte ich ehrlich gesagt nicht gedacht.

Hat sich die Auswahl der Produkte im Laufe der Zeit verändert bzw. wurde sie an die Wünsche der Kunden angepasst?

Cordisco: Eine grundsätzliche Anpassung war nicht notwendig, Unterhaltungselektronik nimmt noch immer einen Großteil des Angebotes ein, weil es von den Kunden auch so gewünscht wird. Allerdings bieten wir anders als zu Beginn auch immer wieder mal Produkte an, die wir anfänglich nicht in Betracht gezogen hatten. Das Angebot ist breiter geworden, die Schwerpunkte sind allerdings geblieben.

Die ersten Live-Shopping-Angebote haben ja bereits wieder aufgegeben. Glauben Sie, dass sich Ihr Konzept bei der großen Konkurrenz im Netz auf Dauer halten kann?

Cordisco: Der Wettbewerb hat zum einen natürlich dazu geführt, dass es nun immer mehr Anbieter gibt, die etwas vom Kuchen abhaben möchten. Allerdings hat er durch mehr Aufmerksamkeit für das Thema den Kuchen auch vergrößert. Ob sich unser Konzept halten wird, wird die Zukunft zeigen. Viele ehemalige Konkurrenten gibt es ja schon nicht mehr. Wir halten zum Glück noch immer die Fahne hoch.

Haben Sie bereits die Auswirkungen der Finanzkrise zu spüren bekommen?

Cordisco: Zum Glück nein. Ob sich das vielleicht noch ändert, ist schwer vorauszusagen. Ich kann mir aber durchaus vorstellen, dass wir mit unserem preisaggressiven Schnäppchen-Konzept gerade in einer Zeit, in der der Euro nicht mehr so locker sitzt, genau passend positioniert sind.

Was glauben Sie, wie sich die Krise generell auf den Bereich E-Commerce auswirken wird?

Cordisco: Ich denke, dass eine sinkende Nachfrage natürlich auch nicht spurlos am Online-Handel vorbei gehen wird. Der Bereich E-Commerce ist ja in den letzten Jahren von äußerst positiven Zuwachsraten verwöhnt gewesen. Eine grundsätzliche Änderung des Entwicklung erwarte ich nicht, wahrscheinlich gibt es aber einen leichten Dämpfer.

Gibt es im Rückblick etwas, das Sie beim Aufbau von dealirio lieber anders gemacht hätten?

Wir haben uns am Anfang ein wenig mit der zu großen Aufgabe verzettelt, unser Angebot gleich für den gesamten EU-Markt bereit zu stellen. Das war eine Nummer zu groß. Im Nachhinein hätten wir uns sofort zu Beginn nur auf das Deutschland-Geschäft konzentrieren sollen.

Können Sie aufgrund Ihrer Erfahrungen Gründern und jungen Unternehmen Tipps für ihren eigenen Unternehmensaufbau geben?

Cordisco: Damit möchte ich mich heute noch lieber zurück halten. Aber Fragen Sie mich gerne noch einmal in 20 Jahren.

Wo sehen Sie sich selbst und dealirio in zwei bis drei Jahren?

Cordisco: Planungen und Prognosen, die über einen Zeitraum von zwölf Monaten hinausgehen, habe ich mir abgewöhnt. Dass entspricht sicherlich nicht dem, was ich jungen Unternehmen raten würde (und jetzt habe ich doch noch ungewollt einen Tipp gegeben), aber nach über zehn Jahren Selbstständigkeit komme ich mit dieser Arbeitsweise mittlerweile ganz gut zurecht.

Vielen Dank für das Interview.

Kommentare

  • Ingo Jan?en

    07.03.09 (17:57:29)

    Wirklich interessant welch hohe Wellen das Thema Social Commerce im Allgemeinen und Liveshopping im Speziellen in Deutschland schl?gt. Mittlerweile gibt es schon ?ber 50 Anbieter in Deutschland die sich an diesem Modell versuchen. Meist sind es aber "normale" Shops, die sich durch eine Liveshopping Erweiterung ein St?ck vom Kuchen abschneiden m?chten. Wirklich "echte", standalone Liveshops wie Dealirio gibt es nur eine handvoll. Eine gute ?bersicht ?ber alle Anbieter bietet http://www.liveshopping-aktuell.de

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