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28.05.09Kommentieren

Interview mit Markus Falb, MrLens

"Der Weg von MrLens führt auch in Deutschland über Kooperationen."

MrLens ist der führenden Online-Shop für Kontaktlinsen und Pflegemittel in der Schweiz. Jetzt plant das Unternehmen den Markteintritt in Deutschland. Im Interview mit förderland stellt Gründer Markus Falb sein Unternehmen vor und gibt interessante Einblicke in die geplanten Expansion und die Schweizer Gründerszene.

Markus Falb, Gründer von MrLensMarkus Falb, Gründer von MrLens

förderland: Hallo Herr Falb, stellen Sie sich doch bitte kurz unseren Lesern vor. Wer sind Sie und was machen Sie?

Markus Falb: Mein Name ist Markus Falb, ich bin 42 Jahre alt und der Gründer und Geschäftsführer von MrLens. 2002 nach dem Platzen der Dotcom-Blase habe ich MrLens ohne Fremdfinanzierung gegründet und in der Schweiz zum führenden Online-Shop für Kontaktlinsen und Pflegemittel ausgebaut. Heute beliefern wir über 70.000 Kunden und waren im vergangenen Jahr Finalist des Swiss Economic Forum Jungunternehmerpreises, der bedeutendsten Auszeichnung für Jungunternehmen in der Schweiz. Wir erweitern unser Angebot ständig und expandieren auch ins Ausland – wie jetzt zum Beispiel nach Deutschland.

förderland: Wie ist die Idee zu MrLens entstanden?

Falb: Aus einer Kombination aus Absicht und Zufall: Ich habe mit dem Gedanken gespielt, ein Unternehmen zu gründen, das online Produkte vertreibt, die wertvoll sind, konstant nachgefragt werden und der Umwelt nicht schaden. Die zündende Idee kam, als ich für eine Kollegin in Zürich Kontaktlinsen abholen sollte, die sie vor der Abreise in ihren Urlaub bestellt hatte. Zuerst ärgerte ich mich über die fehlenden Parkplätze, dann staunte ich über die hohen Preise für die Sehhilfen. Und alles, was die Kollegin zuvor getan hatte, war ein Anruf gewesen – es war augenfällig, dass eine Bestellung im Internet bequemer, schneller und günstiger sein würde.

förderland: Gibt es Konkurrenten? Und falls ja, was haben Sie diesen voraus?

Falb: Ja, an Mitbewerbern mangelt es nicht; ein Online-Shop ist auch verhältnismäßig schnell eröffnet – allein in der Schweiz soll es um die 1.200 geben. In den sieben Jahren unseres Bestehens haben wir allerdings einige Anbieter kommen und gehen sehen. Für MrLens sprechen das Vollsortiment, die Geschwindigkeit und der zuvorkommende Kundenservice, der nicht nur im Online-Handel zu oft vergessen geht. Wir halten fast jede Kontaktlinse an Lager, so dass 93 Prozent der Bestellungen innerhalb von 24 Stunden beim Kunden eintreffen. Dank Kooperationen wie zum Beispiel mit dem Schweizerischen Krankenkassenverband SantéSuisse oder mit dem Vielfliegerprogramm Miles & More erzielen unsere Kunden weitere Vorteile.

förderland: Jetzt schicken Sie sich an, den deutschen Markt zu erobern. Wie gehen Sie vor?

Falb: Der Weg von MrLens führt auch in Deutschland über Kooperationen. In der Schweiz gewannen wir dadurch zahlreiche treue Kunden und konnten die Marketingkosten tief halten.

förderland: Was muss man bei der Expansion beachten?

Falb: Wir müssen eng mit unseren Partnern vor Ort zusammen arbeiten, um den Überblick über das Wachstumstempo und die Kosten zu behalten. MrLens.de soll ein konstantes und qualitatives Wachstum erzielen, mit dem die Struktur und Kultur unseres Unternehmens mithalten können. Wenn’s zu steil nach oben geht, kommt die Firma nicht mehr nach. Darum gilt: Qualität vor Quantität.

förderland: Was erwarten Sie von Ihrem Markteintritt in Deutschland?

Falb: Wir besetzen eine Nische. Durch die Kooperation mit Miles & More erreichen wir mit den Vielfliegern ein mobiles und attraktives Marktsegment, das die gesammelten Meilen bequem im Internet für den Gebrauchsartikel Kontaktlinse einlösen kann.

förderland: Was gibt es aus der Gründerszene in der Schweiz zu berichten?

Falb: Wie überall sind Finanzierungen auch in der Schweiz zurzeit ein schwieriges Thema. Geld bekommt heute vor allem, wer vom ersten Tag an Geld verdient. Die Zeiten, als ein cleveres Businessmodell die Phantasie anregen und Gewinne in zwei oder drei Jahren versprechen konnte, sind vorbei. Das führt dazu, dass weniger Startups gegründet werden. Profitable Unternehmen wie MrLens erhalten dagegen Anfragen von Investoren.

förderland: Was, denken Sie, wie sich Unternehmensgründer in Deutschland und der Schweiz unterscheiden?

Falb: Persönlich kenne ich wenige Unternehmer und kaum Start-ups in Deutschland. Daher fällt mir der Vergleich schwer. Ein Unterschied sind die staatlichen Fördermittel, die scheinen in Deutschland üppiger auszufallen.

förderland: Was steht momentan auf Ihrer to-do-Liste?

Falb: Im Zentrum stehen der weitere Ausbau unseres Angebotes und die Expansion von MrLens. Nach dem Markteintritt in Deutschland wollen wir unseren Marktanteil stabilisieren und den Aufbau in anderen europäischen Ländern vorantreiben. Als nächstes Ziel haben wir Frankreich ins Auge gefasst. In gut einem Monat sind wir dort live.

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