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03.12.12Leser-Kommentar

Interview mit Felix Lander, SponsoRun

"Der Trend geht deshalb hin zu exklusiven Gutscheincodes"

Felix Lander und sein Team haben eine App entwickelt, die Menschen zum Sport motivieren soll: Mit SponsoRun kann man sich Gutscheine "erlaufen". Im Interview erklärt er, wie das konkret funktioniert und warum "klassische" Gutschein-Modelle Probleme haben.

Das Team von SponsoRunDas Team von SponsoRun

förderland: Hallo Herr Lander, bitte stellen Sie sich und ihr Team doch kurz unseren Lesern vor ...

Felix Lander: Mein Name ist Felix Lander und ich befinde mich momentan in den letzten Zügen meines BWL Masterstudiums an der Uni Mannheim. Zusammen mit meinen Kommilitonen Artur Schreiber und Sebastian Klein sowie einem dreiköpfigen Entwicklerteam haben wir in den letzten Monaten an der Umsetzung von SponsoRun gearbeitet.

Worum geht es bei SponsoRun?

Lander: SponsoRun ist eine Smartphone App, die Leute zum Sport motivieren soll. Konkret kann man sich mit der App Gutscheine "erlaufen". Das funktioniert so: Der Hobby-Läufer sucht sich einen Gutschein aus der Sponsoren-Liste aus, läuft die dafür vorgegebene Distanz und erhält dann den ausgesuchten Gutschein auf sein Smartphone. Sucht er sich beispielsweise MyMuesli als Sponsor aus, bekommt er für zwei Mal vier Kilometer Joggen einen 10 Prozent Rabatt-Gutschein. Sponsoren können generell Online-Shops, Restaurants, Einzelhändler, Kinos, Fitnessstudios, Friseure oder auch andere Firmen sein, die Leute zum Sport motivieren wollen.

Ziel ist es, das Gutscheinangebot so breit wie möglich anzulegen, damit möglichst viele Leute motiviert werden. Als Running-App informiert SponsoRun die Jogger zudem über ihre zurückgelegte Strecke, die durchschnittliche Geschwindigkeit und die verbrannten Kalorien.

Und wie ist die Idee dazu entstanden?

Lander: Wir hatten schon länger überlegt wie man das Problem lösen könnte, dass viele Menschen generell gerne etwas mehr Sport machen wollen, ihr innerer Schweinehund dies allerdings verhindert. Die Freundin unseres Mitgründers Sebastian meinte dann, dass sie Zara-Gutscheine super motivierend fände. Obwohl auf den ersten Blick die Verbindung zwischen Zara und Sport nicht ganz klar war, überlegten wir uns dann, dass es vielleicht gerade bei Leuten, die nicht von Natur aus sportbegeistert sind, oft Gutscheine ohne direkten Sportbezug sind, die motivierend wirken. Damit war die Idee geboren und wir fortan Feuer und Flamme.

Welches Geschäftskonzept steht dahinter?

Lander: Geld verdienen wir über ein klassisches Lead-Generation Model. Das heißt Gutscheinanbieter bezahlen uns für die Präsenz in der App und die gezielte Vergabe von Gutscheinen. Für Nutzer ist die App komplett kostenlos.

Wie seid Ihr finanziert? Und wofür habt Ihr in der Startphase das meiste Kapital und die meiste Energie investiert?

Lander: Startkapital haben wir von Business Angels bekommen. Gerade in den ersten Monaten ist der größte Teil in die Entwicklung und das Design der App geflossen. Die meiste Energie haben wir dabei in die Akquise unserer Partner investiert, damit das Gutscheinangebot zum Start der App so attraktiv wie möglich ist.

Geschäftskonzepte rundum Gutscheine sind ja ein Trend, der momentan schon wieder abebbt. Wie wird sich das Thema Ihrer Meinung nach weiterentwickeln?

Lander: Gutscheine sind nach wie vor ein sehr beliebtes Mittel um Kunden zu gewinnen und binden. Allerdings hat gerade im E-Commerce die unkontrollierte Vergabe von Gutscheincodes dazu geführt, dass Nutzer sich angewöhnt haben vor jedem Einkauf oder noch im Warenkorb nach Gutscheincodes zu suchen. Aufgrund des negativen Einflusses auf die Preise hat dies natürlich zur Folge, dass die Beliebtheit der Gutscheine bei Händlern abgenommen hat. Der Trend geht deshalb hin zu exklusiven Gutscheincodes, die nur einmal verwendet werden können. Bei offline Unternehmen kommt die gezielte Vergabe solcher exklusiven Gutscheine ebenfalls sehr gut an. 

Wie ist das Feedback der Nutzer? Wie reagieren die möglichen Gutschein-Anbieter auf euer Produkt?

Lander: Die erste Resonanz der Nutzer ist super. Sie freuen sich, dass sie für ihre sportliche Aktivität jetzt Gutscheine bekommen und sind gespannt wie sich das Gutscheinangebot weiter entwickelt.

Das Feedback der potentiellen Gutschein-Anbieter ist ebenfalls sehr gut. Das innovative Konzept und der sportliche Bezug ermöglichen einen positiven Imagetransfer auf ihre Marke. Durch die Exklusivität der Gutscheine sowie die erforderte Gegenleistung der Nutzer, die wir an die Gutscheinvergabe stellen, wissen die Anbieter zudem, dass eine unkontrollierte Verbreitung ihrer Angebote verhindert wird.

Was ist Eure Strategie, um gleichzeitig die kritische Masse an Nutzern und Gutschein-Anbietern zu erreichen?

Lander: Die Schwierigkeit am Anfang lag natürlich darin attraktive Partner zu gewinnen, obwohl noch keine Nutzer vorhanden sind. Hier mussten wir vor dem Start der App auf den innovativen und positiv besetzten Charakter des Konzeptes und unsere Überzeugungskraft vertrauen. Bis die kritische Masse an Nutzern erreicht ist müssen wir das Risiko unserer Partner so gering wie möglich halten, um deren Geduld zu erhöhen. Durch die positive Entwicklung der Nutzerzahlen sind wir jedoch guter Dinge, dass das gelingen wird.

Wie geht es mit SponsoRun weiter? Wo seht Ihr Euch in einem Jahr?

Lander: Das naheliegendste Ziel ist natürlich SponsoRun für Nutzer in ganz Deutschland attraktiv zu machen. Das wollen wir durch eine schnelle Erweiterung unseres Online-Gutschein Angebotes erreichen. Zudem arbeiten wir momentan mit Hochdruck daran, regionale Partner vor allem in den größten deutschen Städten zu akquirieren. In einem Jahr soll das SponsoRun-Gutschein-Angebot so aufgestellt sein, dass Menschen in ganz Deutschland durch die App zum Sport motiviert werden. Langfristig soll SponsoRun zudem keine reine Running-App bleiben, sondern Leute auch zu weiteren Sportarten motivieren.

Vielen Dank für das Interview!

Lander: Ich bedanke mich ebenfalls für Ihr Interesse an unserem Team und SponsoRun.

Kommentare

  • Jan

    03.12.12 (14:53:30)

    Innovation im Gutschein-Einerlei ist super! Allerdings scheinen Radfahrer nach dem aktuellen Konzept deutlich gegenüber Läufern favorisiert zu werden (so lange sie unter 25 km/h bleiben ;)

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