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30.10.12Kommentieren

Interview mit Chris Eberl

"Der Gründerspirit innerhalb der Klasse hilft einem enorm"

Chris Eberl ist Absolvent des Executive MBA in Innovation & Business Creation und verwirklicht gerade seine eigene Geschäftsidee. Im Interview gibt er einen Einblick in seine Studienzeit in München und dem Silicon Valley.

Chris Eberl absolvierte den MBA in Innovation & Business Creation und baut gerade mit kontextR sein eigenes Unternehmen aufChris Eberl absolvierte den MBA in Innovation & Business Creation und baut gerade mit kontextR sein eigenes Unternehmen auf

förderland: Hallo Herr Eberl, Sie sind Absolvent des Executive MBA in Innovation & Business Creation. Warum haben Sie sich für dieses Studium entschieden? Gab es für Sie eine Alternative zum Studium an der TU München?

Chris Eberl: Ich wollte schon immer eine eigene Firma gründen. Als Angestellter in einem internationalen Großkonzern hat sich der Drang zunehmend verstärkt. Der MBA war für mich die Gelegenheit, den Schritt in die Selbstständigkeit endlich zu wagen. In einem Konzern genießt man viele Vergünstigungen und scheinbare Sicherheit.

Insofern war es nicht ganz leicht, den nächsten Schritt zu tun. Aber dieser Studiengang, der einem viele neue Impressionen zum Unternehmertum vermittelt, war die Chance. Ich wollte unbedingt diesen spezialisierten MBA an der TU München machen, denn er hat die starke Fokussierung auf das Thema Start-up. Außerdem ist die Hochschule in München. Das ist natürlich sehr praktisch, weil ich dort lebe, war aber nicht der ausschlaggebende Punkt.

Wie haben Sie das Studium finanziert?

Eberl: Aus Eigenmitteln. Ich war bereits acht Jahre berufstätig und habe mir das Geld für den MBA und die Gründung angespart.

Hat sich das Studium letztendlich "gerechnet"? Wurden Ihre Erwartungen erfüllt? Was hatten Sie sich anders vorgestellt?

Eberl: Wenn man mit einer eigenen Geschäftsidee in so ein Programm geht, dann beginnt ein wahres Feuerwerk der Ideen. Die Impulse von Kommilitonen, aus Seminaren, Projekten und Beratern der UnternehmerTUM haben mir geholfen das Geschäftsmodell zu schärfen und es auch wirklich anzupacken. Der MBA war für mich daher die perfekte Lösung mich aus dem Anstellungsverhältnis auszuphasen.

Der Gründerspirit innerhalb der Klasse hilft einem enorm, die Herausforderungen anzugehen und dranzubleiben. Unmittelbar monetär gerechnet hat sich der MBA für meine Gründung. In meiner Masterarbeit, welcher ich ursprünglich sogar eher skeptisch gegenüber stand, ob des Aufwands, habe ich einen kritischen Fehler im Business Modell gefunden. Das hätte zu Beginn für mein Start-up-Baby sehr gefährlich sein können.

Sie bauen gerade erfolgreich Ihr eigenes Unternehmen kontextR auf – und haben mit Ihrer Idee beim Münchner Businessplanwettbewerb überzeugt. Inwiefern profitieren Sie beim Unternehmensaufbau von Ihrem Executive MBA-Studium? – Von den Inhalten? – Von Kontakten?

Eberl: Durch die vielen Präsentationen vor Experten, Investoren und Beratern, aber auch durch die unzähligen Gespräche mit den Kommilitonen, hat man immer weniger Blind Spots. D.h. man hat alle kritischen Fragen irgendwann schon mal gehört und lernt darauf eine Lösung und Antwort zu finden. Das macht einen professioneller und stabiler, um mit seinen Ideen andere zu überzeugen.

Hinzu kommt, dass einem das UnternehmerTUM Netzwerk Zugang zu wichtigen Kontakten ermöglicht. Nicht zu vergessen die Freundschaften innerhalb eines MBA Jahrgangs. Es ist einfach leichter, wenn man auf diverse Gründerevents geht und dort bekannte Leute trifft, über die man wiederum neue spannende Leute kennenlernt. Für mich hat die Szene dadurch mittlerweile etwas Familiäres.

Das Studium ist ja berufsbegleitend angelegt. Funktioniert das in der Praxis?


Eberl:
Ich habe den Urlaub von anderthalb Jahren gespart und ihn dafür verwendet. Aber selbst der hätte nicht gereicht, wenn ich nicht vorher meinen Arbeitgeber verlassen hätte, um mein eigenes Unternehmen zu gründen. Der MBA ist also schon sehr zeitintensiv.

Grundsätzlich ist es möglich, den MBA mit Urlaubstagen aus knapp zwei Berufsjahren zu absolvieren, falls der Arbeitgeber hier nicht unterstützt. Man ist auch am Wochenende sehr stark eingespannt, aber für mich war es eher Freizeit, weil es einfach sehr, sehr spannende Themen, Sessions und Menschen waren.

Bestandteil des Executive MBA – und wohl ein absolutes Highlight – ist ein Studienaufenthalt im Silicon Valley. Was gibt es aus dem Start-up-Mekka zu berichten?

Eberl: Im Silicon Valley und der UC Berkeley wird Venture Capital als der heilige Gral verstanden. Vielleicht ist er das auch. Mir ist das aber zu einseitig. Mancher Gründer scheint dort mehr damit beschäftigt damit zu sein, einen noch besseren Businessplan und Pitch zu machen, um Investoren zu finden, als dass man das eigene Produkt wirklich voranbringt. Es ist aber spannend zu sehen, wie die Amerikaner an die Sache rangehen. In der Mitte zwischen dem deutschen Sicherheitsdenken und dem amerikanischen Aktionismus denke ich liegt die Wahrheit.    

Für wen ist – Ihrer Meinung nach – ein Executive MBA empfehlenswert? 

Eberl: Für Leute, die schon immer gründen wollten, es aber nie wirklich und mit vollem Commitment angegangen sind – Professor Patzelt nannte diese die "naszierenden Gründer" - was ich treffend finde und auch auf mich passt. Man verdient im Konzern genug Geld und hat einen Firmenwagen. Man weiß aber nicht, wie man genau zum Gründer eines eigenen Unternehmens werden kann. Also wie der individuelle Transformationsprozess aussehen kann. Im Kurs erfährt man dann, wie man beispielsweise über einen Prototypen, Fördergelder und Investoren in die Start-up-Welt eintauchen kann.

Die zweite Sorte von Teilnehmern sind diejenigen, die schon gegründet haben, aber merken, dass die Dinge nicht so funktionieren, weil bestimmte theoretische oder praktische Grundlagen noch benötigt werden. Manchem fehlen auch einfach nur die Erfahrung und der Austausch mit Gleichgesinnten.  Um den MBA optimal für sich selbst zu nutzen, sollte man grundsätzlich etwas Eigenes bewegen und selber schaffen wollen – nicht nur ein Konzern-internes Projekt, sondern wirklich etwas für sich selbst.

Schönen Dank für das Interview!

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