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25.06.07Kommentieren

Interview mit René Böringer, Cuculus GmbH

"Den Erfolg müssen wir erst noch beweisen"

förderland im Gespräch mit René Böringer, Mitgründer der Cuculus GmbH, über Seed-Finanzierung und Business Angels, Kundengewinnung und den Aufbau eines flächendeckenden, wirschaftlich tragbaren WLAN-Netzes.

Das Managementteam der Cuculus GmbH (v.l): René Boeringer, Frank Siegmund und Gunnar Scharfe.Das Managementteam der Cuculus GmbH (v.l): René Boeringer, Frank Siegmund und Gunnar Scharfe.

förderland: Herr Böringer, würden Sie sich und Ihr Unternehmen, die Cuculus GmbH, bitte kurz vorstellen?

René Böringer: Die Cuculus GmbH wurde im Januar dieses Jahres gegründet. Wir verstehen uns selbst als einen schlagkräftigen Innovationsmotor für den Provider- und Endgeräteherstellermarkt. Dazu haben wir uns frühzeitig international ausgerichtet, was sich auch in unserem zwölf Mann/Frau starken Team widerspiegelt.

Wir bieten ein System an, das einem Provider erstmals erlaubt, ein flächendeckendes und wirtschaftlich tragbares WLAN-Netz aufzubauen. Der Ansatz dies mit Hilfe von DSL- und WLAN-Routern privater Nutzer umzusetzen, ist zwar bereits im Markt bekannt. Jedoch sind alle bisher bekannten Lösungen nicht in der Lage, dies ohne die Verletzung der Privatsphäre der Nutzer zu leisten und gleichzeitig den Ansprüchen von klassischen Internet Service Providern zu genügen.

Die Cuculus GmbH stößt genau in diese Lücke. Stellen Sie sich also vor, sie können in deutschen Städten so gut wie überall Ihren Laptop aufklappen, der sich sofort und immer mit dem gleichen Passwort wie zu Hause automatisch anmeldet, und im Netz mit Highspeed sicher surfen. Aber das ist nur der Anfang. Mit unserer Technologie ist es möglich, den Access Point mit eigener Software zu versorgen, so, wie wir das von normalen PCs kennen. 

förderland: Wie ist Ihre Geschäftsidee eigentlich entstanden? Und welche Hindernisse mussten Sie auf dem Weg von der ersten Idee bis zum marktreifen Produkt aus dem Weg räumen?

Böringer: Wie immer gibt es mehr Hindernisse, als man sich anfangs vorstellen kann. Allerdings waren wir in der glücklichen Lage, alle diese Hindernisse sehr zügig ausräumen und von den meisten dann sogar noch profitieren zu können.

Die Idee entstand im Rahmen einer Kooperation zwischen der IDEO Laboratories GmbH und der Technischen Universität Ilmenau, bei der es allgemein um die Entwicklung von Managementansätzen für die nächste Generation des Internets bzw. der Kommunikationsnetze ging. Wir hatten in diesem Zusammenhang eigentlich als erstes die Anwendungsidee und haben dann sehr intensiv über die Möglichkeiten der technischen Umsetzung nachgedacht. Danach folgte die Gruppierung des Kernteams, dessen Mitglieder jedoch alle noch voll in andere Jobs eingebunden waren. Besonders spannend waren die ersten Kundengespräche mit großen Service Providern, die entscheidend dazu beigetragen haben, dass sich das Produkt und das komplette Angebot in die richtige Richtung entwickelt.  

förderland: Eine gute Idee allein macht noch kein erfolgreiches Unternehmen. Wie haben Sie die Startphase finanziert und in welchen Dimensionen bewegen wir uns? 

Böringer: Den Erfolg müssen wir - wie jedes Unternehmen, das erst ganz am Anfang seiner Entwicklung steht - erst noch beweisen. Aber wir sind sehr zuversichtlich! Klar bewegen wir uns in einem Markt, dessen Ansprüche sehr hoch sind. Wir haben kein Produkt, was man mal schnell in einer Woche mit zwei Webentwicklern aufbauen kann, um zu sehen, wie und ob es funktioniert.

Wir brauchten so schnell wie möglich ein Team aus Spezialisten für Betriebssysteme im Embedded Bereich, Protokollentwickler und Entwickler mit Erfahrungen im Bereich Telekommunikationssoftware. Diese mussten anfangs durch eigene finanzielle Mittel gebunden werden. Wir haben uns jedoch schon vor der Gründung entschlossen, eine Seed-Finanzierung durch den High-Tech Gründerfonds in Betracht zu ziehen. Dabei geht es um eine Anfangsinvestition von 500.000 Euro, welche wir dann auch bereits im Februar zugesagt bekamen. Schon im Januar erhielten wir ein Business Angel-Investment.

förderland: Eine erste Finanzierungsrunde haben Sie erfolgreich abgeschlossen. Was steht als nächstes auf Ihrer Agenda?

Böringer: Kunden, Kunden und nochmals Kunden: natürlich steht die Kundengewinnung an erster Stelle. Allerdings muss auch die Technologie weiter entwickelt werden. So wird die Software gerade auf verschiedene Access Points und DSL-Router unterschiedlicher Hersteller portiert, um auf eine möglichst breite Hardwarebasis aufsetzen zu können. Ganz wichtig ist auch die Verbesserung unseres so genannten "Service Loaders", der es den Kunden und den Providern gleichermaßen erlaubt, nach Bedarf Software auf ihren Access Points und DSL-Geräten zu installieren. Damit entwickeln sich diese Geräte erstmals zu wirklichen Service Plattformen und zu einem zentralen Gerät in den privaten Haushalten. 

förderland: Haben sich denn bereits potentielle Kunden bei Ihnen gemeldet? Oder ist ZONOS schon im praktischen Einsatz?

Böringer: Aktuell sprechen wir mit einer Vielzahl von Providern und Geräteherstellern über den Einsatz unserer Technologie. Im Einsatz beim Kunden ist sie noch nicht. Die Verkaufszyklen in unserem Markt sind vergleichsweise lang. Allerdings sind wir gerade mit dem Aufbau eines Demonstrationsnetzes in einer Thüringer Stadt beschäftigt, wo in Kürze ein Netz auf Basis unseres Ansatzes und dessen vielfältige Einsatzmöglichkeiten für jedermann erlebbar wird, also auch für unsere potenziellen Kunden.

förderland: Vielen Dank für das Gespräch.

© 2007 förderland

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