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09.09.10Leser-Kommentar

Interview mit Pascal Tilgner, Deutsche Auftragsagentur

"Das Konzept der DAA ist ansonsten grundverschieden von dem der Auftragsbörsen und ich sehe bislang nichts Vergleichbares in Deutschland"

Er kann die Finger nicht davon lassen: Kaum ist Pascal Tilgner erfolgreich aus seiner Absolventa-Gründung ausgestiegen, packt er auch schon ein neues Projekt an. Hinter dieser "en passant"-Gründung versteckt sich ein Auftragsportal, das eigentlich keines ist. Aufklärung gibt es hier im Interview!

Pascal Tilgner, DAAPascal Tilgner, DAA

Ich grüße Sie Herr Tilgner, Sie haben etwas neues angepackt und wir würden doch gern von Ihnen erfahren, worum es sich dreht. Doch bitte stellen Sie sich unseren Lesern zuerst ein wenig vor! Welches Handwerk haben Sie erlernt und was haben Sie bisher daraus gemacht?

Pascal Tilgner: Ich habe in Münster Mathe studiert und plante zunächst bei einer Beratung oder im M&A Umfeld zu arbeiten. Über Jan Beckers kam ich erst mit Henning und dann mit Christoph in Kontakt, mit denen ich dann 2007 die Jobbörse Absolventa gegründet habe. Dort verantwortete ich 2,5 Jahre den Online-Marketing Bereich und gemeinsam mit dem super Team haben wir wohl eines der innovativsten deutschen Unternehmen im Personalbereich aufgebaut. Dieses Jahr haben Henning und ich die operative Verantwortung bei Absolventa an unsere langjährigen Abteilungsleiter abgegeben. Mich zog es privat nach Hamburg und unternehmerisch hin zu erneuerbaren Energien.

Nun aber - Deutsche Auftragsagentur: Was verbirgt sich dahinter, was wollen Sie uns verkaufen?

Tilgner: Die DAA steht für Projekte im Bereich der erneuerbaren Energien. Die wollen wir "verkaufen", wenn Sie so wollen. Genauer gesagt: Wir erklären Verbrauchern und Unternehmen die erneuerbaren Energien bis ins Detail. Ökologische, technische und vor allem die wirtschaftlichen Aspekte. Als Projektpartner begleiten wir Auftraggeber bei großen Investitionen. Unsere Dienstleistung umfasst die Erstberatung, Planung, Ausschreibung und Umsetzung von energetischen Großprojekten.

Ein Auftragsportal zu realisieren, ist sicherlich ein harter Brocken: Sowohl Auftraggeber, wie auch Auftragnehmer müssen für die Seite gewonnen werden. Wie ist Ihre Strategie? Wie wollen Sie die verschiedenen Gruppen massiv ansprechen?

Tilgner: Ein Auftragsportal ist gar nicht unser Ziel. Ich betreibe bereits seit einiger Zeit aus privatem Interesse heraus Fachportale zu den beiden großen Themen Solar- und Heiztechnik. Daraus ist alles entstanden. Auftraggeber waren in Form von zahlreichen Besuchern schon vorhanden.

Auf den Fachportalen haben wir gesehen, dass es für Auftraggeber schwer ist die Übersicht bei den unterschiedlichen Fördermöglichkeiten, Technologien und Fachbetrieben zu behalten. Mit der DAA begleiten wir Auftraggeber nun persönlich.

Die Fachbetriebe, die als Auftragnehmer fungieren, werden von uns einzeln ausgewählt. Wir benötigen sehr wenige und dafür sehr gute Fachbetriebe, da unsere Ausrichtung nicht auf die Masse der kleinen Projekte in den Privathaushalten abzielt.

Der Öko-Markt mit all seinen Facetten ist weiß Gott kein weißer Fleck mehr auf der deutschen Web-Landkarte und auch Auftragsbörsen gibt es zuhauf. Sicherlich haben Sie Konkurrenz aus mehreren Richtungen ... wie sieht es damit aus? Wie wollen Sie sie knacken?

Tilgner: Wir verstehen uns nicht als Auftragsbörse. Mit den großen Auftragsbörsen ergänzen wir uns jedoch sehr gut. Wir pflegen eine enge Zusammenarbeit mit großen deutschen Auftragsbörsen. Sie sind unsere Ausschreibungspartner für kleinere Projekte z.B. in Einfamilienhäusern.

Das Konzept der DAA ist ansonsten grundverschieden von dem der Auftragsbörsen und ich sehe bislang nichts Vergleichbares in Deutschland. Wir konzentrieren uns auf private und gewerbliche Großprojekte und steigen tief mit ins Projektmanagement ein. Unsere Stärken sind die fachliche Expertise und die Erfahrung mit Projektmanagement für energetische Großprojekte.

Eine Ihrer Herangehensweisen ist das Gewinnen von Affiliates. Sie suchen Seiten, die Ihre Auftragssuchen promoten. Was bieten Sie den Publishern im Gegenzug und welche Erfahrungen haben Sie bisher mit Affiliate-Marketing gemacht?

Tilgner: Stimmt, dies ist ein wichtiger Baustein. Auftraggeber, die sich nicht auf DAA-Fachportalen informieren, können auch über andere Webseiten zu uns Kontakt aufnehmen. Damit bieten wir Webseitenbetreibern im Umfeld der erneuerbaren Energien und ihren Besuchern echten Mehrwert. Wir begleiten auch Auftraggeber, die über Partnerwebsites an uns herantreten und die Partner erhalten einen Anteil an unseren Umsätzen.

Sie erzählten uns im Vorhinein, dass Ihr Projekt, die Deutsche Auftragsagentur, organisch wachsen solle. Ist das ein Synonym für Kapitalmangel? Oder dafür, dass es keinen Business-Plan gibt? Was verbirgt sich dahinter?

Tilgner: Das Gegenteil ist der Fall, potentielle Investoren gibt es sogar sehr viele. Die DAA kann aber aus dem eigenen Cashflow wachsen, weil Markt und Geschäftsmodell dies zulassen. Interessierte Investoren müssten deswegen mehr mitbringen als Kapital: Know-how über Branche und Geschäftsmodell sowie Zeit. Ich setze auf nachhaltiges und gesundes Unternehmenswachstum, denn der Markt interessiert mich langfristig.

Aber ganz so organisch soll die DAA ja auch nicht wachsen, wie man sieht, haben Sie das Projekt ein wenig mit SEO gedüngt …

Tilgner (lacht): Es heißt doch aber "organischer Traffic"! Das widerspricht sich also nicht.

Auch soll das Projekt ja auf durchaus fruchtbarem Boden gedeihen: Die vertikalen Fachportale Heizungsfinder.de und Solaranlagen-Portal.com dienen ja als Basis. Seit wann sind Sie für die beiden Seiten aktiv? Wie sind Sie dazu gekommen?

Tilgner: Ich interessiere mich privat schon sehr lange für erneuerbare Energien. Mit der unternehmerischen Veranlagung und den Kenntnissen im Online-Marketing war der Aufbau eines Fachportals dann irgendwann logische Konsequenz. Es macht mir sehr viel Freude diese Fachportale wachsen zu sehen.

Was die Dienstleister-Seite der DAA betrifft, so scheinen Sie wert auf Qualität statt Quantität zu legen. Immerhin haben Sie Aufnahmekriterien für die Gewerke festgelegt. Also kann man davon ausgehen, dass Sie einen Premium-Weg beschreiten wollen?

Tilgner: Das ist ein entscheidender und richtiger Punkt und trifft den Kern der DAA Dienstleistung. Wir möchten private und gewerbliche Auftraggeber bei großen Investitionen unterstützen. Das DAA-Netzwerk ist dabei ein wichtiger Bestandteil und steht für unseren Qualitätsanspruch an seriöses Projektmanagement. Nur geprüfte und evaluierte Fachbetriebe können in das DAA-Netzwerk aufgenommen werden. Auch in allen anderen Belangen können unsere Auftraggeber sich auf höchste Qualität und Professionalität verlassen.

Kurz zum Namen: "Deutsche Auftragsagentur": Wie ist der entstanden und aus welcher Motivation heraus? Vorrangig hat er ja erst einmal mit erneuerbaren Energien recht wenig zu tun. Klingt aber höchst offiziell ... erzählen Sie unseren Lesern doch ein wenig vom Namensfindungsprozess!

Tilgner: Wir wollten uns als bundesweiter Ansprechpartner für Aufträge positionieren. Als Agentur vertreten wir - bezogen auf Aufträge im Bereich der erneuerbaren Energien - die Interessen der verschiedenen Zielgruppen. Der Zusatz "Ihr Projektpartner für erneuerbare Energien" soll unsere Rolle in den Aufträgen noch mal konkretisieren.

Was das Gründen angeht, so sind Sie ja kein unbeschriebenes Blatt. Mit Absolventa haben Sie ja bereits ein gutes Stück Erfahrung einheimsen können. In welche Richtung wird sich Ihr Engagement in Zukunft entwickeln?

Tilgner: Ich werde den erneuerbaren Energien treu bleiben. Hier werde ich mich langfristig als Unternehmer engagieren.

Und wollen Sie noch einmal im Leben fest angestellt sein - oder hat sich das gegessen?

Tilgner: Man sollte wohl niemals nie sagen, für die nächsten 5-10 Jahre kann ich das aber definitv ausschließen.

Zum Schluss möchte ich Sie bitten, unseren Lesern noch ein paar Tipps mit auf den Weg zu geben: Was ist das Wichtigste, was es beim Launch eines Portals zu beachten gibt?

Tilgner: Ich denke eine gut durchdachte Online-Marketing Strategie. Dann kann ein solider Start auch ohne Investoren gelingen.

Ich danke Ihnen fürs Gespräch und wünsche viel Erfolg.

Kommentare

  • lehmann

    25.11.10 (00:17:23)

    mal ehtlich, das ist nicht viel mehr als ein seo-projekt. klassiches modell. aber zugegebenerma?en sehr gut gemacht. aber sollte man nicht ?berbewerten.

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