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25.05.10Leser-Kommentare

Interview mit Nikolai Roth und Cord-Christian Nitzsche

"Das Konstrukt Hanse Ventures half uns vom Start weg professionell zu arbeiten"

Willkommen in der digitalen Werkstatt: Carmio.de bietet einen Preisvergleich von Auto-Ersatzteilen im Internet – und schaut damit dem Mechaniker Ihres Vertrauens auf die Finger. Die Geschäftsführer Nikolai Roth und Cord-Christian Nitzsche verraten im Gespräch mit förderland, wie sie auf die Idee zur Gründung gekommen sind.

Carmio-Geschäftsführer Nikolai Roth und Cord-Christian NitzscheCarmio-Geschäftsführer Nikolai Roth und Cord-Christian Nitzsche

förderland: Herr Roth, erzählen Sie uns doch ein paar interessante Fakten zu Carmio.

Nikolai Roth: Carmio ist unser neuer Online-Service für den Preisvergleich von Autoteilen im Internet. Wir haben unsere Firma im Januar diesen Jahres gegründet und konnten vor zwei Wochen die Website online stellen. Am 17. Mai war dann im Rahmen der Pressekonferenz von Hanse Ventures der offizielle Launch, nachdem wir noch ein- zwei Kinderkrankheiten beseitigen mussten.

Auf Carmio findet man jetzt in wenigen Schritten die passenden Ersatzteile für sein Auto. Die ganze Suche ist dabei sehr auf die Nutzerbedürfnisse zugeschnitten, über eine einfache Suchmaske kann man sein Auto definieren und das gewünschte Produkt eingeben, schon erhält man eine übersichtliche Liste aller passenden Ersatzteile. Diese kann anschließend nach Preis und/oder Hersteller sortiert werden. Und demnächst werden wir noch zusätzliche Informationen zum jeweiligen Autoteil und Tipps für die Reparatur anbieten.

Carmio ist also ein Automechaniker, der eine umfassende Beratung zur Autoreparatur gibt – nur dass die Kunden eben Anfahrts- und Beratungskosten sparen?

Roth: Wir wollen den Usern einfach einen umfassenden Service rund um das Thema Autoteile bieten. Beim Kauf von Ersatzteilen für das eigene Auto sind ja immer viele verschiedene Dinge zu beachten. Wenn irgendein Teil scheinbar defekt ist oder der Wagen nicht mehr richtig läuft, muss man erst mal schauen, um welches Teil es sich genau handelt, ob es noch repariert werden kann oder ausgetauscht werden muss, welche Teile dann zusätzlich noch mit gewechselt werden müssen und so weiter. Wenn man beispielsweise beim Bremsen eine leichte Vibration spürt, könnten die Bremsscheiben verschlissen sein oder aber auch nur verschmiert, das muss geprüft werden. Wenn die Bremsscheibe dann ausgetauscht werden muss, sollten auch die Bremsklötze und die Schrauben immer mit gewechselt werden. Bei manchen Fahrzeugen ist dazu Spezialwerkzeug nötig, das nicht jeder gleich im Werkzeugkasten hat.

Bei uns findet der Kunde Informationen zur Fehlerdiagnose, zu weiteren Autoteilen, die mit erneuert werden müssen, zum benötigten Werkzeug und zur Reparatur selbst. Natürlich ersetzt das nicht die professionelle Hilfe, die eine Fachwerkstatt liefern kann. Wer gar keine Ahnung von Autos hat, sollte auch nicht mithilfe unserer Anleitung versuchen, die Bremsscheiben zu wechseln – das Ersatzteil kann bei uns aber günstig eingekauft werden. Eingebaut wird es dann aber weiterhin in der Werkstatt des Vertrauens.

Was gibt’s zur Mannschaft von Carmio zu berichten? Sie beiden teilen sich die Geschäftsführung. Wie sind die einzelnen Ressorts zwischen ihnen verteilt?

Roth: Cord und ich sind gleichberechtigte Partner und fällen alle Entscheidungen gemeinsam. Während Cord sich aber vor allem um das Produkt Carmio und IT kümmert, bin ich mehr für die Bereiche Vertrieb und Finanzen zuständig. Den extrem wichtigen Bereich des Marketings teilen wir uns. Da hat jeder von uns seine eigene Expertise in bestimmten Bereichen aufgebaut. Und natürlich haben wir auch noch ein großes Team, das uns bei der Redaktion und im Marketing unterstützt. Außerdem stehen uns mehrere ausgebildete Autoprofis mit ihrem Fachwissen zur Seite.

Der Online-Markt rund ums Auto ist ja bereits sehr ausdefiniert. Wie sind Sie auf die Idee zur Unternehmensgründung gekommen und wie schwer war es, eine Lücke zu finden?

Cord-Christian Nitzsche: Ein Freund von mir ist Werkstattchef bei Audi und erzählte mir mal, wie viel Preisnachlass er bei seinen Autoteilen bekommt. Welche Margen im Bereich Autoteilen möglich sind, hat mich damals schon fasziniert. Als ich dann mit Niko Ende 2009 über Zukunftspläne und neue Herausforderungen sprach, war uns beiden schnell klar, dass wir in diesem Bereich etwas machen werden.

Haben Sie, bevor Sie mit Carmio an den Start gegangen sind, Vorbilder studiert? Gab es vielleicht gerade von internationalen Unternehmen Erfahrungswerte, an denen man sich orientieren konnte?

Nitzsche: Bisher ist eBay Motors eindeutig der Platzhirsch, wenn es um den Verkauf von Autoteilen geht. Alle großen Autoteile-Shops bieten dort ihre Artikel an. Natürlich haben wir uns angeschaut, wie eBay sein Angebot strukturiert, wie die User zum Produkt geführt werden und wo die Schwachstellen liegen. Uns ist aufgefallen, dass besonders im Bereich Produktmatching und Warenkorb-Optionen noch Verbesserungspotential besteht. Bei zehntausenden von Fahrzeugmodellen und Millionen von Teilen kann es schnell sein, dass man aus Versehen ein falsches Ersatzteil bestellt und sich dann ärgert, wenn das Teil nicht zum eigenen Auto passt. Mit unserer Kompatibilitätsprüfung kann das nicht mehr passieren.

Die Autoteile, die der Nutzer bei uns angezeigt bekommt, passen hundertprozentig auch zum Fahrzeug. Und unser Warenkorbvergleich ermöglicht es, erst einmal mehrere Produkte zu sammeln und sie am Ende noch einmal auf den günstigsten Gesamtpreis hin zu prüfen. Manchmal macht es mehr Sinn, mehrere Teile bei einem Shop zu kaufen, um sich doppelte Versandkosten zu sparen, als immer nur auf den günstigsten Preis zu achten.

Carmio hat mit der neu gegründeten VC-Gesellschaft Hanse Ventures (HV) jüngst finanzkräftige und unternehmerisch erfahrene Unterstützung gefunden. Wie kam es zu der Zusammenarbeit?

Roth: Ich kannte Jochen Maaß, einen der Gesellschafter von HV, noch aus seinen Zeiten als Vorstand der Artaxo AG sehr gut. Als Cord und ich uns Ende 2009 dann entschlossen haben, unsere Geschäftsidee professionell umzusetzen, war schnell klar, dass wir das zusammen mit Hanse Ventures machen möchten.

Das Konstrukt Hanse Ventures half uns vom Start weg professionell zu arbeiten und uns auf das Kerngeschäft konzentrieren zu können. Unsere Business Angels, die uns von HV vorgestellt worden sind, bringen jeder für sich einen großartigen Mehrwert. So konnten wir uns direkt auf das Business konzentrieren, statt die Zeit mit der Investorensuche verbringen zu müssen.

Das hat alles sehr gut geklappt, drei Monate nach Gründung waren wir online.

Es gibt viele Gründer mit guten Ideen, aber nur geringem Kapital. Haben Sie ein Rezept, mit dem Start-ups trotzdem in der Masse auf sich aufmerksam machen können?

Nitzsche: Diese Meinung teile ich nicht ganz. Gute Ideen und vor allem gute Leute sind rar gesät. Wer eine gute Idee hat und das Zeug zum Gründer, stößt bei den Investoren auf offene Ohren.

Als Gründer sollte man sich überlegen, welcher Investor passt zu mir und wie spreche ich ihn an, ohne gleich im Spam-Filter zu landen. Man kann beispielsweise die Gästelisten der Konferenzen studieren und dann im richtigen Moment das Anliegen persönlich vortragen.

Was sind die weiteren Pläne für dieses Jahr, gerade hinsichtlich der Kooperation mit Hanse Ventures?

Roth: Erstmal wollen wir mit Carmio den Kinderschuhen entwachsen, dafür würden wir auch gerne noch mehr Teile-Shops als Partner gewinnen und weitere Kooperationen mit interessanten Unternehmen eingehen. Hanse Ventures hat uns bisher schon super unterstützt und wird uns auch weiterhin mit Rat und Tat in allen Bereichen des Business zur Seite stehen. Vor allem das KnowHow von Jochen Maaß im Bereich SEO wird demnächst wohl stark gefragt sein, um Carmio weiter nach vorne zu bringen. Das Jahr war bis jetzt schon sehr spannend und wir freuen uns auf die nächsten Monate.

Dafür viel Glück und vielen Dank für das Gespräch!

Kommentare

  • Bert

    25.05.10 (23:24:26)

    ...dass foerderland vor ca. einem Jahr Christia Koeper von daparto, dem vom carmio-Team als Vorbild f?r deren CopyCat Ansatz benutzte Autoteile-Portal interviewte und heute anscheinend nichts mehr davon weiss :-) Auch dass die carmio-Gr?nder einmal mehr von eBay Motors erz?hlen, Player wie motoso, teilehaber oder eben daparto aber auslassen, l?sst mich schmunzeln. Wenn man ein Konzept kopiert sollte man auch dazu stehen und nicht so tun, als w?re nach langer Markt-Recherche die Erkenntnis gekommen, dass "Autoteile" ein ganz neues Thema ist, was man quasi nun innovativ "entdeckt" hat.
    Hier w?rde man sich etwas mehr journalistischen Tiefgang und besseren Recherche des eigenen Materials sowie mehr Ehrlichkeit auf der anderen Seite w?nschen.

  • f?rderland

    26.05.10 (11:20:23)

    Hallo Bert,

    vielen Dank erstmal f?r Dein Interesse an dem Interview und Deine konstruktive Kritik.

    Nur: Wie kommst du darauf, dass wir von dem Interview mit Christian Koeper nichts mehr wussten? Weil wir im aktuellen Interview mehr darauf eingegangen sind? Nun: Indirekt schon. "Der Online-Markt rund ums Auto ist ja bereits sehr ausdefiniert. "

    Die Antworten liegen zudem in den H?nden der Interviewten, nicht des Interviewers ;)

    Uns ging es in dem Interview erst einmal darum, ein Start-up vorzustellen, das durch das Hanse Ventures-Investment in den Fokus der Gr?nderszene ger?ckt ist ... und ebendieses Investment n?her zu beleuchten. Die Innovationskraft von carmio stand nicht im Blickpunkt des kurzen Interviews.

    Sch?ne Gr??e -- und wir hoffen, dass Ihr Kommentar die Diskussion anregt

    Thomas Kemp

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