<< Themensammlung Gründung

Aktuelle News für Gründer Selbstständige und Unternehmer

24.02.12Kommentieren

Interview mit Lebepur

"Das Komponentenmodell von Prof. Faltin stand für unsere Organisationsstruktur Pate"

Im heutigen Interview versuchen die beiden "Lebepur"-Gründer Thomas Straßburg und Stefan Arndt, uns näher zu bringen, warum es unbedingt noch eine Smooothie-Marke in Deutschland braucht und was alles hinter ihrer Idee steckt. Ob es ihnen gelingt, unsere Leser und bald auch den Markt von ihrem Konzept zu überzeugen, das beurteilen Sie selbst. Vorhang auf für Lebepur!

Thomas Straßburg, Stefan Arndt, LebepurThomas Straßburg, Stefan Arndt, Lebepur

Guten Tag, Thomas Straßburg und Stefan Arndt! Sie beide haben sich dazu entschlossen, in einem heiß umkämpften Markt eine Nische zu besetzen. Mehrere Start-ups wie true fruits aber auch größere Unternehmen wie innocent buhlen um die biodynamische Zielgruppe. Wo sehen Sie Ihr Potential?



Thomas Straßburg, Stefan Arndt:
Herkömmliche Smoothies müssen zur Haltbarmachung pasteurisiert, sprich erhitzt werden. Hierdurch gehen viele der Inhaltsstoffe verloren. Bei der Herstellung unseres Pulvers setzen wir auf das sehr schonende Gefriertrocknungsverfahren. Hierbei werden nur Temperaturen von 45°C erreicht. Dadurch bleiben die wichtigen Inhaltsstoffe zum großen Teil erhalten. Weitere Vorteile sind die lange Haltbarkeit, die Zeitersparnis (man muss nicht einkaufen gehen und kann sich seinen Smoothie flexibel zubereiten), der günstige Preis pro Smoothie, der Anteil an Gemüse (15%), die Bio-Qualität und das sehr viel geringere Abfallaufkommen. Vor dem Hintergrund dieser Vorteile sehen wir für uns das Potenzial, neben herkömmlichen Smoothies bestehen zu können.

Erzählen Sie uns doch bitte kurz von Ihrem Produkt! Was haben Sie im Angebot? Und auf wen zielen Sie?



Straßburg, Arndt:
Im Prinzip ist Lebepur nichts anderes als eine Ration purer Vitamine. Wir bieten mit unseren Smoothies eine gute und günstige Alternative für ernährungsbewusste Menschen, die sich nicht täglich mit frischen Obst und Gemüse versorgen können. Unsere Produkte bestehen zu 100 Prozent aus fein gemahlenem Obst und Gemüse, welche durch Zugabe von Wasser zu einem wohlschmeckenden Smoothie werden. Derzeit haben wir vier verschiedene Sorten im Angebot, arbeiten aber bereits an neuen Kreationen.

Welche Schritte waren eigentlich notwendig, um von der Idee Smoothiepulver zum tatsächlichen Produkt zu kommen? Als Laie stellt man sich da einsame Stunden im Labor vor …



Straßburg, Arndt:
Wir kreieren und probieren tatsächlich selbst unsere verschieden Rezepturen im stillen Kämmerlein. Lebepur wird ja aus frischen, qualitativ hochwertigem Obst und Gemüse hergestellt. Für die Herstellung des Pulvers werden ausschließlich erntefrische und vollreife Früchte mit dem höchsten Anteil an wertvollen sekundären Pflanzenstoffen und Vitaminen schonend gefriergetrocknet. Die schonende Produktion garantiert, dass die wertvollen Inhaltsstoffe auch in Pulverform nicht verloren gehen.

Wie kamen Sie eigentlich zusammen? Haben Sie sich an der Uni kennengelernt? Und wie haben Sie Ihren gemeinsamen Gründergeist entdeckt?

Straßburg, Arndt: Wir kennen uns schon aus Grundschulzeiten und sind weite Strecken unserer Ausbildung gemeinsam gegangen. Diese lange Zeit begründet das vertrauensvolle Verhältnis, auf dem unsere erfolgreiche, unternehmerische Tätigkeit fußt. Die Idee zu Lebepur entstand zunächst weniger durch einen allgemeinen Gründergeist, sondern eher durch ein einschneidendes Erlebnis in Thomas’ Leben: Im Sommer 2008 bestand bei ihm der Verdacht auf einen bösartigen Tumor im rechten Fuß. Daraufhin begann er sich intensiv mit den Gründen und Ursachen von Krebs auseinander zu setzen und diese anhand von wissenschaftlichen Studien und Aufsätzen zu recherchieren. Es zeigte sich, dass in den meisten Fällen, nicht die Gene für eine Erkrankung verantwortlich sind, sondern der eigene Lebenswandel sowie die Ernährung. Aus diesen Erkenntnissen entstand letztendlich die Idee, Bio-Smoothies zum Selbermachen zu produzieren und online zu verkaufen.

Welche Art von Unterstützung hat Ihnen Ihre Universität bei der Gründung geben können?



Straßburg, Arndt:
Vor allem die Erfahrung von Prof. Dr. Günter Faltin, der Gründer des Arbeitsbereiches "Entrepreneurship" an der Freien Universität Berlin, war für uns bei der Gründung enorm wichtig. Die erste Erkenntnis aus Faltins Thesen war, dass das Thema "Outsourcing" schon im Gründungsprozess auf dem Plan stand. Das Komponentenmodell von Prof. Faltin stand für unsere Organisationsstruktur Pate. Außerdem wurde uns klar, dass die Konzentration auf ein einziges Produkt eine wesentlich geringere Komplexität im Geschäftsmodell und dessen Abläufen zur Folge hat. Darüber hinaus gab er uns Raum, uns vor dem Launch ausführlich mit für uns wichtigen Themen wie Produktwahrheit, Produktqualität und fairem Handel zu beschäftigen, die letztlich zum jetzigen Produkt führten.

Wo findet eigentlich die tatsächliche Fertigung Ihrer Instant-Smoothies statt? Und wie haben Sie eine geeignete Anlage gefunden?



Straßburg, Arndt:
Für die Herstellung arbeiten wir mit ausgewählten Bauern aus der Region zusammen, welche die direkte Auslese der Sorten am Hof vornehmen. Auch bei den tropischen Früchten kontrollieren wir die Herkunft sehr genau. Für die Verarbeitung der Früchte arbeiten wir mit mehreren deutschen Verarbeitern zusammen, welche auch die Qualitätskontrolle vornehmen. Denn um die natürliche Reinheit des Produkts zu gewährleisten und eine Belastung durch Pestizide und andere Schadstoffe auszuschließen, wird dort jeder einzelne Produktsschritt genau kontrolliert. Gefunden haben wir unsere Partner nur durch viele Reisen und Gespräche, die es uns möglich machten, vertrauensvolle Handelsbeziehungen aufzubauen und so letztlich die Qualität unser Früchte sicherzustellen.

Was war an Investitionen nötig, Geräte, Einrichtung, Geschäftsausstattung etc. um tatsächlich an den Start gehen zu können?


Straßburg, Arndt: Da wir die Herstellung und Qualitätskontrolle von Anfang an ausgewählte externe Partner abgegeben haben, war zunächst nur eine typische Büroausstattung und Küchenutensilien wie Mixer, Pürierstab usw. notwendig.

Im Moment findet man Lebepur bei Google erst auf der dritten Seite beim Stichwort Smoothies. Wie wollen Sie nach vorne kommen? Oder wollen Sie andere Wege beschreiten als das bloße Suchmaschinenmarketing?

Straßburg, Arndt: Das Thema SEO ist erst in jüngster Zeit bei uns auf den Schirm gekommen. Wir sehen das als langfristigen, permanenten Optimierungsprozess. Daneben betreiben wir als zweites Standbein ganz klassisch Online-Marketing (SEM, Affiliate-Marketing, usw.).

Welche gefühlten Meilensteine haben Sie mit Ihrem Start-up absolviert bis heute?


Straßburg, Arndt: Zu den größten Herausforderungen gehörte und gehört die Optimierung unserer Smoothie-Kompositionen. Durch viele Stunden in unserer "Testküche" sowie permanente Verkostungen unserer Mischungen kamen wir Schritt für Schritt dorthin, wo wir heute stehen: Bei einem leckeren Smoothie, der sich vor einem herkömmlichen Smoothie aus der Flasche nicht zu verstecken braucht.

Betreiben Sie Lebepur in Vollzeit?


Straßburg, Arndt: Lebepur ist in unserer Freizeit entstanden und entwickelt sich aber immer mehr zu einem Vollzeitprojekt. Momentan sind wir damit beschäftigt, Komponenten wie beispielsweise die Logistik oder die Verwaltung zu optimieren, um das Unternehmen effektiv und effizient zu führen.

Zum Abschluss: würden Sie unseren Lesern, die die Gründung noch vor sich haben, einen Rat oder zwei mit auf den Weg geben?


Straßburg, Arndt: Der erste Ratschlag, den wir einem Gründer geben: "Machen" und dann vor allem "Weitermachen"! Viel zu viele reden nur über das, was sie vorhaben und schieben den eigentlichen Start immer nur vor sich hin. Ein langer Atem zahlt sich aus und eine tragfähiges, prosperierendes Unternehmen entsteht meist nicht von heut auf morgen.

Unser zweiter Ratschlag: Eine Gründung muss heute nicht mehr viel kosten. Wenn man nur lange genug an seinem Geschäftskonzept feilt, kann man in den meisten Fällen durch den Einsatz von Dienstleistern die Gründungskosten radikal senken. Wir zitieren an dieser Stelle Prof. Faltin: "Kopf schlägt Kapital!"

Vielen Dank fürs Interview und viel Erfolg!

Kommentare

Diesen Beitrag kommentieren:

Die Kommentare können nur zwischen 9 und 16 Uhr
freigeschaltet werden. Wir bitten um Verständnis.

Um Spam zu vermeiden, schreiben Sie bitte die Buchstaben aus diesem Bild in das nebenstehende Formularfeld:

Das könnte Sie auch interessieren

Förderland-Newsletter

Wissen für Gründer und Unternehmer